• 23.04.1999, 11:08:09
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  • OTS0132

Verlängert bis 24. Mai Eine gefährliche Stelle Berühmte Ansichten aus 60 Provinzen von Ando Hiroshige

Ort: MAK-Kunstblättersaal
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst
Stubenring 5, A-1010 Wien
Ausstellungsdauer: 9. März - 24. Mai 1999
Öffnungszeiten: Di - So 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 21.00 Uhr, Mo geschlossen

Wien (OTS) - Aufgrund des regen Interesses verlängert das MAK die
Ausstellung Eine gefährliche Stelle. Berühmte Ansichten aus 60
Provinzen von Ando Hiroshige bis 24. Mai 1999 (Pfingstmontag).

Von allen ausgestellten Farbholzschnitten können Postkarten (öS
15,--) sowie Farbdrucke (öS 120,--) auf Japanpapier erworben werden.
Ab Mai w= ird es auch einen Katalog in Form einer CD-ROM für Windows
und MAC (öS 300.-) geben.

Ando Hiroshige (1797-1858) war einer der bedeutendsten
Landschaftskünstler der späten Edo-Periode. Das MAK zeigt vom 9. März
bis 25. April 1999 im Kunstblättersaal eine seiner wichtigsten
Holzschnittfolgen: die von 1853 bis 1856 in Edo (Tokyo)
veröffentlichte Farbholzschnittserie der Berühmten Ansichten aus 60
Provinzen. Die Präsentation der 69 Holzschnitte bietet die seltene
Gelegenheit die Serie in ihrer Gesamtheit betrachten zu können.

Von Hiroshige sind vor allem große Landschaftsserien zu den
Poststationen des Tokaido sowie Illustrationen zahlreicher
Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Edo bekannt. Im Vergleich zu seinen
Zeitgenossen war Hiroshige jener Künstler, der den immer
stärkerwerdenden westlichen Einfluß in die
Landschaftsinterpretationen aufnahm und so zu einem eigenen, das Auge
überraschenden Stil fand. Vor allem das effektvolle Nebeneinander von
tiefer Raumperspektive und großformatigen, flächigen Details am
vorderen Bildrand beeindruckte nicht nur seine Zeitgenossen, sondern
hatte auch großen Einfluß auf die Entwicklung der europäischen
Moderne.

Die Berühmten Ansichten aus den 60 Provinzen führen wie in einem
großen Panorama durch Japan, zeigen den Alltag und die
Sehenswürdigkeiten entlang der großen Handels- und Pilgerwege.

Ando Hiroshige begann diese Serie im Jahr bevor Commander Perry
mit seinen schwarzen Kanonenbooten in die Bucht von Edo einfuhr. Das
Ende des "alten Japan" war zu dieser Zeit schon für viele absehbar.
In d= iesem Sinne muß man die Berühmten Ansichten aus den 60
Provinzen auch als einen Versuch sehen, nochmals ein Bild Japans
festzuhalten, dessen radikale Veränderung sich längst abzeichnete.

Die Landschaftsinterpretation kann als Hiroshiges Lebensthema
betrachtet werden. Seine umfangreichen Zyklen werden in Variationen
öfters aufgelegt, wahrscheinlich auch unter dem ständigen Verlangen
seiner Verleger nach neuen, sich gut verkaufenden Holzschnitten. In
der Zeit nach 1850 schuf Ando Hiroshige zwei große Serien mit
teilweise gewagten Bildkompositionen. Dies sind die im MAK
ausgestellte Serie Berühmter Ansichten aus den 60 Provinzen
(1853-1856) sowie eine völlige Neuinterpretation der Hundert
berühmten Ansichten in Edo (1856-1858).

In beiden Serien führt er den Betrachter nochmals durch die
abwechslungsreichen Landschaften und Orte Japans, freilich
idealisierend und all jene Probleme ausklammernd, die Japan damals
beherrschten. Das Thema der Berühmten Ansicht beruht auf einem Ideal.
Es lag nicht in der Freiheit des Künstlers einen berühmten Ort neu zu
erfinden. Die "Malerei der berühmten Ansichten" (meisho-e) hat ihre
Wurzeln in der Reiseliteratur des 17. und 18. Jahrhunderts, die
ihrerseits wiederum berühmte historische Gedichte zum Vorbild nimmt.
Die Übertragung der Literatur in das Bild und deren populäre
Verbreitung durch die Holzschnittechnik war dem 19. Jahrhundert
vorbehalten. Zum letzten Mal in der Geschichte des japanischen
Farbholzschnittes gelingt es Ando Hiroshige die Poesie in der
Landschaft anzudeuten.1858 stirbt Hiroshige in Edo während einer
Choleraepidemie. In Japan selbst erlebt sein Werk noch zahlreiche
Neuauflagen, Schüler, die seinen Namen annehmen, versuchen die
Tradition fortzusetzen.

Japanische Farholzschnitte sind in Europa seit dem 2. Viertel des
19. Jahrhunderts bekannt, werden aber von der Kunst nicht beachtet.
Erst Hiroshiges Landschaftsdrucke geben in den siebziger Jahren den
entscheidenden Anstoß. Künstler wie James Abbott M. Whistler, Eduard
Manet, Claude Monet, Paul Gaugin, Vincent van Gogh und viele andere
erkennen die Gestaltungskraft seiner Farbholzschnitte, sammeln diese
und bekommen entscheidende Impulse für ihr eigenes Schaffen. Der
Beginn der europäischen Moderne verleugnet seine Wurzeln im
Japanischen nicht - Ando Hiroshige gehört zu den ersten wirklich
"internationalen" Künstlern.

Pressedaten

Eine gefährliche Stelle
Berühmte Ansichten aus 60 Provinzen von
Ando Hiroshige

Ort MAK-Kunstblättersaal
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst,
Stubenring 5, A-1010 Wien

Ausstellungsdauer 9. März - 24. Mai 1999

ÖffnungszeitenDi - So 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 21.00 Uhr, Mo geschlossen

MAK-Kurator Johannes Wieninger
Mitarbeit Andrea Pospichal

Führungen Donnerstag, 11. 3. 1999, 19.00 Uhr
Mittwoch, 17. 3. 1999, 15.00 Uhr
(am Mittwoch im Rahmen des Seniorenprogramms,
Gesamtpreis öS 95.-, Anmeldung erforderlich,
Tel. 711 36-298)
Sonderführungen nach Voranmeldung:
Gabriele Fabiankowitsch, Tel. 711 36-298

Feiertage 1. 5. Staatsfeiertag geschlossen
13. 5. Christi Himmelfahrt 10.00 - 21.00 Uhr
23. 5. Pfingstsonntag10.00 - 18.00 Uhr
24. 5. Pfingstmontag10.00 - 18.00 Uhr

Freier Eintritt 16. 5.Internationaler Museumstag

MAK-Eintritt öS 90.-/öS 45.- ermäßigt für Schüler, Studenten,
gesamt Senioren ab 60, Soldaten, Gruppen ab 10 Personen.
Freier Eintritt für Kinder bis 10, Mitglieder der MAK
ART SOCIETY, Studenten der Universität für angewandte
Kunst, Museumspaß, Arbeitslose, österr. Schulklassen.

Infohotline +43-1-712 80 00

Presse und Rückfragehinweis: Dorothea Apovnik
Tel. +43-1-711 36-233
Fax +43-1-711 36-227
e-mail: [email protected]

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VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

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