Ttl.: Ablehnende Reaktion von Bischof Johann Weber auf Ratzinger-Brief Utl.: Weber: "Ich wünsche mir das Frauendiakonat"

Die Auseinandersetzung in der katholischen Kirche geht weiter. Ablehnende Worte findet der stellvertretende Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, Bischof Johann Weber, in der jüngsten Ausgabe des FORMAT zum Brief des Leiters der vatikanischen Glaubenskongregation Kardinal Joseph Ratzinger. Weber: "Kardinal Ratzinger hat uns einige Grundlinien des Lehramts in Erinnerung gebracht. Das hindert uns aber überhaupt nicht daran, den Dialog weiterzuführen. So finden wir an der Erinnerung von Kardinal Ratzinger eigentlich nichts Neues."
Auf die Frage, ob durch diesen Brief die Spannungen zwischen Rom und der österreichischen Kirche größer geworden sind, antwortet Weber:
"Ja, und davor habe ich Angst. Es ist unvermeidlich, daß die Weltkirche in einem Spannungsverhältnis mit den Menschen steht. In letzter Zeit wurde jedoch viel vom gegenseitigen Vertrauen verbraucht." Die Bischöfe, so Weber weiter, dürften "nicht nur Erfüllungsgehilfen des Vatikans sein". Der Grazer Diözesanbischof fordert eine Weiterführung des Dialogs für Österreich: "Ich bin fest überzeugt, daß der Dialog nicht umzubringen ist." Die sogenannten "heißen Eisen" in der aktuellen Kirchediskussion will Weber weitervorantreiben: "Was ich mir sehr wünsche, ist das Frauendiakonat. Bei den Frauen liegt viel Kraft." Neuerungen fordert Weber auch bei den Bischofsbestellungen: "Es ist wohl an der Zeit, über die Bischofsbestellungen nachzudenken. Bei der Besetzung einer Diözese muß die dort herrschende Situation mehr berücksichtigt werden." Zur Kritik seines Amtsbruders Kurt Krenn am Dialog sagt Weber: "Man kann als Bischof nicht irgendwo auf einem erhöhten Thron allein sitzen und sich etwas ausdenken." Weber bestätigt gegenüber FORMAT, daß die Bischöfe für den Sommer dieses Jahres eine Sonder-Bischofskonferenz zum Thema "Dialog" fixiert haben: "Dort sollen die Zwischenberichte der verschiedenen Dialoggruppen diskutiert werden."

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