Zweifel an Einzeltäter-Theorie

Josefstadt-Schauspieler Alexander Wächter: "Bin mir sicher, Fuchs 1997 im Wiener ,Gmoakeller¹ zusammen mit einem Neonazi gesehen zu haben"

Wien (OTS) - Knapp vor Beginn der zweiten Woche im Fuchs-Prozeß tauchen wieder Zweifel an der Einzeltäter-Theorie auf. Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, ist sich der bekannte Josefstadt-Schauspieler Alexander Wächter sicher, Fuchs im Frühjahr 1997 zusammen mit einem ihm namentlich bekannten Neonazi in einem Wiener Lokal gesehen zu haben. ****

Wächter hat unmittelbar nach der Verhaftung von Fuchs das Innenministerium über seine Beobachtung informiert. "Ich hatte den Eindruck, daß kein besonders großes Interesse besteht, diese Spur weiterzuverfolgen", so Wächter gegenüber FORMAT.

Die Begegnung ereignete sich nach Darstellung Wächters im Szene-Wirtshaus "Gmoakeller". Der ihm flüchtig bekannte Rechtsextremist aus dem Waldviertel habe ihn an den Tisch gebeten, und seinen Begleiter vorgestellt: "Das ist mein Freund, der Ingenieur Fuchs aus Gralla."

Daraufhin habe man sich kurz unterhalten und über die Tatsache gewitzelt, daß Wächter als gebürtiger Steirer noch nie von der kleinen Ortschaft nahe der slowenischen Grenze gehört habe. Auf die Frage, ob Fuchs die Ansichten des Waldviertler Rechtextremisten teile, sei dieser sehr einsilbig gewesen: "Oh, das ist schwierig, das ist sehr schwierig."

Einige Wochen später will Wächter die beiden nochmals zusammen gesehen haben: Am Dorfplatz jener kleinen Gemeinde, in der der Schauspieler seine Wochenenden verbringt.

Als nach der Verhaftung von Franz Fuchs die ersten Fotos des Verdächtigen veröffentlicht werden, erinnert sich Wächter an die Begegnung im "Gmoakeller". Wächter: "Ich bin mir hundertprozentig sicher, daß es sich bei dem Mann, den ich im Wirtshaus gesehen habe, um Franz Fuchs handelt."

Sollte Wächter recht haben, dann stützt das die These, daß Franz Fuchs entweder Mittätter oder zumindest ein kommunikative Umfeld hatte, aus dem er manche seiner Ideen bezog. Der Autor der BBA-Pamphlete Fuchs bestreitet, die Briefe geschrieben zu haben verfügt nämlich über Insider-Informationen aus der rechten Szene. Bislang fehlen alle Hinweise darauf, daß Fuchs Verbindungen zu einschlägigen Kreisen hatte.

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