• 30.04.1999, 11:16:32
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  • OTS0130

LR Bauer zur Drogenpolitik:

Aufklärung und Unterstützung wichtiger als Strafen

St.Pölten (NLK) - "Drogenpolitik darf nicht an den Toren von
Gefängnissen und der Steigerung von Strafandrohungen enden. Viel
wichtiger ist ein abgestimmtes Miteinander von Maßnahmen der
Aufklärung, der Prävention und der Verfolgung von Drogenkonsum und
Drogenkriminalität, wobei hinsichtlich der jugendlichen
Drogenkosumenten sicher der Schwerpunkt bei Hilfestellung, Aufklärung
und familienunterstützenden Maßnahmen liegen muß", stellt
Gesundheits-Landesrat Dr. Hannes Bauer anläßlich der gestrigen
Debatte in der Aktuellen Stunde des NÖ Landtages zur Drogenpolitik
fest.

Drogen und Drogenkonsum sind besonders bei Jugendlichen ein
gesellschaftliches Problemfeld, wobei die Ursachen dafür vom Streben
nach Anerkennung bis hin zur "Frustrationskompensation" aufgrund
schulischer und beruflicher Schwierigkeiten reichen. Zur Bewältigung
bestimmter Lebenssituationen nehmen Menschen Drogen - hier ist es
sicher zielführend, die Ursachen zu bekämpfen anstatt sich
ausschließlich auf die kriminellen Folgen zu konzentrieren.
"Legalisierung von Drogen kommt sicher nicht in Frage, gefordert ist
allerdings eine stärkere Beschäftigung der Drogenpolitik mit den
‚Einstiegsmechanismen‘ des Drogenkonsums. Weiters ist nicht die
Bestrafung, sondern die Vermeidung in Form von Information und
Aufklärung zu forcieren. Besonders wichtig sind auch
Vorbeugungsprojekte im direkten Lebensbereich der Jugendlichen - der
Schule, dem Freundeskreis, dem Jugendzentrum, der Familie", so Bauer.

"Ich bin jedenfalls froh, daß es nun doch zu einer Bestellung
eines NÖ Drogenkoordinators gekommen ist. Die Aufgabe des
Drogenkoordinators ist es, den Ist-Zustand zu dokumentieren, alle
Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene einerseits und zwischen den mit
Drogenpolitik beschäftigten Institutionen andererseits zu
koordinieren und sogenannte ‚Krisen-Interventionszentren‘ aufzubauen.
Gesellschaftlich sind eine Beschäftigung mit Süchtigen und Hilfe für
Drogenabhängige gefragt, bloßes ‚Wegsperren‘ und Wegschauen bekämpft
zwar die Auswirkung, trägt aber wenig zur Ursachenbekämpfung bei", so
Gesundheits-Landesrat Dr. Hannes Bauer weiter.

Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung

Pressestelle
Tel.: 02742/200-2172

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