- 13.04.1999, 11:11:55
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NÖ Anti-Atom-Arbeitskreis besucht Atomkraftwerk Paks
Sobotka: Ziel bleibt atomfreies Mitteleuropa
St.Pölten (NLK) - Energie- und Strahlenschutzexperten des
niederösterreichischen Anti-Atom-Arbeitskreises unter Leitung von
Umwelthofrat Dr. Gottfried Krasa sind heute nach Ungarn gereist, um
das Atomkraftwerk Paks zu besichtigen. Bis Donnerstag, 15. April,
stehen zudem Expertengespräche über das ungarische Energieprogramm
unter Berücksichtigung des Einsatzes der Kernenergie sowie ein Besuch
des Umweltschutzzentrums in Baja auf dem Programm, wo sich ein
Strahlenmeßlabor und der Sitz der Atomrechtsbehörde befindet.
Umwelt-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka, auf dessen Initiative der
Arbeitskreis im Mai 1998 ins Leben gerufen wurde, betont in diesem
Zusammenhang, daß man das Ziel eines "atomfreien" Mitteleuropa nicht
aus dem Auge lassen werde, auch wenn eine Schließung des Werkes in
Paks mittelfristig nicht zur Diskussion stehe. "Auf Initiative des
Österreichischen Vorsitzes hat der Rat der EU am 7. Dezember 1998 die
Schlußfolgerungen zur nuklearen Sicherheit in Zusammenhang mit der
Erweiterung der Europäischen Union angenommen. Der Rat spricht sich
eindeutig für die Stillegung aller Reaktoren aus, die nicht der
modernsten westlichen Technologie entsprechen. Das heißt, es werden
von den Erweiterungskandidaten die strengsten internationalen
Sicherheitsbestimmungen gefordert", sagte Sobotka.
Die Kernkraftanlage in Paks besteht aus vier Reaktoren des
sowjetischen Reaktortyps WWER-440/213, das entspricht dem Reaktortyp
des Kernkraftwerkes Mochovce in der Slowakei, und ist seit 1982 bzw.
1987 in Betrieb. Die derzeitige Umrüstung erfolgt mit Unterstützung
aus EU-Mitteln. Die Sanierungsarbeiten sollen bis zum Jahr 2002
abgeschlossen sein.
Die Ergebnisse des Ungarn-Besuches werden dem
Bundesländer-Arbeitskreis "Anti-Atom" berichtet. Bei diesen
Gesprächen wird auch die weitere Vorgangsweise in der
Temelin-Offensive abgesprochen. Die Tschechische Regierung wird
voraussichtlich Ende April 1999 über einen Baustopp oder Weiterbau
entscheiden. Der NÖ Atomrechtsexperte Dr. Herbst wird in dieser
entscheidenden Phase im Auftrage Österreichs für den tschechischen
Umweltminister in beratender Funktion tätig sein.
Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/200/2175
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