• 19.03.1999, 13:28:34
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  • OTS0205

AK: Biodiesel-Pflicht kostet viel, bringt wenig=

Wien (OTS) – Eine verpflichtende Beimengung von Biodiesel
bedeutet Mehrkosten für die Konsumenten von 220 Millionen
Schilling im Jahr, einen Steuerausfall von rund 300 Millionen,
Umweltbelastung durch Intensivlandwirtschaft, Monokulturen –
bringt aber kaum neue Arbeitsplätze und auch weniger positive
Umwelteffekte als andere, kostengünstigere Maßnahmen: Das zeigen
Untersuchungen der AK Expertinnen, zu ähnlichen Schlüssen kommen
aber auch Untersuchungen im Auftrag des
Landwirtschaftsministeriums oder des deutschen Umweltbundesamtes.
Die AK spricht sich daher gegen das Vorhaben einer verpflichtenden
Biodieselbeimengung aus. ****

"Es ist ein Unterschied, ob man Alternativenergien dort einsetzt,
wo es Sinn macht – oder ob man riesige Ackerflächen zusätzlich mit
Raps bepflanzen muß, um die nötige Menge Biodiesel zu bekommen,"
erklärt AK Expertin Maria Burgstaller zu den heutigen Vorwürfen
der Landwirtschaftskammer. Das Ergebnis einer verpflichtender
Beimengung von 2 Prozent Biodiesel wäre:

+ ein Biodiesel-Bedarf von 66.000 Tonnen – also achtmal soviel wie
die für heuer erwartete Ernte,
+ dafür große zusätzliche Anbauflächen für Biodiesel-Raps – also
Monokulturen und Umweltbelastung aus Intensivdüngung,
+ eine Verteuerung von Dieselkraftstoff um 5,5 Groschen pro Liter
– also Mehrkosten von 220 Millionen Schilling pro Jahr für die
Konsumenten,
+ ein Steuerausfall von 300 Millionen Schilling für das Budget.

Für diesen Aufwand sind allerdings weit weniger positive
Beschäftigungs- und Umwelteffekte zu erwarten, als versprochen
werden, zeigt die AK Untersuchung.

Sinnvoller, als allen Dieselfahrzeugen in Österreich zwei Prozent
Biodiesel in den Tank zu tun, sei es, Biodiesel gezielt anzubieten
– etwa für Traktoren, Pistenraupen oder in der Binnenschiffahrt.
Dort sei der Einsatz eines Treibstoffes, der den Boden weniger
verschmutzt und rasch abbaubar sei, ökologisch sinnvoll. Diese
Effekte ließen sich allerdings nicht auf alle Dieselfahrzeuge in
ganz Österreich hochrechnen – dieser Fehler werde aber von den
Verfechtern der Biodieselbeimengung immer gemacht, kritisiert
Burgstaller die Argumentation der Landwirtschaftskammer.

Rückfragehinweis: AK Wien

Presse Wolfgang Mitterlehner
Tel.: (01)501 65-2631

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VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

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