Laserpointer sind nicht gefährlich

Wirtschaft prüft Klagen auf Schadenersatz

Wien (OTS) - Obwohl Ministerin Prammer keine befundeten Augenverletzungen dokumentieren kann und seit Wochen über ein Gutachten des AKH Wien, Prof. Dr. M. Stur (83 Sekunden direkter Bestrahlung der Netzhaut können das Auge vorübergehend blenden aber keine Verletzung verursachen!), verfügt, wird weiterhin ein nachweislich ungefährliches Produkt als gefährlich verleumdet. In Österreich haben diese "starken" Lasergeräte der Klasse 3B bis 5mWatt Leistung geschätzte 250.000 begeisterte Kunden im Alter zwischen 10 und 90 Jahren gefunden. Nie ist eine Verletzung passiert. Das Forschungszentrum Seibersdorf bestätigt, daß auch der internationalen Expertengemeinschaft bisher keinerlei Augenverletzungen verursacht durch Geräte dieser Klasse bekannt sind. Auch die ins Treffen geführten angeblich möglichen Irritationen von z.B. Schulbuslenkern erschienen angesichts der weit größeren Blendungsgefahr durch z.B. die neuen Xenon Scheinwerfer an den Haaren herbeigezogen. Die Fa. Hinterecker Ges.m.b.H., 1180 Wien, als größter Importeur der betroffenen Lasergeräte wird alle rechtlichen Schritte prüfen, mit Schadenersatzklagen gegen den Gesetzgeber vorzugehen, um dadurch das fahrlässig schwer in Mißkredit gebrachte Produkt bei den Konsumenten zu rehabilitieren. Auch die WK Österreich, vertreten durch Präsident Maderthaner und Generalsekretär Dr. Stummvoll, sprechen von einer sachlich unbegründeten und nicht gesetzeskonformen Aktion von Frau Ministerin Prammer.

Gutachten vom AKH Wien, Univ.-Klinik für Augenheilkunde und Optometrie, Vorstand: o.Univ.Prof.Dr.H.Freyler, Ambulanz für Netzhautgefäß- und Makulakrankheiten, Leiter: a.Univ.Porf.Dr. Michael Stur

Sehr geehrter Herr Hinterecker!

Bezugnehmend auf Ihre Anfrage, ob es durch die mißbräuchliche Verwendung von Laserpointern zu Augenschäden kommen kann, erlaube ich mir aus der Sicht eines ophthalmologischen Laserchirurgen und Laserschutzbeauftragten der Augenklinik folgende Stellungnahme abzugeben:

Bei den handelsüblichen Laserpointern handelt es sich um Diodenlaser roter Wellenlänge, die mit zwei oder drei 1,5 V Batterien betrieben werden und einen unfokussierten, geringgradig divergenten Laserstrahl ausstrahlen. Dieser Laserstrahl hat, je nach Hersteller und Modell, an der Austrittsöffnung eine Leistung von typischerweise 300 MyW bis 5mWatt.

Die Frage, ob eine Laserstrahlung eine für die Netzhaut gefährliche Leistung erreicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Erstens muß der Laserstrahl auf die Netzhaut fokussiert werden, zweitens muß eine gewisse Expositionsdauer erreicht werden, drittens muß das Auge während dieser Expositionsdauer völlig unbeweglich sein und viertens muß die benutzte Wellenlänge eine entsprechende Absorption im Gewebe aufweisen, damit eine thermische Läsion - eine Verbrennung - entsteht. Die beste Absorption im Auge hat eine gelbe Wellenlänge, schlechter absorbieren grün und orange, am schlechtesten wird rot absorbiert.

In Bezug auf den Laserpointer stehen folgende Tatsachen konstruktionsbedingt fest:

Der Laser strahlt kein echt kohärentes Laserlicht aus, weil Diodenlaser stets ein divergentes Licht aussenden, deswegen wird der Laserstrahl mit einer Linse annährend kohärent gemacht. Eine Fokussierung auf die Netzhaut erfordert daher ein Hilfslinsensystem. Der Laserpointer wird zudem meist nicht mit einem Stativ verwendet, sondern in der Hand gehalten, wodurch es unmöglich ist, den Laserfleck länger als einige Sekundenbruchteile exakt auf einer Stelle zu halten. In einer Entfernung von 5 bis 7 Metern bewegt sich der mit der freien Hand gehaltenen Laserpointer erzeugte Fleck ständig mindestens 5 bis 10 mm, meist aber einige Zentimeter. Wird ein unbeteiligter Beobachter von diesem Laserfleck am Auge getroffen, löst dies einen Reflex aus. Dies kann entweder dazu führen, daß der Beobachter direkt in den Laserstrahl blickt und dann blinzelt oder wegschaut, oder daß er, durch den Laser irritiert, sofort wegschaut. Im ersten Fall kann es zu einem kurzzeitigen Belichten der Makula mit dem Laserlicht kommen. Die rote Wellenlänge des Laserpointers wird von den Pigmenten des Augenhintergrunds aber auch nur sehr schlecht resorbiert. Die Belichtung der Makula führt zu einem Blendeffekt, das heißt, die Netzhaut wird durch das rote Licht zunächst ausgebleicht -das Sehpigment wird komplett verbraucht - und erst nach einer Erholungszeit von einigen Minuten - in denen neues Sehpigment gebildet wird - wird wieder ein volles Sehvermögen erreicht. Während der Erholungszeit sieht der Patient einen dunklen Fleck, der Nachbild genannt wird. Blendungserscheinungen dieser Art treten bei direktem Blick auf jede Lichtquelle, wie zum Beispiel bei der Sonne, bei einem Blitz eines Photoapparates oder bei einer einfachen Kerze auf. Diese vorübergehende Blendung der Netzhaut ist harmlos und führt zu keinen bleibenden Schäden.

Lichtschäden der Netzhaut sind in der Regel dadurch bedingt, daß der natürliche Blinkreflex oder der Wegschaureflex unterdrückt werden oder dadurch, daß extrem starke Lichtquellen auf das Auge gerichtet werden. So ist bekannt, daß bei Drogensüchtigen, die im Drogenrausch minutenlang in die Sonne blicken, schwere Verbrennungen der Netzhaut auftreten können. Ebenso kann es bei Patienten während einer durch Komplikationen verlängerten Augenoperation zu Lichtschäden der Netzhaut durch das Operationsmikroskop kommen. Auch sind Lichtschäden der Netzhaut durch Laserstrahlen seit Jahren in der ophthalmologischen Literatur bekannt. Meist handelt es sich um Schäden durch Hochenergielaser, wie sie in der Industrie oder zu militärischen Zwecken verwendet werden. In diesen Fällen wurde Laser verwendet, deren Leistung im Wattbereich (mehr als 1000 mW) lag oder die eine Wellenlänge im Infrarotbereich, die keinen Schutzreflex auslöst, aussendeten.

Zweifellos wäre es auch denkbar, durch eine spezielle Vorrichtung, die den Laserpointer auf einem Stativ fixiert, mit einem Hilfslinsensystem auf die Netzhaut fokussiert, ebenso den Kopf fixiert und Augenbewegungen und den Lidschluß unterdrückt, bei mehrminütiger Belichtung der Netzhaut einen gewissen Effekt auf die Netzhaut zu erreichen, wobei gar nicht sicher ist, ob nicht im menschlichen Auge - im Gegensatz zu einem Modellauge aus Kunststoff -die erzielbare Erwärmung durch die starke Durchblutung der Aderhaut und den damit erzeugten Abkühleffekt sowie durch die geringe Absorption des roten Lichtes in den Pigmenten der Aderhaut so reduziert wird, daß eine Koagulationswirkung verhindert wird!

In der Augenheilkunde wird derzeit ein roter Diodenlaser im Rahmen der photodynamischen Therapie der neovaskulären Makulopathie erprobt. Dabei wird ein Laserstrahl mit einer Fleckgröße (auf der Netzhaut) zwischen 0,4 mm und 6 mm insgesamt 83 Sekunden lang direkt auf die Makula gerichtet, ohne daß dadurch eine thermische Läsion entsteht. Die Wirkung entsteht ausschließlich durch Absorption in einem vorher intravenös applizierten Medikament, das durch das Laserlicht aktiviert wird. Die dafür verwendete Leistung liegt zwischen 0,6 mW (0,4 mm Fleckgröße) und 195 mW (6,4 mm Fleckgröße). Wenn also in einem entsprechend fixierten und mit Hilfslinsen ausgerüsteten System ein 1 mm großer Fleck auf der Netzhaut 83 Sekunden lang mit 5mW belichtet werden kann, ohne daß eine thermische Wirkung (Verbrennung der Netzhaut) eintritt, ist es nicht möglich, daß eine solche Wirkung mit einem aus 5 Meter Entfernung mit der freien Hand auf einen frei beweglichen Beobachter innerhalb von Sekundenbruchteilen erzielt werden kann!

Es sind in der Literatur bisher keine Fälle bekannt, die durch einen Laserpointer eine bleibende Schädigung der Netzhaut erlitten haben. Es werden aber etliche Fälle zitiert, wo durch den Laserpointer Blendeffekte verursacht wurden, die für die Betroffenen durchaus lästig waren und zu Unannehmlichkeiten geführt haben. Diese Blendeffekte können - wie erwähnt - durch jede andere Lichtquelle genauso verursacht werden und stellen keine spezielle Gefährdung unbeteiligter Personen durch Laserpointer dar. Die Laserpointer habe sich seit Jahren bei Diavorträgen und bei Multimedia-Präsentationen bewährt und sollten durch fehlgeleitete Verdächtigungen keinesfalls in Mißkredit gebracht werden.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Michael Stur

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