• 17.05.1999, 08:10:01
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  • OTS0020

Keusch: Donauraum soll unverwechselbares Profil erhalten

Maßnahmen für Tourismus, Wirtschaft und Natur im "Lebensraum" Donauraum

St. Pölten, (SPI) - "Im Europa der Zukunft haben Staats- und
Ländergrenzen nicht mehr jene Bedeutung als in früheren Zeiten. Ein
Europa der Zukunft ist ein Europa der Regionen, eines
Zusammenwachsens von Regionen, die wirtschafts-, sozial-, aber vor
allem kulturpolitisch das Gemeinsame vor das vielleicht ohnehin wenig
vorhandene Trennende stellen. Auch der Donauraum ist eine solche
"grenzüberschreitende” Region über Staats- und Ländergrenzen hinweg.
Der Donauraum, die Bevölkerung und die politische Entwicklung haben
viel gemeinsames - eine jahrhundertelange gemeinsame Geschichte, eine
ähnliche Kultur, ja sogar gemeinsame Familienbande knüpften sich seit
Jahrzehnten über politische Grenzen. Die Menschen wissen vom
Gleichklang ihrer Interessen, diese Entwicklung ist nicht mehr
staatspolitisch motiviert, sondern sie ist vielmehr Ausdruck eines
neuen Bewußtseins der Regionen, die innerhalb eines wachsenden
Europas einen viel höheren Stellenwert genießen als Staatsgrenzen",
so der Amstettner SP-Landtagsabgeordnete Eduard Keusch.****

Die Lebensgrundlagen der Bewohner des Donauraumes sind im Hinblick
auf Einkommensmöglichkeiten und Lebensqualität über eine verträgliche
wirtschaftliche und vorrangig touristische Nutzung abzusichern und
auszubauen. Dazu ist es notwendig, verstärkt gezielte Investitionen
zu fördern und gleichzeitig eine Abkehr von der "Fördergießkanne"
einzuleiten. Künftig muß daher gewährleistet sein, daß neben der
strikten Projektförderung auch entsprechende Infrastrukturleistungen
bzw. Investitionen allgemeiner Natur (Erschließung von
Tourismus-Hoffnungsgebieten, Umsetzung von bereits vorliegenden
Konzepten, etc.) verstärkt gefördert werden. Vielfach bedarf es
nämlich einer Initialzündung, um Tourismusbetriebe zu entsprechenden
Investitionen zu animieren.

Weiters wird es zur Einrichtung sogenannter "Destinationsmanagements"
kommen, um Tourismuspolitik professioneller - und damit
schlagkräftiger, weil direkter - betreiben zu können. Viele fertige
Konzepte mit hoffnungsvollen Tourismusressourcen - beispielsweise das
"Donauraumkonzept" - liegen bereits vor und müssen nur noch umgesetzt
werden. Dazu muß man aber von der bisherigen Politik des "schlichten
Verwaltens" des Tourismus abgehen und über ein professionelles,
ergebnisverantwortliches Management innovativ tätig sein. Als
Beispiel sei hier der "Altarm Greifenstein" angeführt, der sich zu
einem wirklichen Freizeitdorado entwickelt hat. "Landschaftliche
Schönheit allein wird zu einem prosperierenden Donauraum genauso
wenig beitragen wie ein hemmungsloses Ausbeuten der landschaftlichen
Ressourcen oder ein ungebremster Massentourismus. Es gilt die
Strukturen im Donauraum nachhaltig zu verbessern und zu entwickeln,
gleichzeitig aber die Interessen der Bevölkerung, der Landwirtschaft
und der Wirtschaft abzustimmen und zusammenzuführen", so Abg. Keusch
weiter.

Möglichkeiten der überregionalen und gemeinsamen Vermarktung bestehen
beispielsweise im Tourismus für die Wachau, den Strudengau und die
Donauschiffahrt in ihrer Gesamtheit. Auch der noch fertig
auszuführende Donauradweg bzw. Reitwege sind solche Projekte, die
gemeinsam und regional zu sehen sind. Initiativen von engagierten
Unternehmern, wie der Sportboothafen der Firma Raderbauer zeigen, wie
es gehen kann und in Zukunft verstärkt erfolgen soll. Sinnvolle
wirtschaftliche Projekte - wie beispielsweise das Ennshafen-Projekt
mit angeschlossenem Betriebsgebiet - konnten bereits erfolgreich
positioniert werden. Eine gute wirtschaftliche Entwicklung erfordert
grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die Stärke der Landschaft am
Strom liegen im
Tourismus, verbunden mit dem Kulturangebot. Zu forcieren ist u.a. die
Weiterentwicklung der Infrastruktur, der Telekommunikation und der
Verkehrswege. Notwendig ist weiters eine Vereinheitlichung von
Auflagen, Bestimmungen und Gesetzen sowie die Zusammenarbeit in der
Raumordnung.
(Schluß) fa

Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ

Tel: 02742/200/2794

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