- 30.04.1999, 11:54:22
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- OTS0162
Politik/Korosec/Wien
Privatisierung kostet!
Korosec: Tarife von WIENGAS müssen auch nach der Ausgliederung der
Wr. Stadtwerke sozial gerecht bleiben.=
Wien (OTS) - Großabnehmer werden künftig mit günstigen Tarifen
belohnt. Wer allerdings Energie spart, wird über Gebühr zur Kasse
gebeten. Weder vom Umweltschutz noch von der sozialen Komponente
ist die Tarifgestaltung von WIENGAS sinnvoll, kritisiert
Volksanwältin Ingrid Korosec.****
Mindestverrechnung
"Mit Erdgas heizen, Geld sparen". Mit diesen Worten wirbt
WIENGAS - neuerdings auch im Internet - um Kunden. Was nicht
gesagt wird: Kleinabnehmer müssen künftig erheblich mehr zahlen.
Betroffen sind vor allem Mieter von Gemeindewohnungen, die bereits
an die Fernwärme angeschlossen sind. Sie brauchen Gas nur noch zum
Kochen.
Hilfe suchend wandte sich ein älteres Ehepaar aus Wien 12 an
Volksanwältin Korosec. Auf ihrer Gasrechnung für das Jahr 1997/98
finde sich - so führten sie aus - erstmals ein Posten, welchen sie
nicht zuordnen könnten. "Mindestarbeitspreis" heiße es da. Knapp S
500,-- würden hierfür in Rechnung gestellt.
Tatsächlich ergab eine Nachfrage bei den Wiener Stadtwerken,
dass seit vergangenem Jahr Kosten, die für den Ausbau und die
Erhaltung des Rohrnetzes, für das zur Verfügung stellen des
Gaszählers sowie dessen Wartung und Ablesung anfallen, von WIENGAS
auf deren Kunden überwälzt werden. Bei einem durchschnittlichen
Verbrauch, welcher 91 m3 im Jahr übersteigt, schlagen sich diese
Kosten nicht zu Buche. Wer aber Gas ausschließlich zum Kochen
verwendet, muss in Zukunft über seinen tatsächlichen Verbrauch
hinaus zahlen. Dass die Einführung dieses "Mindestarbeitspreises"
in einem Zusammenhang mit der Ausgliederung der Stadtwerke stehe,
wird im Übrigen von WIENGAS in Abrede gestellt.
Volksanwältin Korosec: "Refundierung der Mehrkosten in
allen Härtefällen!"
"Bei allem Verständnis für den Standpunkt der Wr. Stadtwerke,
wonach Fixkosten, die auch bei geringem Verbrauch anfallen,
künftig nicht mehr von der Allgemeinheit getragen werden sollen.
Gewährleistet bleiben muss - so Korosec -, dass sozial Schwache
nicht über Gebühr belastet werden. Insbesondere geht es nicht an,
dass Ausbau-, Erhaltungs- und Verwaltungskosten, welche nunmehr
als Folge der Ausgliederung von WIENGAS zu tragen sind,
unterschiedslos auf die Kunden überwälzt werden. Wasser, Gas und
Strom zählen zur Grundversorgung. Bei Zahlungsschwachen hat die
öffentliche Hand für einen Ausgleich zu sorgen. Das war schon
bisher so. Und an den Eigentumsverhältnissen hat sich durch die
Ausgliederung der Wr. Stadtwerke bekanntermaßen nichts geändert !"
Volksanwältin Korosec will es daher nicht mit einer
Hilfestellung im Einzelfall bewenden lassen. "Ich lade alle
Betroffenen ein, sich an die Volksanwaltschaft zu wenden. Ich
werde jeden einzelnen Fall persönlich an WIENGAS herantragen", so
Korosec, "und zwar ungeachtet dessen, dass der Volksanwaltschaft
seit 1999 ein Kontrollrecht der Wr. Stadtwerke vorenthalten wird".
Rückfragehinweis: Volksanwaltschaft
VA Ingrid Korosec
Singerstraße 17
1015 Wien
Tel.: (01) 515 05/131
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