- 18.02.1999, 10:00:19
- /
- OTS0076
Chemische Industrie bekennt sich zu "Responsible Care" - BILD=
In Sachen Umwelt und Sicherheit setzt man in Österreich auf Eigeninitiative
Wien (FCIÖ) - Mit dem freiwilligen Programm "Responsible Care"
zeigt Österreichs chemische Industrie, daß ihr Verantwortung für
Mensch und Umwelt am Herzen liegt. Hinter diesen beiden Worten
verbirgt sich eine weltweite Initiative chemischer Betriebe, die sich
zum Zweck einer Verbesserung der Gesundheits-, Sicherheits- und
Umweltsituation strenge Selbstkontrolle auferlegt haben. Das
Besondere am Programm Responsible Care sind dabei die spezifische
Ausrichtung auf die chemische Industrie, die Beurteilung durch einen
externen Gutachter und eine auf den Zeitraum von drei Jahren
limitierte Verleihung. ****
Die Idee zu diesem Projekt stammt aus Kanada, wo 1984 vom
kanadischen Chemieverband die Leitsätze für "Responsible Care", zu
deutsch "verantwortungsvolles Handeln", erarbeitet wurden. Wenig
später übernahm sie der europäische Chemie- Dachverband (CEFIC) mit
der Zielsetzung, das Programm in allen nationalen Verbänden Europas
zu implementieren. Die konkrete Umsetzung ist dabei Angelegenheit des
jeweiligen Landes.
Musterschüler Österreich
In Österreich entschloß sich der Fachverband der chemischen
Industrie sehr früh zur Einführung einer eingehenden Betriebsprüfung:
Obwohl im Vergleich zu anderen europäischen Staaten die gesetzlichen
Auflagen und Vorschriften für Betriebe als streng bezeichnet werden
können, müssen im Rahmen des "Responsible Care"-Programmes eine Reihe
von darüber hinausgehenden Maßnahmen erfüllt werden.
"Österreich war das erste Land, in dem ein externer, unabhängiger
Prüfer die Beurteilung des Betriebes vornimmt", erklärt Dr. Franz
Latzko, Responsible Care-Verantwortlicher des Fachverbandes, nicht
ohne Stolz. "Damit wollen wir deutlich machen, daß es sich um eine
ernstgemeinte Selbstverpflichtung der chemischen Industrie handelt,
ihre Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt wahrzunehmen."
Schritt für Schritt zum Zertifikat
Plant ein Unternehmen, sich der Responsible Care Prüfung zu
unterziehen, meldet es sein Interesse beim Fachverband der chemischen
Industrie an und wird zu Beginn mit allen erforderlichen Unterlagen
und Checklisten versorgt, die einer ersten Selbstprüfung dienen
sollen. In weiterer Folge übernimmt der Fachverband die Anmeldung zur
Prüfung, ersucht um Nominierung eines unabhängigen WIFI-Gutachters
und berät den Betrieb bei den Vorbereitungen. Anschließend wird der
Bericht des Gutachters einer formalen Überprüfung unterzogen.
Die Überprüfung nimmt je nach Betriebsgröße ein bis zwei Prüfer
einen vollen Tag in Anspruch. Schließlich müssen rund 200 Fragen in
den Bereichen Energie, Entsorgung, Lagerung, Arbeitnehmerschutz,
Störfallvorsorge und Umweltorganisation - um nur einige zu nennen -
nach einem Punktesystem bewertet werden. Dabei kann mit der Erfüllung
aller gesetzlichen Auflagen lediglich die Hälfte der Punkte erreicht
werden, für das Bestehen der Prüfung sind jedoch 80 Prozent
erforderlich. Besitzt ein Unternehmen mehrere Standorte, muß es sich
auch mehreren Überprüfungen stellen, da jeder Standort einzeln
bewertet wird.
Hat ein Betrieb alle Schritte erfolgreich abgeschlossen, erhält er
vom Fachverband der chemischen Industrie das auf drei Jahre
befristete Zertifikat "Responsible Care" verliehen. Der Gebrauch
dieses Zeichens ist jedoch auf Firmenwerbung beschränkt und darf
nicht für Produktwerbung verwendet werden, um die Konsumenten durch
die Vielfalt der unterschiedlichen Zertifizierungen nicht zu
verwirren. Nach Ablauf der drei Jahre muß sich der Betrieb einer
Kontrollüberprüfung unterziehen, um die Bezeichung "Responsible Care"
weiterführen zu dürfen.
Abgrenzung zu EMAS und ISO
Verwirrung herrscht indessen mancherorts über den wachsenden Markt
der diversen Zertifizierungen, deren Unterschiede für Laien nur mehr
schwer zu überblicken sind. Neben den Normen der International
Organization of Standardization (ISO 9.000 für die allgemeine
Vereinheitlichung betrieblicher Abläufe und ISO 14.000 für alle
betrieblichen Abläufe, die die natürliche Umwelt betreffen)
entwickelte die EU 1995 zusätzlich die sogenannte EMAS-Verordnung.
Diese Verordnung, in Österreich als "Öko-Audit" bezeichnet, soll
ebenfalls von den EU-Mitgliedsstaaten auf nationaler Ebene umgesetzt
werden und basiert wie Responsible Care auf Freiwilligkeit und
Selbstverantwortung. Zielsetzung und Vorgangsweise haben große
Ähnlichkeit mit Responsible Care, aber es gibt doch Unterschiede:
"Der Vorteil von Responsible Care liegt in der speziellen Abstimmung
auf die Besonderheiten einer Branche, in diesem Fall die
Produktionsbetriebe der chemischen Industrie", erklärt Experte Dr.
Latzko.
Ein weiterer Unterschied besteht darin, daß Responsible Care auch
die Bereiche Sicherheit und Arbeitnehmerschutz einschließt und somit
über den von der EMAS-Verordnung abgedeckten Umweltbereich
hinausgeht. "Generell kann man allerdings sagen, daß sich die Systeme
in ihren Anforderungen aufeinander zu entwickeln", vermutet Dr.
Latzko eine baldige Vereinfachung der Zertifizierungsthematik.
Derzeit sind in Österreich 32 Standorte Responsible Care geprüft,
auf die rund 50 Prozent der gesamten Produktion und etwa ein Drittel
der Mitarbeiter der österreichischen chemischen Industrie entfallen.
Bereits in Planung ist eine Ausweitung auf Betriebe des
Chemikalienhandels und der Mineralölindustrie in entsprechend
adaptierter Form.
Siehe auch APA/OTS-Bild www.ots.apa.at/file-service/4019.htm
Rückfragehinweis: Fachverband der chemischen Industrie
Dr. Franz Latzko
[email protected]
Telefon (01) 50105-3367
http://www.wk.or.at/fcio/
oder
PR-Büro Halik
Mag. Doris Kornitzer
Telefon (01) ) 59664211
[email protected]
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HAG/FCIÖ






