- 04.03.1999, 13:25:17
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- OTS0183
Benzinpreisgespräch mit Farnleitner: - Strukturreform soll niedrigere Nettopreise bringen. - Tankstellenreduzierung und bessere Rahmenbedingungen.
Wien (OTS) - Um bei vergleichbaren Strukturbedingungen wie in
anderen europäischen Ländern ebenfalls deren Preisniveau zu
erreichen, sollten Gesetzgeber und Mineralölfirmen ihre
Strukturverbesserungsbeiträge leisten, war der Tenor eines
Gespräches, zu dem Wirtschaftsminister Dr. Hannes Farnleitner und
Vertreter des Fachverbandes der Erdölindustrie heute zusammenkamen.
Neben der unveränderbaren Mehrkostenkomponente, die sich aus der Lage
Österreichs (Standortfaktoren) auch in der Puwein-Studie ergibt,
seien vor allem die Tankstellendichte und die vorhandenen
unterschiedlichen Rahmenbedingungen für den Preisunterschied zu
anderen Ländern verantwortlich.
Man dürfe keine Vergleiche zum statistischen europäischen Schnitt
anstellen, sondern müsse eine konkrete Marktsituation, wie etwa die
Deutschlands, heranziehen, hieß es bei diesem Gespräch. Der Vergleich
mit Deutschland zeige, daß von der Preisdifferenz von derzeit rund 60
Groschen, 25 Groschen auf unterschiedliche Standortfaktoren
entfallen. Bessere Rahmenbedingungen im Shopbereich, bei
Artikelsortiment, Betriebszeiten und Verkaufsfläche sowie vor allem
die geringere Netzdichte bei unvergleichbar höherem Literabsatz je
Tankstelle ermöglichen in Deutschland eine gänzlich andere
Kostenstruktur.
Die Mineralölwirtschaft hat Farnleitner ein Drei-Punkte Programm
zur Reduzierung des Nettopeises unterbreitet, da man
selbstverständlich auch daran interessiert sei, zu günstigeren
Kalkulationen zu kommen.
1. Verbesserung der gewerblichen Rahmenbedingungen.
2. Gleichbehandlung von Markentankstellen und sogenannten
"outsidern" bei behördlichen Auflagen.
3. Beschleunigte Verdünnung des Tankstellennetzes in Österreich.
Die einzelnen Mineralölfirmen werden in den nächsten Wochen eine
Berechnung vorlegen, mit welchen Netzreduzierungsmaßnahmen welche
Nettopreissenkungen erzielbar sind. Der zweite Teil der Berechnung
werde aufzeigen, welche Preissenkungen durch einzelne
Verbesserungsschritte bei den Rahmenbedingungen erreichbar sind. Im
Gespräch mit Bundesminister Farnleitner wurde betont, man müsse sich
im Klaren sein, daß eine Verdünnung des Tankstellennetzes auch
Personalabbau und mögliche Probleme mit der Nahversorgung bedeute.
Die Schaffung von Automatentankstellen sei im Übrigen kein
großflächiger Lösungsansatz, da die Konsumenten solche Tankstellen
eher meiden.
Die Mineralölwirtschaft rege die Schaffung einer gemeinsamen
Arbeitsgruppe an, in der Vertreter von Bund und Ländern,
Konsumentenverbänden, Gemeinden, Autofahrerklubs, Sozialpartner und
Mineralölwirtschaft Änderungen der variablen Strukturbedingungen
diskutieren und zu einem Konsens kommen sollten, berichtete
Fachverbandsvorsteher Dr. Richard Schenz nach dem Gespräch mit BM
Farnleitner. Eine solche Arbeitsgruppe könne innerhalb der nächsten
zwei Wochen ihre Beratungen aufnehmen.
Rückfragehinweis: Fachverband der Erdölindustrie,
Tel: 01/713 23 48
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