- 27.03.1999, 08:00:00
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Ttl.: Ablehnende Reaktion von Bischof Johann Weber auf Ratzinger-Brief Utl.: Weber: "Ich wünsche mir das Frauendiakonat"=
Die Auseinandersetzung in der katholischen Kirche geht weiter.
Ablehnende Worte findet der stellvertretende Vorsitzende der
österreichischen Bischofskonferenz, Bischof Johann Weber, in der
jüngsten Ausgabe des FORMAT zum Brief des Leiters der vatikanischen
Glaubenskongregation Kardinal Joseph Ratzinger. Weber: "Kardinal
Ratzinger hat uns einige Grundlinien des Lehramts in Erinnerung
gebracht. Das hindert uns aber überhaupt nicht daran, den Dialog
weiterzuführen. So finden wir an der Erinnerung von Kardinal
Ratzinger eigentlich nichts Neues."
Auf die Frage, ob durch diesen Brief die Spannungen zwischen Rom und
der österreichischen Kirche größer geworden sind, antwortet Weber:
"Ja, und davor habe ich Angst. Es ist unvermeidlich, daß die
Weltkirche in einem Spannungsverhältnis mit den Menschen steht. In
letzter Zeit wurde jedoch viel vom gegenseitigen Vertrauen
verbraucht." Die Bischöfe, so Weber weiter, dürften "nicht nur
Erfüllungsgehilfen des Vatikans sein". Der Grazer Diözesanbischof
fordert eine Weiterführung des Dialogs für Österreich: "Ich bin fest
überzeugt, daß der Dialog nicht umzubringen ist." Die sogenannten
"heißen Eisen" in der aktuellen Kirchediskussion will Weber
weitervorantreiben: "Was ich mir sehr wünsche, ist das
Frauendiakonat. Bei den Frauen liegt viel Kraft." Neuerungen fordert
Weber auch bei den Bischofsbestellungen: "Es ist wohl an der Zeit,
über die Bischofsbestellungen nachzudenken. Bei der Besetzung einer
Diözese muß die dort herrschende Situation mehr berücksichtigt
werden." Zur Kritik seines Amtsbruders Kurt Krenn am Dialog sagt
Weber: "Man kann als Bischof nicht irgendwo auf einem erhöhten Thron
allein sitzen und sich etwas ausdenken." Weber bestätigt gegenüber
FORMAT, daß die Bischöfe für den Sommer dieses Jahres eine
Sonder-Bischofskonferenz zum Thema "Dialog" fixiert haben: "Dort
sollen die Zwischenberichte der verschiedenen Dialoggruppen
diskutiert werden."
Rückfragehinweis: Klaus Zellhofer 0676 416 07 13
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