- 10.03.1999, 13:40:40
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Erdgasverbrauch 1998 in Österreich um 2 Prozent gestiegen
FV Gas & Wärme zur Umsetzung der Gasbinnenmarkt-Richtlinie: Verteilerfirmen müssen als zugelassene Kunden agieren können
Wien (PWK) - "Der österreichische Erdgasverbrauch verzeichnete
1998 im Vergleich zum Jahr davor eine Steigerung von insgesamt 140
Mio m3, bzw. um 2 Prozent, auf etwa 7.360 Mio m3. Mit Ausnahme von
Niederösterreich, wo der Verbauch auf dem Vorjahresniveau blieb, kam
es in allen Bundesländern zu Zuwächsen", berichtete Raimund Sovinz
von der Austria Ferngas GesmbH beim Jahrespressegespräch der
Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach sowie des
Fachverbandes Gas & Wärme. ****
Während der Verbrauch im Sektor Haushalt und Gewerbe um 0,5
Prozent sank, gab es im Bereich Industrie und Chemie einen Anstieg um
3 Prozent und bei den Wärmekraftwerken einen Anstieg um etwa 5
Prozent.
Die Erdgasaufbringung stieg in Österreich 1998 insgesamt um rund
4,6 Prozent auf 7.790 Mio m3 an; Die Inlandgasförderung, die davon
etwa 20 Prozent beträgt, erhöhte sich um etwa 10 Prozent auf 1.568
Mio m3, der Erdgas-Import, rund 80 Prozent der Erdgasaufbringung,
nahm um 3,3 Prozent zu und betrug damit 6.222 Mio m3, führte Sovinz
aus.
Einen Blick in die Zukunft wagte der Direktor der Wiengas GmbH
Helmut Miksits, der "aufgrund des großen Nachholbedarfes bei
Ortsaufschließungen" eine weitere Steigerung des Erdgasverbrauches in
Österreich erwartet. Dieser Zuwachs werde aber durch energiesparende
Maßnahmen im Industriesektor egalisiert werden, so Miksits. Der Preis
von Erdgas, der sich derzeit auf sehr niedrigem Niveau befindet,
dürfte dieses aller Voraussicht nach das ganze Jahr über halten.
Bezüglich der technischen Weiterentwicklung am Gerätesektor
erklärte Miksits, daß weiter Fortschritte gemacht werden: "Am Markt
befinden sich bereits teilkatalytische Brenner, die Abgaswerte knapp
über der Nachweisgrenze haben und - in einem Brennwertgerät
eingesetzt - eine optimale Ausnutzung des Energieträgers
garantieren." An der Lösung letzter Probleme der vollkatalytischen
Brenner wird noch gearbeitet.
Miksits brachte auch einen Vorschlag zur Energiebesteuerung ein
und merkte an, daß allein die Wiengas-Kunden in den letzten zwei
Jahren jeweils mehr als 1 Mrd Schilling an Erdgas-Steuer bezahlt
haben. "Die Energiebesteuerung sollte grundsätzlich nach ökologischen
Kriterien erfolgen", betonte Miksits. Derzeit sei man aber weit davon
entfernt, da der Schadstoffgehalt der einzelnen Energieträger nicht
entsprechend berücksichtigt wird.
Zur Liberalisierung der Gaswirtschaft nahm im besonderen Karl
Skyba, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke und Vorsteher des
Fachverbandes Gas & Wärme in der Wirtschaftskammer Österreich,
Stellung. Generell sei bei Erdgas eine ähnliche Entwicklung wie bei
der Stromliberalisierung zu erwarten, erklärte Skyba. Wichtig bei der
Umsetzung der Erdgas-Binnenmarkt-Richtlinie in nationales Recht (bis
zum 10. August 2000) sei, "daß Verteilerunternehmen als zugelassene
Kunden zu festzulegenden Schwellenwerten agieren können", forderte
der Fachverbandsvorsteher für die österreichische Gaswirtschaft.
"Dabei muß zumindest gewährleistet sein, daß für diese nach drei
Jahren ab Inkrafttreten des Gaswirtschaftsgesetzes eine Senkung des
Schwellenwertes auf 15 Mio m3 und nach weiteren zwei Jahren auf 5 Mio
m3 erfolgt."
Bezüglich der Marktöffnungsbestimmung der EU-Richtlinie wies Skyba
hin, daß deren Umsetzung in Österreich sogleich zu eine Marktöffnung
von rund 50 Prozent führt, und die Gaswirtschaft daher weiterhin
fordert, "die Schwellenwerte für die Zulassung 'sonstiger
Energieverbraucher', sprich: Industriekunden, im Rahmen der
nationalen Umsetzung anzuheben." Eine weitere Forderung lautet, bei
der Richtlinien-Umsetzung ein einheitliches Verfahren für den Bau
oder Betrieb von Erdgasanlagen anzustreben, um künftig
Parallelverfahren zu vermeiden. Die österreichische Gaswirtschaft
wird sich weiter für eine sinnvolle Regelung einsetzen und hofft auf
ein rasches Ergebnis, schloß Generaldirektor Skyba.
(Schluß) Ne
Rückfragehinweis: Dr. Ute Boccioli
Fachverband Gas & Wärme
Tel. 513 15 88 DW 26
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