- 07.04.1999, 14:50:42
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"Sanfte Chemotherapie" im Wilhelminenspital=
Wien, (OTS) Neue Wege in der Behandlung brustkrebskranker
Frauen geht man an der Abteilung für Gynäkologie- und Geburtshilfe
(Vorstand: Univ.Prof. Dr. Heinrich Salzer) im Wilhelminenspital.
Die Präsentation dieses ganzheitlichen Modellprojektes mit Namen
"knospe" fand am Mittwoch in Anwesenheit von Gesundheitsstadtrat
Dr. Sepp Rieder, der 2. Präsidentin des Wiener Landtags, Prof.
Erika Stubenvoll, sowie der Bezirksvorsteherin des 16. Bezirkes,
Ernestine Grassberger, statt.
Ein "Therapie-Wohnzimmer", eine umfassende psychosoziale
Angebotspalette sowie ein konstantes "Therapie-Team" sind die drei
Säulen des Modellprojektes, das im Vorjahr auch mit dem "Wiener
Gesundheitspreis" ausgezeichnet wurde. Zielgruppe sind
Patientinnen, die sich einer klassischen ambulanten Chemo- bzw.
Strahlentherapie unterziehen. Zur "sanften Chemotherapie" wird
diese Behandlung durch die drei oben erwähnten Schwerpunkte. Die
betroffenen Frauen erhalten ihre Therapie im Rahmen von
Tagesaufnahmen über einen Zeitraum von ca. sieben Monaten.
"Nicht nur die Lebenserhaltung, sondern auch die Erhaltung
der Lebensqualität der Patienten muß Ziel der modernen Medizin
sein", betonte Rieder. "Besonders Krebspatienten laufen Gefahr,
durch ihre Diagnose zusätzlich zur physischen Belastung auch noch
in ein ´psychisches Loch´ zu fallen". Das Modellprojekt "knospe"
gehe daher besonders auf individuelle Lebenssituation und Fragen
der Lebensqualität der Patientinnen ein. Die Innovation von
"knospe" bestehe nicht in teurer und noch modernerer
Medizintechnik, sondern in vernetztem Denken und einer offenen und
kreativen Herangehensweise an Probleme, erklärte der
Gesundheitspolitiker.****
Räumliches Kernstück von "knospe" ist ein "Therapie-
Wohnzimmer", ein von einem Architektenteam gestalteter und durch
privates Sponsoring finanzierter Aufenthaltsraum, in dem nichts an
seinen Standort, einen Spitalspavillon, erinnert. Das
psychosoziale Angebot der "knospe" erstreckt sich von
psychologischen Einzelgesprächen über eine gemischten Patienten-
Angehörigen-Gruppe bis hin zu geführten "Entspannungs-Einheiten".
Wesentlicher Bestandteil des Teams um die Leiterin der Projektes,
Dr. Michaela Riegler-Keil, ist eine Sozialarbeiterin, die den
Patientinnen routinemäßig zur Verfügung steht. Regelmäßige Besuche
finden auch durch eine Physiotherapeutin statt. Eine
Strahlentherapeutin informiert die Krebspatientinnen noch vor
Beginn der eigentlichen Strahlentherapie über diese
Behandlungsform und hilft so, eventuell vorhandene Ängste zu
zerstreuen.
Eine weitere wichtige Basis der "knospe" ist das "konstante
Therapie-Team". Die Patientinnen werden während des ganzen
Therapiezeitraums von der gleichen Personengruppe, die sich aus
verschiedenen medizinischen Berufen zusammensetzt, betreut.
Jeweils am ersten Mittwoch im Monat um 19 Uhr veranstaltet
das "knospe"-Team einen Informationsabend im Mehrzweckraum des
Neuen Verwaltungsgebäudes des Wilhelminenspitals für Patientinnen
und ihnen nahestehende Personen. Die nächsten Termine finden am 7.
April, 5. Mai, 2. Juni, 7. Juli und dem 4. August statt. (Schluß)
nk/
Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz: www.magwien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Norbert Kettner
Tel.: 4000/81 845
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