IWF: Vertrauen in die von der Asienkrise betroffenen Länder wiederherstellen

Wien (OTS) - Hubert Neiss, der für Asien und den
pazifischen Raum zuständige Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), erläuterte am 6. April 1999 auf Einladung
der Oesterreichischen Nationalbank in Wien das "Management der asiatischen Krise durch den IWF"

Ziel des Währungsfonds ist es, das Vertrauen in die von der Krise betroffenen asiatischen Volkswirtschaften
wiederherzustellen. Diese Länder sollen stärker und für den globalen Wettbewerb im 21. Jahrhundert gerüstet aus der Krise hervorgehen. Dies bedeutet: marktorientierte und transparente Ökonomien, besser regulierte und starke Finanzinstitutionen, wettbewerbsfähige Unternehmen sowie die Verbesserung der Sozialsysteme.

Der IWF, so Neiss, habe rasch auf die Finanzkrisen
reagiert, indem er die am stärksten betroffenen Länder
- Indonesien, Korea, Thailand und die Philippinen - bei Stabilisierungsprogrammen und Reformen unterstützte. 1997
flossen rund 35 Milliarden US-Dollar IWF-Finanzhilfe in diese Länder. Auch bei der Mobilisierung von zusätzlichen rund
77 Milliarden US-Dollar aus multilateralen und bilateralen
Quellen war der IWF federführend. 1998 ging weitere
Finanzhilfe an die Region.

Neiss betonte, daß die Strategie des IWF bei Finanzkrisen
eine brauchbare sei, funktioniere und Resulate zeitige. Im Anfangsstadium setze der IWF sich das Ziel, die
makroökonomischen Politiken zu verstärken, um Abwertung, Kapitalflucht und Inflation zu stoppen. Sobald die
Marktstabilität erreicht sei, gehe es darum, zu expansiven makroökonomischen Politiken überzugehen, um der Rezession zu begegnen. Strukturelle Probleme - insbesondere die
Rehabilitation des angeschlagenen Finanzsektors - müßten von Anfang an in Angriff genommen werden, um das Vertrauen wiederherzustellen und die Bedingungen für eine dauerhafte Stabilität zu schaffen. Zusätzlich verlangt der IWF die
Zuführung von ausländischem Kapital, um die Last einer
notwendig gewordenen Adjustierung der Zahlungsbilanz zu
mindern. Neiss betonte, daß es keine einseitige Nichterfüllung
von Zahlungsverpflichtungen geben dürfe und wies auf die
wichtige Rolle von offenem Handel und Kapitalmärkten für die mittelfristige Normalisierung des Wachstums hin.

Wenn der IWF auch das erste Ziel einer Wiederherstellung
der Stabilität der Finanzen und der Zahlungsbilanz erfolgreich verwirklichen konnte, ist beim Wirtschaftswachstum noch Geduld erforderlich. Neiss ist zuversichtlich, daß sich die Situation
noch 1999 bessern wird. Doch verwies er mit Blick auf die schwankenden internationalen Finanzmärkte und das
zurückhaltende globale Wirtschaftswachstum darauf, daß die Erwartungen vielfach zurückgenommen werden müssen.

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