Apothekerkammer nimmt zu Arzneimittelpreisvergleich des Ö. Bauernbundes Stellung

Durch methodische Fehler sind zentrale Aussagen der Studie unrichtig.

Wien (OTS) - Der Leiter der wirtschafts- und finanzpolitischen Abteilung der Österr. Apothekerkammer, Mag. Martin Traxler, nimmt zu einer Studie über die Arzneimittelpreise Stellung. Die Studie wurde von der Jungbauernschaft des Österreichischen Bauernbundes erstellt und ist heute Anlaß für einen Beitrag in der ORF-Sendung Schilling.

Mag. Traxler: "Die Studie weist mehrere methodische Mängel auf und hält einer wissenschaftlichen Überprüfung in keiner Weise stand. Die zentralen Aussagen können somit als unrichtig bezeichnet werden."

Traxler nennt einige Grundlagen der Studie, die diese grob verzerren: "Als Datenmaterial, von dem hochgerechnet wurde, wurden nur 100 - von insgesamt 10.000 - in Österreich zugelassenen Medikamenten aus den Daten der Krankenversicherung der Bauern herangezogen. Eine weitere Grundlage der Studie sind EUDRAMAT-Daten. Diese Datenbanken wurden von der EU aufgestellt und wegen fehlerhafter Daten zurückgezogen. Die Fehler gehen dabei soweit, daß der Wirkstoff ASS, also der Wirkstoff von Medikamenten wie Aspro, Aspirin etc., nach der Studie überhaupt nur in Österreich und sonst nirgends in Europa erhältlich sei, was natürlich völliger Unsinn ist."

Traxler: "Das sind nur einige Unzulänglichkeiten der Studie. Die Apothekerkammer schließt sich aber im Interesse der Konsumenten der politischen Forderung der Studienautoren nach einer Senkung der Umsatzsteuer für Medikamente an. Diese ist in Österreich mit 20% im Europavergleich besonders hoch. Es ist auch nicht einzusehen, warum z.B. in Österreich für Schlagobers nur 10% Ust zu bezahlen ist, für lebensnotwendige und lebensrettende Medikamente aber 20%.

Traxler verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie des Industriewissenschaftlichen Institutes an der Wirtschaftsuniversität Wien. Diese wissenschaftliche Studie zeigt, daß Österrich gemeinsam mit Spanien, Griechenland und Frankreich das Land mit den billigsten Medikamenten in einem EU-weiten Vergleich ist. Diese Studie belegt auch, daß die hohe Qualität des österreichischen Gesundheitssystems und die umfangreichen Leistungen der Apotheker zu einer sparsamen Verwendung von Arzneimitteln führen. Der Verbrauch von Medikamenten liegt in Österreich bei jährlich 18 Packungen pro Person und ist damit deutlich geringer, als in den Niedrigpreisländern, wie z.B. Frankreich mit 51 Packungen pro Jahr und Person.

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