- 09.02.1999, 08:11:48
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Hysterie um "Kampfhunde"
THWA verurteilt Pauschalverteufelungen bestimmter Hunderassen
Wien (OTS) - Europaweit scheint das "Kampfhundefieber"
ausgebrochen sein. Hunde werden nur aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit
öffentlich verteufelt. Verbotsgesetze sind entweder bereits in Kraft
oder in Planung. Auch in Österreich titelte eine große Tageszeitung:
"Kampfhunde im Blutrausch". Auflagensteigerung zu Lasten der Tiere.
Das Tierhilfswerk Austria (THWA) wehrt sich gegen solche
Pauschalverurteilungen.
Am Montag, 8.2., widmete eine große österreichische Tageszeitung dem
Thema "Kampfhunde" einen großen Artikel. Darin wurden zu Recht
Haltung und Konditionierung einiger Hunde der Rasse Dogo Argentino
durch einen dubiosen "Züchter" kritisiert. Die Dogos hatten mehrfach
andere Hunde beim Spaziergang schwerstens verletzt. Doch man darf von
diesem Fall nicht auf die Rasse schließen !
Mag. Alexander Willer, Caniden-Referent des THWA: "Wissenschaftlich
gesehen gibt es keine 'Kampfhunderassen'. Der Begriff ist blanker
Unsinn. Ebenso gibt es keine Rasse namens "Pitbull". Ein
überaggressives Verhalten von Hunden ist nicht rassisch festgelegt,
sondern beruht auf falsche Konditionierung und Haltung durch den
Menschen ."
Das Geschrei vieler publicityträchtiger Schlagzeilen hat in Europas
Politik leider ein Echo gefunden. Während Großbritannien und Norwegen
schon seit Jahren Gesetze gegen Hunde vom "Typus" Pitbull haben,
Baden-Württemberg und Bayern rigide Verbotsgesetze für Hunde
"gefährlicher Rassen" einführten, traten nun auch Frankreich, die
Niederlande und Brandenburg auf den Plan, Berlin gedenkt bald zu
folgen. Überall dienen Rassen wie Bullterrier, Dogo Argentino,
Mastino, Staffordshire Terrier oder Fila Brasileiro als Sündenböcke.
Das THWA fordert daher:
* Aufhebung bzw. Nichteinführung von Verbotsgesetzen bestimmter
Rassen
* Hingegen Verbot sog. "Aggressivzuchten", wobei Hunde durch
Einsperren in engen Zwingern, Nahrungsenzug oder körperliche
Schmerzzufügung "scharf" gemacht werden.
* Gewerberechtliche Prüfung für Züchter, um die vielen seriösen
unter ihnen endlich von den schwarzen Schafen zu trennen.
Willer weiter: "Österreich sollte von diesem
'Kampfhundefieber'nicht angesteckt werden. Wie wenig zielführend
Gesetze dieser Art sind, zeigte ja das Beispiel Steiermark, wo der
Verfassungsgerichtshof die Verordnung über 'gefährliche Hunde' im
Vorjahr wieder aufgehoben hatte."
Rückfragehinweis: Mag. Alexander Willer, THWA, 02243-22964-15
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