ÖGB-NÖ: Frauen fordern Erhöhung des Karenzgeldes

Behaltepflicht nach der Karenz auf 26 Wochen verlängern

Wien (ÖGB-NÖ). Das Thema "Karenzgeld" stand heute im Mittelpunkt des ÖGB-Landesfrauenausschusses. "Die Forderung nach einem Karenzgeld für alle klingt zwar gut, ist aber ungerecht und unfinanzierbar", kritisierte ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Christa Bogath. ++++

Nach dem Versicherungsprinzip könnten nur jene eine Leistung erhalten, die auch entsprechende Beiträge zahlen. Man könne also ArbeitnehmerInnen nicht verpflichten, das Karenzgeld für Bauern
und Selbständige zu finanzieren, so Bogath. Viel wichtiger als das Ausdehnen des Bezieherkreises, sei die Erhöhung des Karenzgeldes auf.6.000 Schilling.

"Das Karenzgeld ist seit 1996 nicht erhöht worden, das ist völlig inakzeptabel", kritisiert Bogath. Und auch die Bezugsdauer müsse wieder von 18 auf 24 Monate verlängert werden. "Vor allem für Alleinerzieherinnen ist die jetzige Regelung eine Kathastrophe."

Eine weitere Forderung der ÖGB-Frauen ist die Verlängerung der Behaltepflicht nach dem Karenzurlaub. Diese Frist beträgt derzeit nur vier Wochen. Nach dieser Zeit kann eine Frau jederzeit gekündigt werden. Viele haben somit keine Chance, einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erwerben.

"Wir fordern die Verlängerung der Behaltepflicht auf 26 Wochen",
so Bogath. Das erhöhe die Chance auf einen beruflichen Wiedereinstieg ganz wesentlich. Wenn eine Frau dann trotzdem gekündigt werde, habe sie zumindest eine gewisse soziale Absicherung in Form des Arbeitslosengeldes.

Auch das Thema "Beschäftigung" stand im Mittelpunkt des Landesfrauenausschuß des ÖGB-NÖ. "Unsere Frauen brauchen Arbeit von der sie auch leben können", meinte Bogath. Kritik übte Sie damit an der steigenden Zahl von Teilzeitbeschäftigungen, die den Lebensunterhalt jedoch nicht sichern. "Weg vom Zuverdienst hin zum eigenständigen Einkommen", bringt die Landesfrauenvorsitzende das Anliegen der Gewerkschafterinnen auf den Punkt. Die klare Folge dieser Forderung: Eine eigenständige Alterssicherung für Frauen. "Es muß doch endlich selbstverständlich werden, daß jeder von seiner Arbeit leben und sich dadurch eine menschenwürdige Alterssicherung schaffen kann", so Bogath. "Die Zeit der Almosen für Frauen muß endlich der Vergangenheit angehören."

ÖGB, 18. Februar 1999 Nr. 76

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