- 18.02.1999, 12:35:15
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- OTS0177
ÖGB-NÖ: Frauen fordern Erhöhung des Karenzgeldes
Behaltepflicht nach der Karenz auf 26 Wochen verlängern
Wien (ÖGB-NÖ). Das Thema "Karenzgeld" stand heute im Mittelpunkt
des ÖGB-Landesfrauenausschusses. "Die Forderung nach einem
Karenzgeld für alle klingt zwar gut, ist aber ungerecht und
unfinanzierbar", kritisierte ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Christa
Bogath. ++++
Nach dem Versicherungsprinzip könnten nur jene eine Leistung
erhalten, die auch entsprechende Beiträge zahlen. Man könne also
ArbeitnehmerInnen nicht verpflichten, das Karenzgeld für Bauern
und Selbständige zu finanzieren, so Bogath. Viel wichtiger als das
Ausdehnen des Bezieherkreises, sei die Erhöhung des Karenzgeldes
auf.6.000 Schilling.
"Das Karenzgeld ist seit 1996 nicht erhöht worden, das ist völlig
inakzeptabel", kritisiert Bogath. Und auch die Bezugsdauer müsse
wieder von 18 auf 24 Monate verlängert werden. "Vor allem für
Alleinerzieherinnen ist die jetzige Regelung eine Kathastrophe."
Eine weitere Forderung der ÖGB-Frauen ist die Verlängerung der
Behaltepflicht nach dem Karenzurlaub. Diese Frist beträgt derzeit
nur vier Wochen. Nach dieser Zeit kann eine Frau jederzeit
gekündigt werden. Viele haben somit keine Chance, einen Anspruch
auf Arbeitslosengeld zu erwerben.
"Wir fordern die Verlängerung der Behaltepflicht auf 26 Wochen",
so Bogath. Das erhöhe die Chance auf einen beruflichen
Wiedereinstieg ganz wesentlich. Wenn eine Frau dann trotzdem
gekündigt werde, habe sie zumindest eine gewisse soziale
Absicherung in Form des Arbeitslosengeldes.
Auch das Thema "Beschäftigung" stand im Mittelpunkt des
Landesfrauenausschuß des ÖGB-NÖ. "Unsere Frauen brauchen Arbeit
von der sie auch leben können", meinte Bogath. Kritik übte Sie
damit an der steigenden Zahl von Teilzeitbeschäftigungen, die den
Lebensunterhalt jedoch nicht sichern. "Weg vom Zuverdienst hin zum
eigenständigen Einkommen", bringt die Landesfrauenvorsitzende das
Anliegen der Gewerkschafterinnen auf den Punkt. Die klare Folge
dieser Forderung: Eine eigenständige Alterssicherung für Frauen.
"Es muß doch endlich selbstverständlich werden, daß jeder von
seiner Arbeit leben und sich dadurch eine menschenwürdige
Alterssicherung schaffen kann", so Bogath. "Die Zeit der Almosen
für Frauen muß endlich der Vergangenheit angehören."
ÖGB, 18. Februar 1999 Nr. 76
Rückfragehinweis: ÖGB-NÖ
Christa Bogath
Tel. 0664/392 01 23
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