- 13.04.1999, 11:00:22
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Sallmutter: Fasslabend soll besser für Flüchtlinge spenden als über den Krieg fantasieren=
Wien (GPA/ÖGB). GPA-Vorsitzender Sallmutter kritisiert die
Kriegsträume von Verteidigungsminister Fasslabend. Angesichts des
explodierenden Pulverfasses am Balkan von einem NATO-Beitritt
Österreichs zu sprechen und die Entsendung von NATO-Bodentruppen
zu fordern, hält Sallmutter für einen verantwortungslosen Schritt
in Richtung einer Verwicklung Österreichs in diesen Krieg.++++
"Während ganz Österreich von einer Welle der Hilfsbereitschaft
erfasst wird, um dem Nachbarn in Not zu helfen, träumt
Verteidigungsminister Fasslabend am Rande eines explodierenden
Krieges 500 Kilometer vor Österreichs Grenzen von NATO-Beitritt
und Bodenkrieg", kritisiert Sallmutter. Stattdessen solle er sich
besser an den Spendenaktionen beteiligen. "Österreich ist heute in
einer Situation, in der eine objektive Bedrohung, angegriffen zu
werden, noch nie so gering war", stellt Sallmutter fest, "denn wir
stehen nicht mehr an der Nahtstelle zweier feindlicher Systeme,
sondern sind im Wesentlichen von NATO-Staaten umgeben. Ich sehe
daher keine Bedrohung, die einen Beitritt rechtfertigen würde".
"Mit Fasslabend sind offenbar altösterreichische Großmachtsträume
durchgegangen. Während die Österreicher Millionen Schilling für
die hilflosen Opfer des Kosovo-Krieges spenden, denkt der
Verteidigungsminister über österreichische NATO-Soldaten nach",
empört sich Sallmutter. "Nicht nur, dass ein Bodenkrieg rasch in
ein europäisches Vietnam führen würde, Fasslabend scheint offenbar
einen blinden Fleck zu haben, was den österreichische Status der
immerwährenden Neutralität betrifft", kritisiert Sallmutter.
"Die Entsendung von Bodentruppen würde eine nicht absehbare
Eskalation des Hasses am Balkan bedeuten und zu einem jahrelangen
Guerillakrieg führen. Fasslabend wäre wohl gerne Kriegsminister",
vermutet Sallmutter. Die Österreicher sind zu mehr als zwei
Dritteln für die Neutralität und gegen einen NATO-Beitritt unseres
Landes. "Wenn Fasslabend einen der wesentlichen Grundpfeiler der
Identität der Zweiten Republik und die Zweidrittel-Mehrheit des
Volkes nicht respektiere, soll er seine Fantasien woanders
fortsetzen, am besten beim Computerspiel. Die Österreicher sollen
froh sein, sich nicht über eigene Soldaten in fremden Kriegen
sorgen zu müssen", sagte Sallmutter und meint, dieser Krieg sei
nur mit Verhandlungen, niemals wieder mit Krieg zu bekämpfen.
ÖGB, 13. April 1999 Nr. 163
Rückfragehinweis: GPA/PR - Büro des Vorsitzenden
MMag. Franko Petri
Tel. (01) 313 93/511 Dw. oder 0676/313 93 21
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