• 20.04.1999, 16:08:26
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  • OTS0196

Erster Erfolg für Betriebsräte im OMV-Gaskonflikt

Betriebsräte in Entscheidungen voll eingebunden

Wien (Gewerkschaft Metall – Bergbau – Energie, Gewerkschaft der
Privatangestellten - Sektion Industrie und Gewerbe, Gewerkschaft
der Chemiearbeiter/ÖGB). "An der Position der
Belegschaftsvertretung hat sich nichts geändert: Wir lehnen
Ausgliederungen ab, weil sie die Einheit der OMV und somit die
Arbeitsplätze des Unternehmens gefährden." Leopold Abraham,
Vorsitzender des Zentralbetriebsrates der OMV AG, hat in der
gestrigen OMV-Aufsichtsratssitzung wiederholt seine grundsätzliche
Einstellung gegen eine Ausgliederung des Gasbereichs aus der OMV
AG bekräftigt. Eine Entscheidung über die Zukunft des Gasgeschäfts
der OMV AG wurde in der gestrigen Aufsichtsratssitzung nicht
gefällt. ++++

"Es ist ein erster Erfolg, dass man die vorliegenden Strategien,
von Stand Allone bis Ausgliederung, in acht Optionen
zusammengefasst hat. Ein eingesetzter Projektausschuss wird die
Details der Gasstrategie überprüfen." Die drei Vertreter der
Belegschaft im Projektausschuss, allen voran Abraham, werden die
Vorschläge im Hinblick auf die Auswirkungen auf die
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überprüfen. "Nun können die
Vor- und Nachteile aller Vorschläge genau analysiert werden", sagt
Leopold Abraham. "Wir werden weiterhin sehr wachsam sein, die
Diskussion über eine Ausgliederung ist noch nicht vom Tisch."

Die Arbeitnehmervertreter haben sich gestern auch gegen
Veränderungen in der Geschäftsverteilung ausgesprochen – die
Gaskompetenz liegt nun bei Generaldirektor Schenz. "Zu guter letzt
ist das aber nicht unsere Aufgabe", sagt Abraham. Um eine gute
Basis für die weiteren Verhandlungen zu signalisieren habe man
aber der Entscheidung zugestimmt.

Was die bevorstehenden Liberalisierung des Gasmarktes betrifft,
wären erst einmal die Auswirkungen auf Österreich zu prüfen, sagte
Abraham: "Man muss auch überlegen, ob Ausgliederungen überhaupt
notwendig sind oder ob man sich nicht auch Partner im Inland
suchen kann." Auf dem österreichischen Markt gebe noch viele
Gestaltungsmöglichkeiten, zum Beispiel die Zusammenarbeit von OMV
und Landesferngesellschaften. Derzeit sehe Abraham auch kein
Wachstumspotenzial in einem größeren Ausmaß; "an die ganzen großen
Gasplayer wird die OMV auch mit einer Ausgliederung nicht
herankommen."

Auch die Politik sei gefragt, betont Abraham. Es könne nicht sein,
dass von der Bundesregierung und den verantwortlichen Politikern
immer nur von Arbeitsplatzsicherung geredet werde, "ohne dass man
versucht, sie im eigenen Haus durchzuführen", sagt Abraham. (Bac-)

ÖGB, 20. April 1999 Nr. 173

Rückfragen:
Nani Kauer, Metaller Presse, 01- 501 46 242
Axel Maier, GPA Sektion Industrie und Gewerbe, 0664/256 05 58

Rückfragehinweis: Metaller-Presse

Nani Kauer
Tel. (01) 501 46/242 Dw.
GPA/Sektion Industrie und Gewerbe
Axel Maier
Tel. 0664/256 05 58

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