Replik der Venus von Eggendorf aufgestellt

Original stammt aus dem 5. Jahrtausend v. Chr.

St.Pölten (NLK) - Die Stadtgemeinde Horn, das Höbarthmuseum, der Museumsverein und die KÖStV Waldmark Horn laden gemeinsam zu einer bemerkenswerten Feier ein: Am kommenden Freitag, 7. Mai, um 19 Uhr wird eine Replik der "Venus von Eggendorf" im Höbarthmuseum, Wiener Straße 4, in Horn enthüllt. Die Statue erinnert an die Auffindung des Originals um 1930 durch Josef Höbarth in Eggendorf am Walde, Bezirk Hollabrunn. Dabei handelt es sich um eine tönerne Frauenfigur der Lengyel-Kultur, aus 4900 bis 4300 v. Chr. stammend, mit Resten von Bemalung. Kleinplastiken spielten eine wichtige Rolle im bäuerlichen Kult. Das mit betonten weiblichen Merkmalen ausgestattete Idol war wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. Das 24 Zentimeter hohe Original ist im Museum zu finden; die Replik im Museumshof ist erheblich größer, nämlich 157 Zentimeter. Mit der Enthüllung der Replik wird auch eine Fotoausstellung über "Unbekanntes Horn" und Katharina Starks Bilder-Schau gezeigt, die vom 8. Mai bis 25. Juni täglich von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr geöffnet ist.

Das Höbarth- und Madermuseum der Stadt Horn hat von Palmsonntag bis Allerseelen täglich von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Heuer zeigt man vor allem die Schau "Idole - Kunst und Kult im Waldviertel vor 7000 Jahren". Denn vor mehr als 7000 Jahren entstanden in dieser Gegend die ersten bäuerlichen Siedlungen. Spuren langgestreckter Holzhäuser mit Dächern aus Stroh und Schilf konnten bei neueren Ausgrabungen rund um Horn, Strögen, Rosenburg und Mold nachgewiesen werden. Verzierte Tongefäße sowie geschliffene und polierte Steinwerkzeuge gehören zu den häufigsten Funden aus dieser Zeit. Die ältesten Kulturpflanzen waren Weizen, Gerste, Hirse und Hülsenfrüchte. Auch wurde Flachs angebaut, um Stoffe zu erzeugen. Als Haustiere hielten die Menschen der Jungsteinzeit Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Als Jagdgehilfe diente der Hund, der schon von alters her bekannt war. Dem religiös-kultischen Bereich zugeordnet werden menschen- und tiergestaltige Tonfiguren, im Fachjargon als "Idole" bezeichnet. Das Höbarthmuseum befaßt sich heuer besonders mit Darstellung und Interpretation der Idole. Im Katalog der Ausstellung sind die bekanntesten niederösterreichischen Idolfunde der Zeit von 6000 bis 4000 v. Chr. abgebildet. Modelle von Wohnhäusern und Kultplätzen, in Strögen, Rosenburg und Kaegg ausgegraben, und Nachbildungen einiger Geräte der jungsteinzeitlichen Bewohner des Waldviertels ergänzen die Sonderausstellung des Höbarthmuseums Horn. Der Großteil der gezeigten Originalfunde stammt aus Privatbesitz und wird hier erstmals öffentlich präsentiert.

Das Höbarthmuseum zeigt die größte urgeschichtliche Sammlung Niederösterreichs mit den ältesten von Menschenhand geschaffenen Werkzeugen, dazu einen Mammutstoßzahn, reiche Funde aus der selten belegten Mittelsteinzeit, die jungsteinzeitlichen Idole, prächtige Gefäße aus dem Hallstattgräberfeld von 90 Bestattungen aus Maiersch und anderes mehr. Dazu werden die Antikensammlung Nowak mit zahlreichen Vasen und griechischen Terrakotten sowie römische Funde, aber auch Sammlungen zur Stadtgeschichte mit einer Luther-Bibel, zur Volkskunst und zum berühmt-berüchtigten Räuber Georg Grasel präsentiert. Das angeschlossene Mader-Museum in einem eigenen Zubau stellt rund 700 landwirtschaftliche Geräte und Maschinen aus. Die Eintrittspreise: Erwachsene 35 Schilling, Gruppen ab zehn Personen 25 Schilling, Senioren 20 Schilling. Nähere Auskünfte: 02982/2372-1, Fax 02982/2372-4.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2312

Niederösterreichische Landesregierung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK