- 07.02.1999, 10:01:40
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Zweifel an Einzeltäter-Theorie
Josefstadt-Schauspieler Alexander Wächter: "Bin mir sicher, Fuchs 1997 im Wiener ,Gmoakeller¹ zusammen mit einem Neonazi gesehen zu haben"
Wien (OTS) - Knapp vor Beginn der zweiten Woche im Fuchs-Prozeß
tauchen wieder Zweifel an der Einzeltäter-Theorie auf. Wie das
Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner Montag erscheinenden Ausgabe
berichtet, ist sich der bekannte Josefstadt-Schauspieler Alexander
Wächter sicher, Fuchs im Frühjahr 1997 zusammen mit einem ihm
namentlich bekannten Neonazi in einem Wiener Lokal gesehen zu haben.
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Wächter hat unmittelbar nach der Verhaftung von Fuchs das
Innenministerium über seine Beobachtung informiert. "Ich hatte den
Eindruck, daß kein besonders großes Interesse besteht, diese Spur
weiterzuverfolgen", so Wächter gegenüber FORMAT.
Die Begegnung ereignete sich nach Darstellung Wächters im
Szene-Wirtshaus "Gmoakeller". Der ihm flüchtig bekannte
Rechtsextremist aus dem Waldviertel habe ihn an den Tisch gebeten,
und seinen Begleiter vorgestellt: "Das ist mein Freund, der Ingenieur
Fuchs aus Gralla."
Daraufhin habe man sich kurz unterhalten und über die Tatsache
gewitzelt, daß Wächter als gebürtiger Steirer noch nie von der
kleinen Ortschaft nahe der slowenischen Grenze gehört habe. Auf die
Frage, ob Fuchs die Ansichten des Waldviertler Rechtextremisten
teile, sei dieser sehr einsilbig gewesen: "Oh, das ist schwierig, das
ist sehr schwierig."
Einige Wochen später will Wächter die beiden nochmals zusammen
gesehen haben: Am Dorfplatz jener kleinen Gemeinde, in der der
Schauspieler seine Wochenenden verbringt.
Als nach der Verhaftung von Franz Fuchs die ersten Fotos des
Verdächtigen veröffentlicht werden, erinnert sich Wächter an die
Begegnung im "Gmoakeller". Wächter: "Ich bin mir hundertprozentig
sicher, daß es sich bei dem Mann, den ich im Wirtshaus gesehen habe,
um Franz Fuchs handelt."
Sollte Wächter recht haben, dann stützt das die These, daß Franz
Fuchs entweder Mittätter oder zumindest ein kommunikative Umfeld
hatte, aus dem er manche seiner Ideen bezog. Der Autor der
BBA-Pamphlete Fuchs bestreitet, die Briefe geschrieben zu haben
verfügt nämlich über Insider-Informationen aus der rechten Szene.
Bislang fehlen alle Hinweise darauf, daß Fuchs Verbindungen zu
einschlägigen Kreisen hatte.
Rückfragehinweis: Format-Innenpolitik,
Martin Staudinger, 0664/431 71 07
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