Benzinpreisgespräch mit Farnleitner: - Strukturreform soll niedrigere Nettopreise bringen. - Tankstellenreduzierung und bessere Rahmenbedingungen.

Wien (OTS) - Um bei vergleichbaren Strukturbedingungen wie in anderen europäischen Ländern ebenfalls deren Preisniveau zu erreichen, sollten Gesetzgeber und Mineralölfirmen ihre Strukturverbesserungsbeiträge leisten, war der Tenor eines Gespräches, zu dem Wirtschaftsminister Dr. Hannes Farnleitner und Vertreter des Fachverbandes der Erdölindustrie heute zusammenkamen. Neben der unveränderbaren Mehrkostenkomponente, die sich aus der Lage Österreichs (Standortfaktoren) auch in der Puwein-Studie ergibt, seien vor allem die Tankstellendichte und die vorhandenen unterschiedlichen Rahmenbedingungen für den Preisunterschied zu anderen Ländern verantwortlich.

Man dürfe keine Vergleiche zum statistischen europäischen Schnitt anstellen, sondern müsse eine konkrete Marktsituation, wie etwa die Deutschlands, heranziehen, hieß es bei diesem Gespräch. Der Vergleich mit Deutschland zeige, daß von der Preisdifferenz von derzeit rund 60 Groschen, 25 Groschen auf unterschiedliche Standortfaktoren entfallen. Bessere Rahmenbedingungen im Shopbereich, bei Artikelsortiment, Betriebszeiten und Verkaufsfläche sowie vor allem die geringere Netzdichte bei unvergleichbar höherem Literabsatz je Tankstelle ermöglichen in Deutschland eine gänzlich andere Kostenstruktur.

Die Mineralölwirtschaft hat Farnleitner ein Drei-Punkte Programm zur Reduzierung des Nettopeises unterbreitet, da man selbstverständlich auch daran interessiert sei, zu günstigeren Kalkulationen zu kommen.

1. Verbesserung der gewerblichen Rahmenbedingungen.
2. Gleichbehandlung von Markentankstellen und sogenannten "outsidern" bei behördlichen Auflagen.

3. Beschleunigte Verdünnung des Tankstellennetzes in Österreich.

Die einzelnen Mineralölfirmen werden in den nächsten Wochen eine Berechnung vorlegen, mit welchen Netzreduzierungsmaßnahmen welche Nettopreissenkungen erzielbar sind. Der zweite Teil der Berechnung werde aufzeigen, welche Preissenkungen durch einzelne Verbesserungsschritte bei den Rahmenbedingungen erreichbar sind. Im Gespräch mit Bundesminister Farnleitner wurde betont, man müsse sich im Klaren sein, daß eine Verdünnung des Tankstellennetzes auch Personalabbau und mögliche Probleme mit der Nahversorgung bedeute. Die Schaffung von Automatentankstellen sei im Übrigen kein großflächiger Lösungsansatz, da die Konsumenten solche Tankstellen eher meiden.

Die Mineralölwirtschaft rege die Schaffung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe an, in der Vertreter von Bund und Ländern, Konsumentenverbänden, Gemeinden, Autofahrerklubs, Sozialpartner und Mineralölwirtschaft Änderungen der variablen Strukturbedingungen diskutieren und zu einem Konsens kommen sollten, berichtete Fachverbandsvorsteher Dr. Richard Schenz nach dem Gespräch mit BM Farnleitner. Eine solche Arbeitsgruppe könne innerhalb der nächsten zwei Wochen ihre Beratungen aufnehmen.

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