- 10.03.1999, 11:08:48
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Austrian Research Centers Seibersdorf richten nationales Dopingkontroll-Labor ein.
Der Standort Seibersdorf bietet idealtypische Voraussetzungen: Unabhängiges Prüflabor, hohe analytische Qualität, erfahrenes Personal und umfangreiches, modernstes Instrumentarium
Seibersdorf (OTS) - "Die Doping-Kontrollen müssen noch strenger
werden. Zudem sollen die Tests und Sanktionen weltweit
vereinheitlicht werden", meinte Staatssekretär Dr. Peter Wittmann bei
seiner Antrittsrede als neuer Vorsitzender des Österreichischen
Anti-Doping-Comités. Vor diesem Hintergrund haben die Austrian
Research Centers Seibersdorf (ARCS) im Bereich Lebenswissenschaften
mit dem Aufbau eines Dopingkontroll-Labors begonnen. Ziel ist die
Anerkennung durch das Internationale Olympische Comité (IOC)
innerhalb der nächsten zwei Jahre. Das Labor wird in enger
Kooperation mit der "Gruppe Sport" des Bundeskanzleramtes und mit
dem Österreichischen Anti-Doping-Comité errichtet.
"Seibersdorf ist der ideale Partner für die Errichtung eines
Dopingkontroll-Labors. So sind beispielsweise wichtige Geräte und
Laboratorien sowie erfahrenes Personal vorhanden, wodurch die Kosten
für den Aufbau erheblich reduziert werden", kommentiert
Ministerialrat Dr. Erich Irschik, Leiter der "Gruppe Sport" im
Bundeskanzleramt.
Das Thema Doping stellt eine interessante Herausforderung für die
ARCS dar und ist in einer unabhängigen Forschungsinstitution wie
Seibersdorf gut aufgehoben. Der zuständige Projektleiter Dr. Günter
Gmeiner dazu: "Anlaß ist die ständig wiederkehrende hohe Aktualität
des Dopings, die eine intensivere Beschäftigung mit diesem Problem
notwendig macht." Und weiter: ,,Gerade hier kann Österreich durch die
Errichtung eines analytischen Kompetenzzentrums auch in der
internationalen Antidoping-Forschung einen wichtigen Beitrag
leisten." In diesem Zusammenhang ist die Kooperation der ARCS mit dem
renommierten Labor für Dopinganalytik am Institut für Biochemie der
Deutschen Sporthochschule Köln zu erwähnen.
Nach erfolgter Akkreditierung werden ca. 1300 nationale Dopingproben
pro Jahr erwartet, die mittels einer Übersichtsanalyse in
"dopingverdächtige" und ,,dopingunverdächtige" Proben klassifiziert
werden. Wird auf Grund dieses "Screenings" in einer Probe eine
verbotene Substanz vermutet, so wird die Analyse mit einem auf die
Substanz maßgeschneiderten Analysenverfahren wiederholt. Bei
eindeutigem Nachweis einer verbotenen Substanz erfolgt eine
entsprechende Meldung an das Österreichische Anti-Doping-Comité, das
für die Durchführung und Organisation der Dopingkontrollen in
Österreich betraut ist.
Hohe analytische Qualität sowie Unabhängigkeit als Prüflabor sind
wesentliche Voraussetzungen für diese spezielle Art von chemischer
Analytik. Dabei geht es um den zweifelsfreien Nachweis der in der
Verbotsliste des IOC enthaltenen Substanzen. Die jahrelange Expertise
auf dem Gebiet der instrumentellen Analytik, das etablierte
Qualitätsmanagementsystem und die Erfahrung als nach ÖNORM EN 45001
akkreditierte Prüfstelle stellen die besten Voraussetzungen für die
angestrebte Akkreditierung durch das IOC dar.
Die Beschäftigung mit dem Thema "Antidoping" ist Teil der
strategischen ARCS-Neuausrichtung. Das Konzept entspricht dem
ARCS-Selbstverständnis, die Lösung aktueller gesellschaftsrelevanter
Fragestellungen durch bereichsübergreifende Forschung und Entwicklung
verstärkt in Angriff zu nehmen.
"Wir hoffen, daß die Errichtung eines nationalen
Dopingkontroll-Labors eine wirkungsvolle Ergänzung der bestehenden
Antidopingmaßnahmen in unserem Land sein wird und Österreich auch auf
diesem ,sportlichen' Gebiet durch die Beteiligung im Spitzenfeld der
internationalen Forschung seinen Vorbildcharakter erweitern kann.
Gute Antidopingarbeit braucht ein gutes System, und ein Labor ist ein
wesentlicher Teil eines solchen", resümiert Gmeiner.
Rückfragehinweis: Dr. Günter Gmeiner
Bereich Lebenswissenschaften
Austrian Research Centers Seibersdorf
Tel: 02254/780 Dw3539
Email: [email protected]
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