- 10.03.1999, 12:18:38
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AK Test Banküberweisungen (2): Außer Spesen nichts gewesen
AK fordert: Spesen senken bei kleinen Überweisungen ins "Euro-Ausland"
Wien (OTS) – Die Spesen bei Banküberweisungen von Österreich in
das "Euro-Ausland" sind viel zu hoch, kritisiert die AK: Bei
kleineren Beträgen zahlt der Konsument unverhältnismäßig drauf. So
kostete dem österreichischen Verbraucher eine Überweisung von 550
Schilling (40 Euro) mindestens 120 Schilling (9 Euro) an Spesen
bei Übernahme der Gesamtkosten der Überweisung. Trug der
Auftraggeber allerdings nur seine Spesen, so kostete ihm die
Überweisung zwischen 69 Schilling (5 Euro) und 75 Schilling (5,45
Euro). Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der AK Wien, die
Überweisungen von Österreich nach Belgien und Deutschland von
jeweils sechs verschiedenen Banken getätigt hat. Die AK
Konsumentenschützer verlangen daher eine Spesensenkung bei
kleineren Beträgen und eine übersichtliche Aufgliederung der
Spesen auf einen eigenen Buchungsbeleg - wie es im Ausland üblich
ist und die Bawag handhabt. ****
Die AK Konsumentenschützer wollten nach der Euro-Einführung
wissen, wie hoch die Spesen bei Auslandsüberweisungen sind und wie
lange die Überweisungen dauern. Dabei wurden je 12 Überweisungen
von Österreich nach Belgien und Deutschland durchgeführt, und zwar
jeweils von 6 verschiedenen Banken. Überwiesen wurden
unterschiedlich hohe Beträge in Euro, DM und belgische France
(BEF), maximal aber 550 Schilling (40 Euro). Die Kosten der
Überweisung wurden entweder vom Auftraggeber oder vom Empfänger
getragen bzw geteilt.
Wer zahlt die Spesen?
Österreichische Konsumenten kann eine Bestellung von einem
deutschen Versandhändler teuer kommen, wenn er oder sie die
Gesamtspesen für die Auslands-Überweisung übernimmt. Bei einem
Warenwert von 550 Schilling (40 Euro) fressen die Spesen zwischen
120 Schilling (9 Euro) und 180 Schilling (13 Euro), wenn der
Auftraggeber die Gesamtkosten übernimmt. Unabhängig ob in
Schilling, DM oder Euro überwiesen wird.
Übernahm der Auftraggeber nur seine Kosten, so hatte er oder sie
dafür zwischen 68,80 Schilling (5 Euro) und 75 Schilling (5,45
Euro) zu bezahlen.
Zu Überraschungen kann es kommen, wenn der Empfänger die
Gesamtspesen übernimmt. So blieben in einem Einzelfall dem
deutschen Empfänger von den überwiesenen 70 DM (492 Schilling)
lediglich 40 DM (282 Schilling) am Konto. 30 DM (210 Schilling)
gingen für die Spesen auf, so die AK Erhebung.
Dies war deshalb so erstaunlich, da die Auftraggeberbank für
Überweisungen, bei denen der Auftraggeber bzw Empfänger die
Gesamtkosten übernimmt, Kosten in der Höhe von 140 Schilling (10
Euro) in Rechnung stellt.
Bei kleinen Beträgen zahlen die Konsumenten drauf, kritisieren die
AK Konsumentenschützer. Der Grund dafür: Pauschale Spesensätze
gelten bei den meisten Banken für Beträge bis zu rund 75.000
Schilling (5.500 Euro). Freilich fallen bei hohen Beträgen die
Gebühren nicht derartig ins Gewicht, betonen die AK
Konsumentenschützer.
Bei den getätigten Überweisungen von Deutschland nach Österreich,
bei denen die Gesamtspesen vom Auftraggeber getragen wurden,
betrugen die Spesen 154 Schilling (22 DM, 11 Euro). Es machte
keinen Unterschied, ob in Euro oder DM überwiesen wird.
Die Überweisungen von der belgischen Banque Bruxelles Lambert nach
Österreich kosten, wenn die Gesamtspesen vom Auftraggeber getragen
wurden, 125 Schilling. Wurden die Kosten ausschließlich vom
Empfänger übernommen, betrugen diese 103 Schilling (7 Euro).
Das wollen die AK Konsumentenschützer
+ Spesen senken bei kleinen Beträgen
Bei einer Überweisung von beispielsweise 550 Schilling (40 Euro)
sind rund 25 Prozent Spesen zu viel, kritisiert die AK. Daher
müssen für kleine Beträge die Spesen billiger werden.
+ Übersichtliche Spesenabrechnung am Kontoauszug
Die österreichischen Auslandsüberweisungsformulare sind nicht
übersichtlich. Auch die Abrechnung auf den Kontoauszügen ist
teilweise nicht nachvollziehbar bzw. sehr schwer zu lesen. Die
Spesen sind erst in mühevoller Arbeit von den teilweise sehr
schwierig zu lesenden Kontoauszügen zu ermitteln. Es gibt nicht -
wie im Ausland üblich - einen eigenen Spesenabbuchungsbeleg.
Ausnahme ist lediglich die Bawag, die einen eigenen
Spesenabbuchungsbeleg hat.
AK Tip
Günstiger kommt es, wenn mit der Kreditkarte bezahlt wird. Bei
einer Bestellung von mehreren Waren sollte eine
Gemeinschaftsrechnung abgewartet werden, rät die AK.
Rückfragehinweis: AK Wien
Presse Doris Strecker
Tel.: (01)501 65-2677
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