Erster Erfolg für Betriebsräte im OMV-Gaskonflikt

Betriebsräte in Entscheidungen voll eingebunden

Wien (Gewerkschaft Metall – Bergbau – Energie, Gewerkschaft der Privatangestellten - Sektion Industrie und Gewerbe, Gewerkschaft
der Chemiearbeiter/ÖGB). "An der Position der Belegschaftsvertretung hat sich nichts geändert: Wir lehnen Ausgliederungen ab, weil sie die Einheit der OMV und somit die Arbeitsplätze des Unternehmens gefährden." Leopold Abraham, Vorsitzender des Zentralbetriebsrates der OMV AG, hat in der gestrigen OMV-Aufsichtsratssitzung wiederholt seine grundsätzliche Einstellung gegen eine Ausgliederung des Gasbereichs aus der OMV
AG bekräftigt. Eine Entscheidung über die Zukunft des Gasgeschäfts der OMV AG wurde in der gestrigen Aufsichtsratssitzung nicht gefällt. ++++

"Es ist ein erster Erfolg, dass man die vorliegenden Strategien,
von Stand Allone bis Ausgliederung, in acht Optionen
zusammengefasst hat. Ein eingesetzter Projektausschuss wird die Details der Gasstrategie überprüfen." Die drei Vertreter der Belegschaft im Projektausschuss, allen voran Abraham, werden die Vorschläge im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überprüfen. "Nun können die Vor- und Nachteile aller Vorschläge genau analysiert werden", sagt Leopold Abraham. "Wir werden weiterhin sehr wachsam sein, die Diskussion über eine Ausgliederung ist noch nicht vom Tisch."

Die Arbeitnehmervertreter haben sich gestern auch gegen Veränderungen in der Geschäftsverteilung ausgesprochen – die Gaskompetenz liegt nun bei Generaldirektor Schenz. "Zu guter letzt ist das aber nicht unsere Aufgabe", sagt Abraham. Um eine gute
Basis für die weiteren Verhandlungen zu signalisieren habe man
aber der Entscheidung zugestimmt.

Was die bevorstehenden Liberalisierung des Gasmarktes betrifft, wären erst einmal die Auswirkungen auf Österreich zu prüfen, sagte Abraham: "Man muss auch überlegen, ob Ausgliederungen überhaupt notwendig sind oder ob man sich nicht auch Partner im Inland
suchen kann." Auf dem österreichischen Markt gebe noch viele Gestaltungsmöglichkeiten, zum Beispiel die Zusammenarbeit von OMV und Landesferngesellschaften. Derzeit sehe Abraham auch kein Wachstumspotenzial in einem größeren Ausmaß; "an die ganzen großen Gasplayer wird die OMV auch mit einer Ausgliederung nicht herankommen."

Auch die Politik sei gefragt, betont Abraham. Es könne nicht sein, dass von der Bundesregierung und den verantwortlichen Politikern immer nur von Arbeitsplatzsicherung geredet werde, "ohne dass man versucht, sie im eigenen Haus durchzuführen", sagt Abraham. (Bac-)

ÖGB, 20. April 1999 Nr. 173

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