Erleichterung am Bau: 25 Kg Zementsäcke sind Realität

Fachverband der Stein- und keramischen Industrie und die Gewerkschaft Bau-Holz vereinbaren Reduzierung der Sackgewichte

Wien (ÖGB/GBH/FV Stein- u. keramische Industrie). "Die österreichische Zementindustrie und die Gewerkschaft Bau-Holz
(GBH) haben mit der Vereinbarung zur Reduzierung der Sackgewichte von bisher 50 Kilogramm auf 25 Kilogramm einen weiteren
Meilenstein auf dem Weg zur Verbesserung der Gesundheit aller im Baubereich und des Arbeitnehmerschutzes gesetzt", hieß es in einer heutigen gemeinsamen Presseaussendung des Fachverbandes der Stein-und keramischen Industrie und der Gewerkschaft Bau-Holz.++++

Seit Februar 25 kg Zementsäcke

Die österreichische Zementindustrie hat die kurze Winterpause genützt und ihre Maschinen auf die neuen Maße und Füllgewichte umgestellt. Mit 1. Februar 1999 hat die Zementindustrie diese freiwillige Vereinbarung erfüllt und die Zementsäcke von 50 kg auf 25 kg Sackinhalt umgestellt. Nach Abverkauf der Lagerbestände wird Sackzement ausschließlich in der neuen Einheit versendet. Generaldirektor Mag. Dr. Kriegner, Lafarge Perlmooser AG, dazu:
"Im Zuge der verstärkten Marketingmaßnahmen unserer Industrie halte ich diesen Schritt für einen weiteren Beweis der Kundennähe, wo wir aber auch besonders auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer Rücksicht nehmen."

Der Umrüstungsaufwand und die Investitionen in die neuen Anlagen von mehr als 100 Mio. S kommen letztendlich dem Bauarbeiter
zugute, der sich bei jedem Hebevorgang doch einiges an Belastung erspart. Der Umrüstungsaufwand wird nur zu einem äußerst geringen Teil an den Kunden weitergegeben.

Gesundheit hat Vorrang

Der Bundesvorsitzende der GBH, Johann Driemer, sieht sich in der konsequenten Aufklärungsarbeit und in den Verhandlungen mit den Vertretern der Zementindustrie bestätigt: "Eine Halbierung des Zementsackgewichtes ist nicht nur für den Bauarbeiter eine wesentliche Erleichterung, sondern wird auch langfristig die
daraus resultierenden volkswirtschaftlichen Folgekosten aus Gesundheitsschädigung und Krankenständen reduzieren bzw. vermeiden."

Dass die Reduzierung der Gewichte am Bau längst an der Zeit war, zeigt die Statistik. Bauarbeiter zählen in Österreich zu den gesundheitlich am meisten belasteten Arbeitnehmern. Rund 70
Prozent aller Bauarbeiter müssen vorzeitig die Invaliditätspension in Anspruch nehmen. Das durchschnittliche Pensionsalter für Bauarbeiter liegt durch die Gesundheitsschädigung - eine der Hauptursachen ist die Erkrankung des Bewegungs- und Stützapparates - bei 57 Jahren. Die Reduzierung des Sackgewichtes auf 25 kg ist daher ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bauarbeiter.

Informationskampagne wird gestartet

Für den privaten Kunden ergibt sich bei kleineren Mengen auch ein günstigerer Preis, die Manipulation beim Ein- und Ausladen sowie auf der Baustelle wird wesentlich erleichtert. So werden die Zementerzeuger die Einführung des 25 kg Sackes mit einer Plakataktion für Privat- und Gewerbekunden unterstützen, darüber hinaus werden Gewerbekunden wie Baumeister und Estrichkunden mit Mailings informiert. Die Gewerkschaft Bau-Holz wird hier die Zementindustrie unterstützen. Auch künftig sollte gemeinsam -Gewerkschaft und Wirtschaft - diesen Weg der Zusammenarbeit im Interesse der Arbeitnehmer und Volkswirtschaft weiterführen. (Bac-)

ÖGB, 5. März 1999 Nr. 95

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