- 04.03.1999, 11:40:09
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LIF-NÖ für mehr Marktfreiheit in der Landwirtschaft
Reisenberger kritisiert Marktordnungsmentalität des ÖVP-Bauernbundes
St. Pölten (OTS) - "Die Diskussion um den Landwirtschaftsteil der
Agenda 2000 nimmt immer skurrilere Formen an", sagt der
Landwirtschaftssprecher des Liberalen Forums NÖ, Ing. Rudolf
Reisenberger. Der ÖVP-Bauernbund hängt einer Marktordungsmentalität
nach, die wir aus den letzten Jahrzehnten heimischer Agrarpolitik
kennen.
"Aber gerade dieses starre System hat uns die Probleme gebracht,
mit denen wir jetzt zu kämpfen haben", so Reisenberger. Es kann nicht
sein, daß trotz Überschuß weiter mit gestützten Preisen produziert
wird. Ein anderes Kapitel ist die Kulturpflege und die Erhaltung der
Landschaft, von der alle profitieren, vor allem der Fremdenverkehr.
"Diese Leistungen müssen den Landwirten abgegolten werden, allerdings
nicht über den Produktpreis, der nur die heimischen Konsumenten
belastet", sagt der liberale Agrarfachmann. Eine derartige
Marktverzerrung ist in der Konkurrenzsituation einer globalen
Wirtschaft nicht zielführend. Daß die Agenda 2000 ein liberaler
Schritt in Richtung Markt ist, ist unbestritten, die Auswirkungen
werden differenzierter gesehen. "Studien der Universitäten Amsterdam
und Berlin, sowie das Eurostat haben Berechnungen angestellt, die den
Bauern bei Umsetzung der Agenda 20-30 %ige Gewinne pro Arbeitsstunde
vorraussagen", so Reisenberger, "nur der ÖVP-Bauernbund spricht von
Einbussen in der Höhe von 4%".
"Die Zahlen der ÖVP sind deshalb rein spekulativ, weil es den
durchschnittlichen Betrieb nicht gibt", sagt der liberale
Reisenberger. Große Betriebe, die vor allem Getreide, daß es im
Überschuß gibt, in Masse produzieren, werden durch den Preisdruck des
Marktes umdenken müssen. "Aber der bäuerliche Familienbetrieb, der
flexibel auf den Markt reagieren kann und sich auch Nischen suchen
wird, profitiert von der Agenda 2000", so Reisenberger. "Leider
wollen viele Agrarpolitiker noch immer nicht einsehen, daß freies
Unternehmertum und staatliche Preis- und Abnahmegarantien nicht
kompatibel sind", so Reisenberger abschließend.
Rückfragehinweis: Liberales Forum NÖ,
Tel.: 01/403 13 00
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