- 12.04.1999, 09:58:15
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- OTS0049
Ausbildung für BeamtInnen aus Zentralasien und dem Südkaukasus=
Wien, (OTS) Die Stadt Wien und der Österreichische Städtebund
bilden PolitikerInnen und hohe BeamtInnen aus den Ländern
Zentralasiens und des Südkaukasus aus: unter dem Titel
"Föderalismus und Selbstverwaltung im politischen Alltag" wurden
von 1997 bis heute bereits sechs je einwöchige Seminare
abgehalten. Dabei wurden Parlamentarier, Kommunalpolitiker und
hohe Beamte aus Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisistan,
Aserbaidschan, Armenien und Georgien in Theorie und Praxis -
flexibel an den wesentlichen Problembereichen dieser Länder
orientiert - über österreichische Erfahrungen informiert.
Diese Seminare für jeweils rund zehn Führungskräfte wurden -
über Initiative des Presse- und Informationsdienstes der Stadt
Wien und in Zusammenarbeit mit der für die entsprechenden Länder
zuständigen österreichischen Botschafterin Dr. Heidemarie Gürer -
vom "Know How Transfer Center" des Österreichischen Städtebundes
und vom Internationalen Büros der Magistratsdirektion gemeinsam
mit dem PID durchgeführt. Begonnen wurde 1997 mit einem Seminar
für Vertreter der Administration Turkmenistans.****
Im Jänner 1999 waren Vertreter Armeniens und im Februar
Vertreter Georgiens Teilnehmer dieser Seminare, die nicht nur
ausbilden, sondern auch künftige, regionale Kooperationen
politischer, ökonomischer und kultureller Natur anregen und
vorbereiten sollen.
Jedes der bisherigen Seminare gab einen theoretischen
Überblick und praktischen Erfahrungsbericht über den Föderalismus
und die Selbstverwaltung in Österreich (Referent: Univ.-Prof. Dr.
Manfried Welan), weiters über Erfolge und Probleme der
Dezentralisierung in Wien, Kompetenzverlagerungen von der
Stadtverwaltung zu den Wiener Bezirken, sowie über die sehr
wesentlichen, aber komplizierten finanziellen Grundvoraussetzungen
und Rahmenbedingungen; jeweils von ausgesuchten, hervorragenden
Wiener Experten dargelegt und diskutiert. Der Besuch eines Wiener
Bezirkes, der möglichst viele Parallelen mit städtischen
Strukturen im jeweiligen Teilnehmerland aufweisen soll, ist
ebenfalls Fixpunkt.
Weiters wird ein österreichisches Bundesland, dessen
Landeshauptstadt sowie eine kleine Gemeinde besucht, um in der
Praxis Föderalismus und Selbstverwaltung anhand symptomatischer
Beispiele studieren zu können. Tourismus und Landwirtschaft sowie
Ölindustrie (für Turkmenistan und Aserbaidschan), Umweltschutz,
städtische Erneuerung, Revitalisierung, Altstadterhaltung,
Energieversorgung, industrielle und generell wirtschaftliche
Innovationen, Gesundheitswesen, Kinderbetreuung und
Altersversorgung, sozialer und politischer Interessensausgleich,
etc. sind Hauptthemenbereiche, anhand derer das Generalthema
verständlich und ideenanregend werden soll.
Bisher haben sich aus diesen Kontakten bereits
Partnerschaften entwickelt, bzw. deren Zustandekommen zeichnet
sich ab; ebenso sind weitere Politikerkontakte auf
parlamentarischer wie auch auf Gemeinde- und Bezirksebene erfolgt,
bzw. in Aussicht gestellt. Darüberhinaus werden konkrete
Initiativen bezüglich gemeinsamer wirtschaftlicher Projekte im
Rahmen des EU-TACIS-Programmes geprüft.
Die Länder Zentralasiens und des Südkaukasus sind nicht nur
historisch sehr interessant, sondern vor allem potentiell sehr
reiche, strategisch und politisch jedoch noch instabile, daher
konfliktanfällig, für Europa aber in Zukunft sehr wichtige
Nachbarn, die nach über 80 Jahren unter russischer, bzw. dann
sowjetischer Kolonialherrschaft einiges aufzuholen haben. Es wird
auch wesentlich in der Verantwortung Europas liegen, wie sich
diese Länder künftig politisch und ökonomisch orientieren und
entwickeln.
Kasachstan und Tadschikistan sind für die eben geschilderten
Seminare der Stadt Wien und des Österreichischen Städtebundes noch
vorgesehen. (Schluß) rst/rr
Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz: www.magwien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Rainer Stepan
Tel.: 4000/81 067
e-mail: [email protected]
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