• 28.04.1999, 11:05:01
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  • OTS0131

LR Bauer: Drei Länder - ein Ziel: Projekt EUREGIO

Regionalverband Europaregion Weinviertel gründet grenzüberschreitenden Regionenverbund mit Südmähren und Westslowakei

St. Pölten, (SPI) - "Das Weinviertel als Grenzgebiet zu Mittel- und
Osteuropa leidet auch 10 Jahre nach Fall des Eisernen Vorhanges nach
wie vor an der peripheren Lage der wirtschaftlichen und
regionalökonomischen Entwicklungen. Mit der Neuorientierung Europas
bietet sich für das Weinviertel die Chance, als Grenzregion sich
aktiv mit den Nachbarregionen in Südmähren und der Westslowakei zu
entwickeln. Ein engeres Zusammenrücken und eine Koordination und
Kooperation in gemeinsamen Fragen ist für Grenzregionen unerläßlich.
Das Weinviertel mit seiner nahezu 200 km langen Außengrenze zu
Tschechien und der Slowakei ist dabei besonders gefordert", stellt
der Vorsitzende der Europaregion Weinviertel, Landesrat Dr. Hannes
Bauer, anläßlich der Präsentation des grenzüberschreitenden
Regionenverbundes mit Südmähren und der Westslowakei im Rahmen einer
Pressekonferenz in Wien heute fest.****

Der Regionalverband Europaregion Weinviertel hat im Dezember 1997 mit
dem Verband der Städte und Gemeinden Südmährens und dem Verband der
Städte und Gemeinden der Zahorie in der Westslowakei ein
Übereinkommen zum Aufbau einer Drei-Länder-EUREGIO unterzeichnet.
EUREGIOs sind grenzüberschreitende Netzwerke und Organisationen.
EUREGIOs haben gerade in der Zusammenarbeit mit den Reformstaaten im
Rahmen der EU-Grenzregionenprogramme INTERREG und PHARE die
Entwicklung der Grenzregionen besonders gefördert.

"Bis zum Jahr 2000 werden gerade für grenzüberschreitende Aktivitäten
und für Grenzregionen wesentlich mehr Fördermittel zur Verfügung
stehen als bisher. Das Weinviertel ist zudem als Ziel
2-Regionalfördergebiet gemeinsam mit dem Waldviertel bereits fix. Im
EU-Programm 2000 - 2006 sind 350 Mio. Euro für die drei
Gemeinschaftsinitiativen (INTERREG, LEADER und EQUAL) vorgesehen.
Mindestens 50 % der Mittel werden für die Gemeinschaftsinitiative
INTERREG verwendet werden. Um für das kommende Interreg-IIIA-Programm
gerüstet zu sein, werden in den nächsten Monaten einzelne
Arbeitsgruppen für Bereiche Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus,
Kultur und Umwelt gebildet, die grenzüberschreitende Leitprojekte für
das Weinviertel erarbeiten werden und damit die "EUREGIO Weinviertel"
als tragende Säule grenzüberschreitender Projekte im Weinviertel
positionieren sollen", umreißt Landesrat Hannes Bauer die klare
Zielsetzung.

1999 sind rund 160 Mio. Schilling aus den Interreg-Mitteln in
Niederösterreich bereits in den Projekten gebunden. Damit ist das
Programm ausgeschöpft. "Für die folgenden Jahre gilt es nun,
entsprechende Initiativen vorzubereiten und damit die Forderungen des
Weinviertels sowie der Regionen diesseits und jenseits der Grenze
rechtzeitig zu positionieren", so EUREGIO-Vorsitzender Bauer.

Folgende Schwerpunktsetzungen sind bereits akkordiert:

Ausbau der Straßenverkehrsinfrastruktur und der Grenzübergänge - die
ersten gemeinsamen Schritte wurden in der gemeinsamen Abstimmungen
zum Ausbau der Straßenverkehrsinfrastruktur mit den Nachbarregionen
erzielt. Dazu zählen
- A5 Nordautobahn von Wien - Poysdorf - Mikulov - Brünn, Festlegung
des Trassenkorridors mit hochrangigen Anbindungen nach Laa a.d. Thaya
und zum Grenzübergang Reintal weiter Richtung Breclav
- Weinviertler Schnellstraße, Verbindung Stockerau - Hollabrunn -
Kleinhaugsdorf - Znaim als kreuzungsfreie Schnellstraße
- Neutrassierung der B8 "Wagramer Straße" von Wien - Deutsch Wagram -
Straßhof - Gänserndorf - Angern (und einer Brücke Richtung Malacky)
- Brücke Hohenau - Moravsky Jan weiter Richtung Senica, Skalica,
Hodonin
- Fähre Angern - Zahorska Ves
- Radwegbrücke Marchegg - Devinska Nova Ves
- Fähre Devin - Hainburg a.d. Donau

Tourismusprojekte
- Entlang Thaya und March sind derzeit die Radwege in Fertigstellung.
Diese werden mit den Radwegkonzepten in Tschechien und der Slowakei
verknüpft. Der Kamp-Thaya-March-Radweg wird am 20. Juni 1999
eröffnet.
Weitere Schwerpunkte sind:

EUREGIO-Service-Stelle Weinviertel
Im Weinviertel Management ist eine EUREGIO-Service-Stelle
eingerichtet worden. Hier erhalten Projektinteressierte wichtige
Informationen über Projekte sowie über Ansprechstellen in den
Nachbarländern. Es werden Kontakte hergestellt, Partner und Projekte
koordiniert. Über 80 Partnerorganisationen aus den Bereichen
Wirtschaft und Regionalentwicklung, Landwirtschaft, Umwelt und
Energie werden via Telekommunikation miteinander verknüpft.

EUREGIO-Kleinprojektefonds - "Festival der regionalen Begegnungen"
Mit dem EUREGIO Kleinprojektefonds sollen Vorhaben unterstützt
werden, die das persönliche Kennenlernen von Personen und
Projektgruppen und das Entdecken von Gemeinsamkeiten für
weitergehende grenzüberschreitende Projekte bringen, die wesentlich
zur Entwicklung des Verständnisses über die Grenzregionen beitragen.
Der Fonds ist mit S 600.000,-- dotiert. Die nächste
Ausschreibungsrunde endet am 7. Juni 1999.
In der ersten Einreichrunde wurden bereits 12 Projekte mit einem
Fördervolumen von S 413.000,-- genehmigt. Die Projekte lassen sich
unter dem Stichwort "Festival der regionalen Begegnungen"
zusammenfassen, die aus Anlaß "10 Jahre Offene Grenze" durchgeführt
werden. Beispielhaft seien hier erwähnt ein Symposium zum
Weidenflechten (Reaktivierung eines traditionellen Handwerks), eine
Dreiländer-Weinkost in Poysdorf, ein Grenzlandsingen in Hohenau,
Theateraufführungen, eine Wanderfotoausstellung über den Zeitraum
1920 bis 1989 und die Entwicklung in der österreich-slowakischen
Grenzregion anhand von Fotos dokumentiert.

Treffen von "Ost-West-EUREGIOS" im Weinviertel
Für die 2. Oktoberhälfte plant die Europaregion Weinviertel in
Zusammenarbeit mit der EU-Geschäftsstelle des Landes NÖ ein Treffen
von Euregio-Verbänden und Regionalmanagements an den EU-Außengrenzen
aus dem In- und Ausland. Anhand von Beispielen von funktionierenden
Ost-Euregios sollen die Erfahrungen in die österreichischen
Euregio-Konzepte einfließen. Die EUREGIO Weinviertel - Südmähren -
Westslowakei möchte hier eine Plattform bieten.

Daten über die EUREGIO Weinviertel - Südmähren - Westslowakei

Die Drei-Länder-EUREGIO Weinviertel - Südmähren - Westslowakei umfaßt
die Bezirke Gänserndorf, Mistelbach, Hollabrunn und Korneuburg im
Weinviertel. In Südmähren sind es die Bezirke Znojmo, Breclav,
Hodonin, in der Slowakei die Bezirke Malacky, Senica, Skalica. In der
geplanten EUREGIO leben rund 650.000 Menschen.

Folgende Partner arbeiten in dem EUREGIO-Konzept:

Regionalverband Europaregion Weinviertel
Vorsitzender, Landesrat Dr. Hannes Bauer, Vors.-Stv. BR Mag. Karl
Wilfing

Operative Durchführung:
Dipl.-Ing. Hermann Hansy, Mag. Martina Schneider, Weinviertel
Management
2225 Zistersdorf, Hauptstraße 25, Telefon: 0043 2532/2818

Das Land Niederösterreich und die EU fördern den Aufbau der EUREGIO
Weinviertel und die Entwicklung des Rahmenprogrammes. Das Weinviertel
Management ist auch als beratendes Organ für das Land
Niederösterreich im Kleinprojektefondsbeirat in Südmähren vertreten.

Verband der Städte und Gemeinden Südmährens
(Sdruzeni mest a obce Jizni Moravy)
Vorsitzender Bürgermeister Mag. Miroslav Ondrus, Breclav

Koordinierung:
Regionale Entwicklungsagentur Südmährens (RRA JM)
Dr. Petr Bajer, CZ-64804 Brno, Vystaviste 1, Telefon: 00420 5 4115 95
44

Die Regionale Entwicklungsagentur Südmährens wurde vom Verband der
Städte und Gemeinden Südmährens gemeinsam mit der Wirtschaftskammer
Brünn gegründet. Aktivitäten: Bearbeitung eines regionalen
Entwicklungskonzeptes, Durchführung und Betreuung des Fonds für
Kleine Projekte.

Verband der Städte und Gemeinden der Region Zahorie/Westslowakei
(Zdruzenie miest a obce Zahoria)
Vorsitzender Bürgermeister Ing. Michal Srholec, Skalica

Durchführung:
Jan Hladik, Inforeg Zahorie, SK-90051 Zohor, Telefon: 00421/765 96 15
52

Im April 1999 wurde beim slowakischen Innenministerium die "EUREGIO
Zahorie" eingereicht. Damit werden die Voraussetzungen für die
Förderung der lokalen Service-Einrichtungen in der Westslowakei und
die Vorbereitungen für den Kleinprojektefonds geschaffen.
(Schluß) fa

Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ

Tel: 02742/200

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