- 15.04.1999, 11:03:18
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3.400 Arbeitsplätze durch Zerschlagung der OMV bedroht
Betriebsrat und Gewerkschaften kündigen Proteste und Kampfmaßnahmen an
Wien (Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie, Gewerkschaft der
Privatangestellten, Gewerkschaft der Chemiearbeiter/ÖGB). Die
geplante Umstrukturierung der OMV AG, insbesondere im Gasbereich,
ruft heftige Reaktionen der Belegschaftsvertreter und zuständigen
Gewerkschaften hervor. Leopold Abraham, Vorsitzender des
Zentralbetriebsrats der OMV AG, befürchtet die Zerschlagung des
gesamten Unternehmens innerhalb der nächsten Jahre. ++++
"Wie werden diesen Kampf bis zum bitteren Ende durchziehen",
bekräftigte Abraham in einer Versammlung der OMV-Betriebsräte
heute, Donnerstag vormittag in Gänserndorf. Die geplante
Auslagerung des Gasbereichs aus der OMV AG stößt auf heftigen
Widerstand sowie größte Befürchtungen seitens der mehr als 3.000
Beschäftigten. Der bisher immer gewinnbringende Gasbereich der OMV
AG - 1998 lag der Betriebserfolg bei über einer Milliarde
Schilling - soll angesichts der Liberalisierung des Gasmarkts in
Österreich ausgelagert werden. "Das Gasgeschäft der OMV AG macht
den Großteil der für Investitionen notwendigen Gewinne aus. Wenn
dieses Geld nicht mehr zur Verfügung steht, weil der Gasbereich
als Holding privatisiert werden soll, bedeutet das durch die
nötige Aufnahme von ausländischem Kapital das Ende eines großen
österreichischen Unternehmens", sagt Abraham. Abraham befürchtet
nicht nur die Gefährdung der OMV, sondern auch den Verlust von
Tausenden Arbeitsplätzen in den nächsten Jahren.
Grund für den aktuellen Konflikt sind nach Ansicht der
Betriebsräte und Gewerkschaften die unkoordinierte Vorgangsweise
im Vorstand und der Druck, der offensichtlich von ausländischen
Eigentümern, vor allem den Ölscheichs in Abu Dhabi, gemacht wird.
In diesem Zusammenhang sind die österreichische Politik und
insbesondere die Bundesregierung gefordert, die nach wie vor 35
Prozent der Eigentümeranteile an der OMV AG vertritt.
Angesichts des vor kurzem veröffentlichten beachtlichen
Ergebnisses der OMV AG verlangen Belegschaftsvertreter und
Gewerkschaften, dass die Entscheidungen, die in der
Aufsichtsratssitzung am kommenden Montag getroffen werden, nicht
zum Nachteil der österreichischen Beschäftigten ausfallen. "Wir
haben diesen Konflikt nicht gewollt", sagt Abraham. "Wenn aber am
Montag im Aufsichtsrat Entscheidungen gegen die Belegschaft
fallen, werden wir uns nicht scheuen, entsprechende Gegenmaßnahmen
zu setzen."
Für kommende Woche sind Betriebsversammlungen zur Information der
Belegschaft sowie Protestveranstaltungen geplant.
Die Betriebsräte haben die volle Unterstützung der betroffenen
Gewerkschaften. Auch die Gewerkschaften treten für die
Beibehaltung der bestehenden Strukturen ein und verlangen
gleichzeitig die volle Information der Arbeitnehmervertreter über
alle geplanten Maßnahmen. (Bac-)
ÖGB, 15. April 1999 Nr. 169
Rückfragehinweis: Metaller-Presse, Nani Kauer
Tel. (01) 501 46/242 Dw.
Chemiegewerkschaft, Walter Zwierschütz
Tel. (01) 597 15 01/57 Dw.
GPA/PR, MMag. Franko Petri
Tel. (01313 93/511 Dw.
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