Eine Arbeitsgemeinschaft von pharmazeutischen Firmen und des Wellcome Trust gründet einen Fonds für die Erstellung einer allgemein zugänglichen Datenbank mit Genmarkern

London/New York (ots-PRNewswire) - Zusammenarbeit von führenden Universitätszentren bei der SNP-Kartierung

Ein besseres Verständnis der biologischen Grundlagen von Krankheiten ist der Schlüssel zu noch mehr und noch besseren Therapien

Eine neuartige Form der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Genomforschung haben die pharmazeutische Industrie, der Wellcome Trust als weltweit größte medizinische Forschungsstiftung und verschiedene führende Universitätszentren ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, ein bisher nicht verfügbares, leistungsstarkes und allgemein zugängliches Instrument zu entwickeln, das zu einem besseren Verständnis von Krankheitsprozessen führen und die Erforschung, Entwicklung von sicheren und besser wirksamen Therapien erleichtern soll.

Heute wurde der Start des auf zwei Jahre angelegten 45-Millionen-Dollar-Projektes bekannt gegeben. Es wird vom Wellcome Trust und von folgenden zehn pharmazeutischen Firmen finanziert wird:
AstraZeneca PLC, Bayer AG, Bristol-Myers Squibb, F. Hoffmann-La Roche, Glaxo Wellcome PLC, Hoechst Marion Roussel AG, Novartis, Pfizer Inc, Searle und SmithKline Beecham PLC.

Führende Universitätszentren, wie das Whitehead Institute for Biomedical Research, die Washington University School of Medicine in St. Louis, das zu dem Wellcome Trust gehörende Sanger Center, das Stanford Human Genome Center und das Cold Spring Harbor Laboratory werden sich daran beteiligen, die als genetische Marker dienenden Single Nucleotide Polymorphisms, kurz SNPs, ("Snips" ausgesprochen) zu identifizieren und analysieren.

Die Arbeitsgemeinschaft ist auch als SNP-Konsortium bekannt und wird als nicht-gewinnorientierte Organisation geführt. Das Konsortium setzt sich aus einem Vorstand mit Vertretern der Mitgliedsorganisationen und einem unabhängigen Präsidenten zusammen und hat die Aufgabe, das wissenschaftliche und technische Know-how bereitzustellen und zu gewährleisten, dass die generierten SNPs der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Durch die Veröffentlichung der SNP-Karte ist der freie und gleichberechtigte Zugriff für sämtliche in der medizinischen Forschung tätigen Menschen weltweit gewährleistet. Die Karte wird in den folgenden Bereichen von Nutzen sein:

- Bei der Identifikation von spezifischen Genen, die sowohl bei häufigen als auch seltenen Krankheiten eine Rolle spielen, und die zur Entdeckung von neuen Methoden und Medikamenten bei der Behandlung von Krankheiten führen können;

- bei der Entwicklung von neuartigen diagnostischen Tests

- bei der Entwicklung von neuen "individuellen" Präparaten, die auf der Entdeckung von winzigen genetischen Variationen beruhen, anhand derer eine individuell wirksame Therapie gestaltet werden kann.

SNPs sind häufig vorkommende Variationen in der menschlichen Erbinformation (DNA), von denen angenommen wird, dass sie darauf hinweisen, warum manche Menschen an einer bestimmten Krankheit, beispielsweise Arthritis, Alzheimer, Krebs, Diabetes oder Depression, erkranken und andere nicht und warum manche Menschen auf ein Medikament ansprechen und andere nicht. Die neuen Erkenntnisse sind bei der Suche nach neuen Therapien, die Krankheiten besser behandeln oder sogar verhindern können, von grossem Wert.

"Eine umfassende und qualitativ hochstehende SNP-Karte von großer Dichte wird für die gesamte medizinische Forschung von grossem Nutzen sein. Sie wird der Wegweiser zu den genetischen Faktoren sein, die zur Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten und zur Wirksamkeit bestimmter Therapie beitragen. Die SNP-Karte wird eine Richtschnur für die zukünftige Forschung sein." meint Arthur Holden, Präsident und CEO des SNP-Konsortium. "Die Mitglieder des Konsortiums glauben, daß die wissenschaftliche Forschung in der Industrie, in staatlichen Institutionen, in den Universitäten oder unabhängigen Laborinstituten vom freien und uneingeschränkten Zugang zu diesem leistungsstarken Instrument profitieren werden."

Durch die Zusammenarbeit der Firmen kann die SNP-Karte innerst kürzester Zeit erstellt, das finanzielle Risiko gemeinsam getragen und Doppelspurigkeiten vermieden werden. Die fertige Karte wird den Forschern in der Industrie sowohl bei der Suche nach neuen Therapien, die Krankheiten behandeln oder verhüten, wichtige Anregungen geben als auch bei der Entwicklung maßgeschneiderter Medikamente, die gezielt bei spezifischen Patientengruppen eingesetzt werden können.

Die allgemeine Verfügbarkeit der Karte ermöglicht der medizinischen Forschung in Universitäten, staatlichen Institutionen oder unabhängigen Stellen die Untersuchung von Genen, die seltene Krankheiten verursachen, was aufgrund der immensen Investitionen, die dafür erforderlich sind, ansonsten gar nicht durchführbar wäre.

Der Wert der SNPs liegt in der Einfachheit, Häufigkeit und Verteilung über das gesamte menschliche Genom (den vollständigen Satz der in langen DNA-Strängen kodierten genetischen Informationen). Das menschliche Genom verfügt über ungefähr 3 Milliarden Nukleotidpaare (die Bausteine der DNA, auch Basenpaare genannt). 99,9 % davon sind für alle Menschen gleich. Es sind die restlichen 0,1 %, die den Unterschied machen. Es wird geschätzt, daß eine Variation einer einzigen Base - also ein SNP - alle 1000 Basen auftritt.

Das SNP-Konsortium beabsichtigt, bis zu 300 000 SNPs zu identifizieren und mindestens 150 000 auf der Karte unterzubringen, die dann anschließend für Studienzwecke verwendet werden können. Das heißt, die SNP-Muster einer Zielgruppe, z.B. Patienten, die an einer bestimmten Krankheit leiden oder auf eine bestimmte Therapie schlecht ansprechen, können mit den SNP-Mustern einer nicht betroffenen Gruppe verglichen werden, um die genetischen Variationen der betroffenen Gruppe aufzudecken. Mit diesen vergleichenden Studien könnte es möglich sein, krankheitsspezifische Gene zu identifizieren und damit neuartige therapeutische Wege aufzuzeigen und maßgeschneiderte Therapie zu entwickeln.

Unter Verwendung von DNA, die einer durchmischten, repräsentativen Gruppe freiwilliger Personen entnommen wurde, Sequenzinformationen aus dem Human Genome Project (durch die
Öffentlichkeit finanziertes Projekt zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms) und fortgeschrittenen Sequenzierungs- und Kartierungstechniken werden das Whitehead Institute, die Washington University School of Medicine in St. Louis, das Sanger Centre und das Stanford Human Genome Center die SNPs identifizieren und auf der Karte eintragen. Mit dem Bioinformatik-Programm des Cold Spring Harbor Laboratory wird die SNP-Datenbank computerunterstützt organisiert, analysiert und verwaltet. Sobald die SNPs identifiziert sind, wird das Entdeckungsdatum ermittelt und der freie Zugang zur Karte gewährleistet.

"Das SNP-Konsortium hat sich zur Aufgabe gemacht, dieses wichtige Forschungsinstrument, das zum besseren Verständnis des Krankheitsverlaufs und im weiteren Sinne der Humanmedizin beitragen wird, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen," erklärt Arthur Holden. "Wir sind überzeugt, daß unsere Bemühungen der medizinischen Forschung auf der ganzen Welt helfen wird und sowohl die anderen öffentlichen Projekte, z.B. des National Human Genome Research Institute, das Medical Research Council's Human Genome Mapping Project und des Wellcome Trust, aber auch die vielen zurzeit laufenden privaten Initiativen ergänzen werden. Die Erkenntnisse, die wir in den kommenden Jahren erwerben werden, haben das Potential, die Medizin grundlegend zu verändern."

ots Originaltext: The SNP Consortium Ltd.
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