- 15.05.1999, 12:00:00
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Höger: Feuerwehrmänner müssen Spezialisten sein
FF St. Veit/Triesting feiert 125-Jahr-Jubiläum
St. Pölten (SPI) Als die Freiwillige Feuerwehr St. Veit vor 125
Jahren gegründet wurde, konnte sie einem Großbrand nicht viel mehr
entgegensetzen, als ihre Bereitschaft, das Eigentum oder sogar das
Leben ihrer Nachbarn zu retten. Damals war vor allem die Gefahr eines
Brandes der Grund, warum man Vorbereitungen für den Ernstfall traf.
Heute ist die Brandbekämpfung gegenüber den technischen Einsätzen
schon vielfach in den Hintergrund getreten : Pro Jahr werden in
Niederösterreich etwa achtmal mehr technische Einsätze als
Brandeinsätze durchgeführt. Die Feuerwehrmänner unserer Zeit müssen
also in immer noch ansteigenden Maße Spezialisten sein. Auch die
Ausrüstung muß diesen neuen Anforderungen angepaßt werden, erklärte
Landeshauptmann-Stellvertreter Samstag bei der 125-Jahr-Feier der
Freiwilligen Feuerwehr St. Veit an der Triesting. "Nicht dem Wandel
der Zeit unterworfen war in diesen 125 Jahren der Idealismus der
Feuerwehrmänner, die zu jeder Stunde bereit sind, zu retten, zu
bergen und zu helfen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen
viele Stunden der Freizeit geopfert werden, da nur intensive Übungen
und ständige zusätzliche Ausbildungen das notwendige Können für die
Einsätze und damit oft nicht nur die Rettung der Hilfesuchenden,
sondern auch die so wichtige eigene Sicherheit bringen", betonte
Höger.
"Unverzichtbare Grundlage ist und bleibt aber die Kameradschaft, die
ich selbst viele Jahre miterleben durfte, die mich bis heute geprägt
hat und aus der Freundschaften entwachsen sind, die ein Leben lang
halten", unterstrich der Landeshauptmann-Stellvertreter, selbst
gebürtiger St. Veiter. Diese Kameradschaft zeigt sich auch beim
Sammeln von Spenden oder dem Veranstalten von Festen bemüht, ohne die
unser Feuerwehrwesen trotz aller Förderungen nicht finanzierbar wäre
– wie auch bei uns in St. Veit : Über 10.000 freiwillige
Arbeitsstunden und 4 Millionen Schilling an von den Kameraden
eingesammelten Spenden stecken im neuen Feuerwehrhaus, für das auch
die Stadt Berndorf 6 Millionen Schilling zur Verfügung gestellt hat.
"Wenn heute immer wieder davon geredet wird, es gäbe keine
Solidarität mehr, so beweist das neue Feuerwehrhaus in St. Veit das
genaue Gegenteil", stellte Höger klar.
"Und genau deshalb kommt den Feuerwehren auch eine so große Aufgabe
weit über den Brandbekämpfungs- und Sicherheitsbereich hinaus zu :
Sie sind unverzichtbarer Teil des kommunalen Lebens, fester
Bestandteil der Identität und des Selbstverständnisses ihrer
Gemeinden und ein Hort von Kamerad- und Freundschaft, der unsere
Jugend prägt", schloß Höger.
(Schluß) nk/wb
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