• 15.04.1999, 09:08:12
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  • OTS0040

Eine Arbeitsgemeinschaft von pharmazeutischen Firmen und des Wellcome Trust gründet einen Fonds für die Erstellung einer allgemein zugänglichen Datenbank mit Genmarkern

London/New York (ots-PRNewswire) -

Zusammenarbeit von führenden Universitätszentren bei der
SNP-Kartierung

Ein besseres Verständnis der biologischen Grundlagen von
Krankheiten ist der Schlüssel zu noch mehr und noch besseren
Therapien

Eine neuartige Form der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der
Genomforschung haben die pharmazeutische Industrie, der Wellcome
Trust als weltweit größte medizinische Forschungsstiftung und
verschiedene führende Universitätszentren ins Leben gerufen. Ihr Ziel
ist es, ein bisher nicht verfügbares, leistungsstarkes und allgemein
zugängliches Instrument zu entwickeln, das zu einem besseren
Verständnis von Krankheitsprozessen führen und die Erforschung,
Entwicklung von sicheren und besser wirksamen Therapien erleichtern
soll.

Heute wurde der Start des auf zwei Jahre angelegten
45-Millionen-Dollar-Projektes bekannt gegeben. Es wird vom Wellcome
Trust und von folgenden zehn pharmazeutischen Firmen finanziert wird:
AstraZeneca PLC, Bayer AG, Bristol-Myers Squibb, F. Hoffmann-La
Roche, Glaxo Wellcome PLC, Hoechst Marion Roussel AG, Novartis,
Pfizer Inc, Searle und SmithKline Beecham PLC.

Führende Universitätszentren, wie das Whitehead Institute for
Biomedical Research, die Washington University School of Medicine in
St. Louis, das zu dem Wellcome Trust gehörende Sanger Center, das
Stanford Human Genome Center und das Cold Spring Harbor Laboratory
werden sich daran beteiligen, die als genetische Marker dienenden
Single Nucleotide Polymorphisms, kurz SNPs, ("Snips" ausgesprochen)
zu identifizieren und analysieren.

Die Arbeitsgemeinschaft ist auch als SNP-Konsortium bekannt und
wird als nicht-gewinnorientierte Organisation geführt. Das Konsortium
setzt sich aus einem Vorstand mit Vertretern der
Mitgliedsorganisationen und einem unabhängigen Präsidenten zusammen
und hat die Aufgabe, das wissenschaftliche und technische Know-how
bereitzustellen und zu gewährleisten, dass die generierten SNPs der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Durch die Veröffentlichung der SNP-Karte ist der freie und
gleichberechtigte Zugriff für sämtliche in der medizinischen
Forschung tätigen Menschen weltweit gewährleistet. Die Karte wird in
den folgenden Bereichen von Nutzen sein:

- Bei der Identifikation von spezifischen Genen, die sowohl bei
häufigen als auch seltenen Krankheiten eine Rolle spielen, und die
zur Entdeckung von neuen Methoden und Medikamenten bei der Behandlung
von Krankheiten führen können;

- bei der Entwicklung von neuartigen diagnostischen Tests

- bei der Entwicklung von neuen "individuellen" Präparaten, die
auf der Entdeckung von winzigen genetischen Variationen beruhen,
anhand derer eine individuell wirksame Therapie gestaltet werden
kann.

SNPs sind häufig vorkommende Variationen in der menschlichen
Erbinformation (DNA), von denen angenommen wird, dass sie darauf
hinweisen, warum manche Menschen an einer bestimmten Krankheit,
beispielsweise Arthritis, Alzheimer, Krebs, Diabetes oder Depression,
erkranken und andere nicht und warum manche Menschen auf ein
Medikament ansprechen und andere nicht. Die neuen Erkenntnisse sind
bei der Suche nach neuen Therapien, die Krankheiten besser behandeln
oder sogar verhindern können, von grossem Wert.

"Eine umfassende und qualitativ hochstehende SNP-Karte von großer
Dichte wird für die gesamte medizinische Forschung von grossem Nutzen
sein. Sie wird der Wegweiser zu den genetischen Faktoren sein, die
zur Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten und zur Wirksamkeit
bestimmter Therapie beitragen. Die SNP-Karte wird eine Richtschnur
für die zukünftige Forschung sein." meint Arthur Holden, Präsident
und CEO des SNP-Konsortium. "Die Mitglieder des Konsortiums glauben,
daß die wissenschaftliche Forschung in der Industrie, in staatlichen
Institutionen, in den Universitäten oder unabhängigen Laborinstituten
vom freien und uneingeschränkten Zugang zu diesem leistungsstarken
Instrument profitieren werden."

Durch die Zusammenarbeit der Firmen kann die SNP-Karte innerst
kürzester Zeit erstellt, das finanzielle Risiko gemeinsam getragen
und Doppelspurigkeiten vermieden werden. Die fertige Karte wird den
Forschern in der Industrie sowohl bei der Suche nach neuen Therapien,
die Krankheiten behandeln oder verhüten, wichtige Anregungen geben
als auch bei der Entwicklung maßgeschneiderter Medikamente, die
gezielt bei spezifischen Patientengruppen eingesetzt werden können.

Die allgemeine Verfügbarkeit der Karte ermöglicht der
medizinischen Forschung in Universitäten, staatlichen Institutionen
oder unabhängigen Stellen die Untersuchung von Genen, die seltene
Krankheiten verursachen, was aufgrund der immensen Investitionen, die
dafür erforderlich sind, ansonsten gar nicht durchführbar wäre.

Der Wert der SNPs liegt in der Einfachheit, Häufigkeit und
Verteilung über das gesamte menschliche Genom (den vollständigen Satz
der in langen DNA-Strängen kodierten genetischen Informationen). Das
menschliche Genom verfügt über ungefähr 3 Milliarden Nukleotidpaare
(die Bausteine der DNA, auch Basenpaare genannt). 99,9 % davon sind
für alle Menschen gleich. Es sind die restlichen 0,1 %, die den
Unterschied machen. Es wird geschätzt, daß eine Variation einer
einzigen Base - also ein SNP - alle 1000 Basen auftritt.

Das SNP-Konsortium beabsichtigt, bis zu 300 000 SNPs zu
identifizieren und mindestens 150 000 auf der Karte unterzubringen,
die dann anschließend für Studienzwecke verwendet werden können. Das
heißt, die SNP-Muster einer Zielgruppe, z.B. Patienten, die an einer
bestimmten Krankheit leiden oder auf eine bestimmte Therapie schlecht
ansprechen, können mit den SNP-Mustern einer nicht betroffenen Gruppe
verglichen werden, um die genetischen Variationen der betroffenen
Gruppe aufzudecken. Mit diesen vergleichenden Studien könnte es
möglich sein, krankheitsspezifische Gene zu identifizieren und damit
neuartige therapeutische Wege aufzuzeigen und maßgeschneiderte
Therapie zu entwickeln.

Unter Verwendung von DNA, die einer durchmischten, repräsentativen
Gruppe freiwilliger Personen entnommen wurde, Sequenzinformationen
aus dem Human Genome Project (durch die
Öffentlichkeit finanziertes Projekt zur Entschlüsselung des
menschlichen Genoms) und fortgeschrittenen Sequenzierungs- und
Kartierungstechniken werden das Whitehead Institute, die Washington
University School of Medicine in St. Louis, das Sanger Centre und das
Stanford Human Genome Center die SNPs identifizieren und auf der
Karte eintragen. Mit dem Bioinformatik-Programm des Cold Spring
Harbor Laboratory wird die SNP-Datenbank computerunterstützt
organisiert, analysiert und verwaltet. Sobald die SNPs identifiziert
sind, wird das Entdeckungsdatum ermittelt und der freie Zugang zur
Karte gewährleistet.

"Das SNP-Konsortium hat sich zur Aufgabe gemacht, dieses wichtige
Forschungsinstrument, das zum besseren Verständnis des
Krankheitsverlaufs und im weiteren Sinne der Humanmedizin beitragen
wird, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen," erklärt
Arthur Holden. "Wir sind überzeugt, daß unsere Bemühungen der
medizinischen Forschung auf der ganzen Welt helfen wird und sowohl
die anderen öffentlichen Projekte, z.B. des National Human Genome
Research Institute, das Medical Research Council's Human Genome
Mapping Project und des Wellcome Trust, aber auch die vielen zurzeit
laufenden privaten Initiativen ergänzen werden. Die Erkenntnisse, die
wir in den kommenden Jahren erwerben werden, haben das Potential, die
Medizin grundlegend zu verändern."

ots Originaltext: The SNP Consortium Ltd.
Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de

Kontakte:
Mary Prescott (USA) 312-397-6604
Jeanne Corrigan (USA) 312-397-6610
Milena Richter (Belgien) 2-230 07 75

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