AK: Biodiesel-Pflicht kostet viel, bringt wenig

Wien (OTS) – Eine verpflichtende Beimengung von Biodiesel bedeutet Mehrkosten für die Konsumenten von 220 Millionen
Schilling im Jahr, einen Steuerausfall von rund 300 Millionen, Umweltbelastung durch Intensivlandwirtschaft, Monokulturen – bringt aber kaum neue Arbeitsplätze und auch weniger positive Umwelteffekte als andere, kostengünstigere Maßnahmen: Das zeigen Untersuchungen der AK Expertinnen, zu ähnlichen Schlüssen kommen aber auch Untersuchungen im Auftrag des
Landwirtschaftsministeriums oder des deutschen Umweltbundesamtes. Die AK spricht sich daher gegen das Vorhaben einer verpflichtenden Biodieselbeimengung aus. ****

"Es ist ein Unterschied, ob man Alternativenergien dort einsetzt,
wo es Sinn macht – oder ob man riesige Ackerflächen zusätzlich mit Raps bepflanzen muß, um die nötige Menge Biodiesel zu bekommen," erklärt AK Expertin Maria Burgstaller zu den heutigen Vorwürfen der Landwirtschaftskammer. Das Ergebnis einer verpflichtender Beimengung von 2 Prozent Biodiesel wäre:

+ ein Biodiesel-Bedarf von 66.000 Tonnen – also achtmal soviel wie die für heuer erwartete Ernte,
+ dafür große zusätzliche Anbauflächen für Biodiesel-Raps – also Monokulturen und Umweltbelastung aus Intensivdüngung,
+ eine Verteuerung von Dieselkraftstoff um 5,5 Groschen pro Liter – also Mehrkosten von 220 Millionen Schilling pro Jahr für die Konsumenten,
+ ein Steuerausfall von 300 Millionen Schilling für das Budget.

Für diesen Aufwand sind allerdings weit weniger positive Beschäftigungs- und Umwelteffekte zu erwarten, als versprochen werden, zeigt die AK Untersuchung.

Sinnvoller, als allen Dieselfahrzeugen in Österreich zwei Prozent Biodiesel in den Tank zu tun, sei es, Biodiesel gezielt anzubieten – etwa für Traktoren, Pistenraupen oder in der Binnenschiffahrt. Dort sei der Einsatz eines Treibstoffes, der den Boden weniger verschmutzt und rasch abbaubar sei, ökologisch sinnvoll. Diese Effekte ließen sich allerdings nicht auf alle Dieselfahrzeuge in ganz Österreich hochrechnen – dieser Fehler werde aber von den Verfechtern der Biodieselbeimengung immer gemacht, kritisiert Burgstaller die Argumentation der Landwirtschaftskammer.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presse Wolfgang Mitterlehner
Tel.: (01)501 65-2631

AK Wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW