Bürgermeister von Galtür und Ischgl waren über Lawinen vorgewarnt - NEWS liegen brisante Dokumente vor. Bürgermeister lehnten Evakuierung gefährdeter Objekte ab. Vorausmeldung zu NEWS Nr. 9/4.3.99

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, wurden die Bürgermeister von Galtür und Ischgl bereits fünf Tage vor der Lawinenkatastrophe von Seiten des Landes gewarnt, lehnten aber eine Evakuierung ab. NEWS liegen dazu brisante Fax-Briefe vor.

Aus diesen geht hervor, daß bereits am Freitag, dem 19. Februar, ein Fax der Landesregierung in der Gemeindestube von Galtür einlangte, das vor einer "anhaltend kritischen Lawinensituation" warnte. Es wurden weitere Schneefälle und "eine tendentielle Verschärfung" für das Wochenende angekündigt. Fazit der Warnung: "Für die Lawinenkommissionen in den betroffenen Gemeinden ergibt sich dadurch die größte Belastung durch vermehrte Bereitschaftsverpflichtung und Verantwortung." Gezeichnet: "Wendelin Weingartner. Landeshauptmann".

Einen Tag später folgte eine "verschärfte Warnung", verbunden mit einem Ultimatum: "Wir bitten Sie, bis 16 Uhr die Lawinenbeurteilung schriftlich zu übermitteln.." Außerdem forderte die Landesregierung "eventuelle Evakuierungsvorbereitungen".

Der Bürgermeister von Galtür, Anton Mattle, reagierte zwar umgehend, gab aber Entwarnung: "In der Nacht sind einige Lawinen im Gemeindegebiet von Galtür abgegangen.... Für den Ort Galtür dürfte sich auf Grund der vielen Lawinenabgänge die Situation entspannt haben.."

Auch der Bürgermeister von Ischgl, Herbert Aloys, in dessen Gemeindegebiet auch der Weiler Valzur liegt, schätzt in seinem Antwortfax die Lawinensituation harmlos ein: "Die Lawinenkommission hat einstimmig beschlossen, die Straße Richtung Landeck freizugeben (..) und die Räumung der Straße in Richtung Galtür zu beantragen. (..) Derzeit wird auf Grund der momentanen Lage nicht an eine Evakuierung von bewohnten Bauobjekten im Gemeindegebiet Ischgl gedacht. (...) In der Annahme, Sie ausreichend informiert zu haben, verbleibt mit freundlichen Grüßen Herbert Aloys."

Bis zum Abgang der Lawine in Galtür wiederholte sich dieser Fax-Verkehr mehrmals. Die Bürgermeister gaben stets Entwarnung. Landeshauptmann Wendelin Weingartner zu NEWS: "Wir mußten uns auf das Wort der örtlichen Lawinenexperten verlassen."

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