LR Bauer: Drei Länder - ein Ziel: Projekt EUREGIO

Regionalverband Europaregion Weinviertel gründet grenzüberschreitenden Regionenverbund mit Südmähren und Westslowakei

St. Pölten, (SPI) - "Das Weinviertel als Grenzgebiet zu Mittel- und Osteuropa leidet auch 10 Jahre nach Fall des Eisernen Vorhanges nach wie vor an der peripheren Lage der wirtschaftlichen und regionalökonomischen Entwicklungen. Mit der Neuorientierung Europas bietet sich für das Weinviertel die Chance, als Grenzregion sich aktiv mit den Nachbarregionen in Südmähren und der Westslowakei zu entwickeln. Ein engeres Zusammenrücken und eine Koordination und Kooperation in gemeinsamen Fragen ist für Grenzregionen unerläßlich. Das Weinviertel mit seiner nahezu 200 km langen Außengrenze zu Tschechien und der Slowakei ist dabei besonders gefordert", stellt der Vorsitzende der Europaregion Weinviertel, Landesrat Dr. Hannes Bauer, anläßlich der Präsentation des grenzüberschreitenden Regionenverbundes mit Südmähren und der Westslowakei im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien heute fest.****

Der Regionalverband Europaregion Weinviertel hat im Dezember 1997 mit dem Verband der Städte und Gemeinden Südmährens und dem Verband der Städte und Gemeinden der Zahorie in der Westslowakei ein Übereinkommen zum Aufbau einer Drei-Länder-EUREGIO unterzeichnet. EUREGIOs sind grenzüberschreitende Netzwerke und Organisationen. EUREGIOs haben gerade in der Zusammenarbeit mit den Reformstaaten im Rahmen der EU-Grenzregionenprogramme INTERREG und PHARE die Entwicklung der Grenzregionen besonders gefördert.

"Bis zum Jahr 2000 werden gerade für grenzüberschreitende Aktivitäten und für Grenzregionen wesentlich mehr Fördermittel zur Verfügung stehen als bisher. Das Weinviertel ist zudem als Ziel 2-Regionalfördergebiet gemeinsam mit dem Waldviertel bereits fix. Im EU-Programm 2000 - 2006 sind 350 Mio. Euro für die drei Gemeinschaftsinitiativen (INTERREG, LEADER und EQUAL) vorgesehen. Mindestens 50 % der Mittel werden für die Gemeinschaftsinitiative INTERREG verwendet werden. Um für das kommende Interreg-IIIA-Programm gerüstet zu sein, werden in den nächsten Monaten einzelne Arbeitsgruppen für Bereiche Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus, Kultur und Umwelt gebildet, die grenzüberschreitende Leitprojekte für das Weinviertel erarbeiten werden und damit die "EUREGIO Weinviertel" als tragende Säule grenzüberschreitender Projekte im Weinviertel positionieren sollen", umreißt Landesrat Hannes Bauer die klare Zielsetzung.

1999 sind rund 160 Mio. Schilling aus den Interreg-Mitteln in Niederösterreich bereits in den Projekten gebunden. Damit ist das Programm ausgeschöpft. "Für die folgenden Jahre gilt es nun, entsprechende Initiativen vorzubereiten und damit die Forderungen des Weinviertels sowie der Regionen diesseits und jenseits der Grenze rechtzeitig zu positionieren", so EUREGIO-Vorsitzender Bauer.

Folgende Schwerpunktsetzungen sind bereits akkordiert:

Ausbau der Straßenverkehrsinfrastruktur und der Grenzübergänge - die ersten gemeinsamen Schritte wurden in der gemeinsamen Abstimmungen zum Ausbau der Straßenverkehrsinfrastruktur mit den Nachbarregionen erzielt. Dazu zählen
- A5 Nordautobahn von Wien - Poysdorf - Mikulov - Brünn, Festlegung des Trassenkorridors mit hochrangigen Anbindungen nach Laa a.d. Thaya und zum Grenzübergang Reintal weiter Richtung Breclav
- Weinviertler Schnellstraße, Verbindung Stockerau - Hollabrunn -Kleinhaugsdorf - Znaim als kreuzungsfreie Schnellstraße
- Neutrassierung der B8 "Wagramer Straße" von Wien - Deutsch Wagram -Straßhof - Gänserndorf - Angern (und einer Brücke Richtung Malacky) - Brücke Hohenau - Moravsky Jan weiter Richtung Senica, Skalica, Hodonin
- Fähre Angern - Zahorska Ves
- Radwegbrücke Marchegg - Devinska Nova Ves
- Fähre Devin - Hainburg a.d. Donau

Tourismusprojekte
- Entlang Thaya und March sind derzeit die Radwege in Fertigstellung. Diese werden mit den Radwegkonzepten in Tschechien und der Slowakei verknüpft. Der Kamp-Thaya-March-Radweg wird am 20. Juni 1999 eröffnet.
Weitere Schwerpunkte sind:

EUREGIO-Service-Stelle Weinviertel
Im Weinviertel Management ist eine EUREGIO-Service-Stelle eingerichtet worden. Hier erhalten Projektinteressierte wichtige Informationen über Projekte sowie über Ansprechstellen in den Nachbarländern. Es werden Kontakte hergestellt, Partner und Projekte koordiniert. Über 80 Partnerorganisationen aus den Bereichen Wirtschaft und Regionalentwicklung, Landwirtschaft, Umwelt und Energie werden via Telekommunikation miteinander verknüpft.

EUREGIO-Kleinprojektefonds - "Festival der regionalen Begegnungen" Mit dem EUREGIO Kleinprojektefonds sollen Vorhaben unterstützt werden, die das persönliche Kennenlernen von Personen und Projektgruppen und das Entdecken von Gemeinsamkeiten für weitergehende grenzüberschreitende Projekte bringen, die wesentlich zur Entwicklung des Verständnisses über die Grenzregionen beitragen. Der Fonds ist mit S 600.000,-- dotiert. Die nächste Ausschreibungsrunde endet am 7. Juni 1999.
In der ersten Einreichrunde wurden bereits 12 Projekte mit einem Fördervolumen von S 413.000,-- genehmigt. Die Projekte lassen sich unter dem Stichwort "Festival der regionalen Begegnungen" zusammenfassen, die aus Anlaß "10 Jahre Offene Grenze" durchgeführt werden. Beispielhaft seien hier erwähnt ein Symposium zum Weidenflechten (Reaktivierung eines traditionellen Handwerks), eine Dreiländer-Weinkost in Poysdorf, ein Grenzlandsingen in Hohenau, Theateraufführungen, eine Wanderfotoausstellung über den Zeitraum 1920 bis 1989 und die Entwicklung in der österreich-slowakischen Grenzregion anhand von Fotos dokumentiert.

Treffen von "Ost-West-EUREGIOS" im Weinviertel
Für die 2. Oktoberhälfte plant die Europaregion Weinviertel in Zusammenarbeit mit der EU-Geschäftsstelle des Landes NÖ ein Treffen von Euregio-Verbänden und Regionalmanagements an den EU-Außengrenzen aus dem In- und Ausland. Anhand von Beispielen von funktionierenden Ost-Euregios sollen die Erfahrungen in die österreichischen Euregio-Konzepte einfließen. Die EUREGIO Weinviertel - Südmähren -Westslowakei möchte hier eine Plattform bieten.

Daten über die EUREGIO Weinviertel - Südmähren - Westslowakei

Die Drei-Länder-EUREGIO Weinviertel - Südmähren - Westslowakei umfaßt die Bezirke Gänserndorf, Mistelbach, Hollabrunn und Korneuburg im Weinviertel. In Südmähren sind es die Bezirke Znojmo, Breclav, Hodonin, in der Slowakei die Bezirke Malacky, Senica, Skalica. In der geplanten EUREGIO leben rund 650.000 Menschen.

Folgende Partner arbeiten in dem EUREGIO-Konzept:

Regionalverband Europaregion Weinviertel
Vorsitzender, Landesrat Dr. Hannes Bauer, Vors.-Stv. BR Mag. Karl Wilfing

Operative Durchführung:
Dipl.-Ing. Hermann Hansy, Mag. Martina Schneider, Weinviertel Management
2225 Zistersdorf, Hauptstraße 25, Telefon: 0043 2532/2818

Das Land Niederösterreich und die EU fördern den Aufbau der EUREGIO Weinviertel und die Entwicklung des Rahmenprogrammes. Das Weinviertel Management ist auch als beratendes Organ für das Land Niederösterreich im Kleinprojektefondsbeirat in Südmähren vertreten.

Verband der Städte und Gemeinden Südmährens
(Sdruzeni mest a obce Jizni Moravy)
Vorsitzender Bürgermeister Mag. Miroslav Ondrus, Breclav

Koordinierung:
Regionale Entwicklungsagentur Südmährens (RRA JM)
Dr. Petr Bajer, CZ-64804 Brno, Vystaviste 1, Telefon: 00420 5 4115 95 44

Die Regionale Entwicklungsagentur Südmährens wurde vom Verband der Städte und Gemeinden Südmährens gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Brünn gegründet. Aktivitäten: Bearbeitung eines regionalen Entwicklungskonzeptes, Durchführung und Betreuung des Fonds für Kleine Projekte.

Verband der Städte und Gemeinden der Region Zahorie/Westslowakei (Zdruzenie miest a obce Zahoria)
Vorsitzender Bürgermeister Ing. Michal Srholec, Skalica

Durchführung:
Jan Hladik, Inforeg Zahorie, SK-90051 Zohor, Telefon: 00421/765 96 15 52

Im April 1999 wurde beim slowakischen Innenministerium die "EUREGIO Zahorie" eingereicht. Damit werden die Voraussetzungen für die Förderung der lokalen Service-Einrichtungen in der Westslowakei und die Vorbereitungen für den Kleinprojektefonds geschaffen.
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