Mieten und Eigentumspreise weiter im Sinkflug (2)

Wien (PWK) - Bis auf eine Stagnation in Bregenz sind die Mieten in allen Landeshauptstädten gesunken. Am stärksten war der Rückgang in Salzburg (-9,7%), Linz (-6,5%) und Innsbruck (-5%), Klagenfurt (-4,8%) zu spüren. Im "Mittelfeld" liegen Graz (-4,1%) und Wien (-3,1%), während die Talfahrt in St. Pölten (-2,5%) und Eisenstadt (-2%) eher sanft ausfiel. ****

Quasi im Formationsflug mit den Wohnungsmieten sind auch die Preise für Eigentumswohnungen um durchschnittlich 3,7% gesunken. Deutlich erschwinglicher wurden Eigentumswohnungen in Graz (-9%), Linz (-8,5%), St. Pölten (-6,9%) Bregenz (-5,9%) und Wien (-4,3%). Etwas ruhiger ging es in Innsbruck und Klagenfurt (jeweils 2,3%) und in Eisenstadt (-1,3%) zu.

In diesem Bereich ist das Ende der Talfahrt in weite Ferne gerückt. Die Büromieten fielen - außer bei den "modernen" Büros, die alle zukunftsorientierten Erfordernisse erfüllen - nochmals um 4,5 % auf durchschnittlich 92 Schilling pro mý. Betroffen davon waren vor allem Büros in sehr guter Lage (-6,3%) und guter Lage (-3,6%). In mäßiger Lage verlief die Entwicklung etwas moderater (-1,8%).

Besonders dramatisch hat sich die Situation bei den Geschäftslokalen entwickelt. Hier sackten die Mieten um 10,8 % auf durchschnittlich 227 Schilling pro mý ab. Auch hier waren es die Preise für Lokale in sehr guter Lage (-13,3%) und guter Lage (-7,2), die am stärksten nachgaben. Die Preise in mäßigen Lagen blieben dagegen nahezu stabil (-0,8).

In der Sparte Reihenhäuser gibt es zwei signifikante "Ausreißer". Während die Preise in Linz um 10,4% abrutschten, wurden Reihenhäuser in Bregenz um 4,7% teurer. Insgesamt sanken die Preise durchschnittlich um 3,5%.

Die Preise für Eigenheime sind mit einem Rückgang von 2,3% im Durchschnitt etwas geringer gesunken als die Preise für Eigentumswohnungen oder die Wohnungsmieten. Zugreifen sollten derzeit "Neohausbesitzer" in Linz (-9,2%), Bregenz (-6%) und Graz (-5,8%). Erschwinglicher sind die Eigenheime mittlerweile auch in Wien (-4,3%), St. Pölten (-4,0%), Innsbruck (-3,3%), Salzburg (-2,7%) und Eisenstadt (-2%). Teurer sind Eigentumshäuser lediglich in Bregenz (2,4%) geworden.

Eine frohe Botschaft gibt es für angehende Häuselbauer: die Grundstückspreise haben gegenüber dem Vorjahr um rund 10% nachgegeben. Wer sich jetzt ein Grundstück sichern will, sollte rasch in Linz (-21,5%), Graz (-12,1%) und Innsbruck (-7%) zuschlagen. Attraktiver als noch im Vorjahr sind Baugründe auch in St. Pölten (-4,8%), Salzburg (-3,7%) und Bregenz (-3,4%). Zu spät gekommen sind zukünftige Bauherren in Eisenstadt (+3,4%), Klagenfurt (+1,3%) und Wien (+0,1%).

Die schwierige wirtschaftliche Lage spiegelt sich auch in den Preisen für Betriebsgrundstücke wider. Während Gewerbegrundstücke um 1,7% günstiger zu haben waren, sackten die Preise für Industriegründe um 11,6% ab.

"Es wäre ein großer Fehler, wenn nun die Immobilienwirtschaft in eine Art Schweinezyklus verfallen würde und keine Wohnungen mehr gebaut würden. Ganz im Gegenteil, die Bauträger sind mehr denn je gefordert", warnt Steller. Es müssen - nicht zuletzt durch verstärkte Subjektförderung - leistbare Wohnungen ohne Qualitätsverlust gebaut werden, die den Erfordernissen günstiger Betriebskosten und zeitgemäßer Ausstattung gerecht werden. Auch im Bereich der Sanierungen steht ein großes Betätigungsfeld offen. Und gerade hier sollte die Wohnbauförderung verstärkt greifen.

Die anhaltenden realen Einkommenszuwächse von 1,5% bis 2% (Pro-Kopf-Einkommen der unselbständig Erwerbstätigen nach VGR) werden sich nach den Rückschlägen in den letzten Jahren positiv auf die Preise am Immobilienmarkt auswirken. Wertvolle Impulse erwartet sich die Immobilienwirtschaft auch vom anhaltend stabilen europäischen Wirtschaftswachstum von jährlich 2-3%, der EU-Osterweiterung und von einer verstärkten Mobilität innerhalb der Europäischen Union, die sich bereits heute schon deutlich auf den Wohnungsmarkt auswirkt.

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