ARBÖ: Wer haftet für Sturm-Schäden am Auto?

Wien (ARBÖ) - Sturm über großen Teilen Ostösterreichs. Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h im Raum Wien führen auch auf den Straßen zu gefährlichen Situationen. Die bange Frage zahlreicher Autofahrer an die ARBÖ- Verkehrsjuristen lautete heute daher: "Wer haftet für Sturmschäden an Autos beispielsweise durch herabfallende Äste, oder umstürzende Bäume?"

In den meisten Fällen decken nur Kaskoversicherungen Sturmschäden. Laut ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert sind dabei aber auch die Rahmenbedingungen wichtig: "Von einem Sturm spricht man erst ab Windgeschwindigkeiten von 60 km/h." Da die Kaltfront in den letzten Stunden mit Böen von 100 km/h und mehr über weite Teile von Ostösterreich fegte, ist diese Kriterium erfüllt.

Die Haftungsfrage, etwa bei umgestürzten Bäumen ist durch das Gesetz klar geregelt: Ein umgestürzter Baum blockiert die Straße. Aufgrund dieses Verkehrshindernisses kommt es zu einem Unfall. "In diesem Fall kann die Wegehalterhaftung eintreten - allerdings nur dann, wenn ein gravierendes Verschulden des Straßenerhalters nachgewiesen werden kann." In der Praxis bedeutet das: "Je
wichtiger die Verkehrsverbindung ist, desto rascher muß der Wegehalter das Hindernis wegräumen", erläutert die ARBÖ-Verkehrsjuristin.

Wird ein Fahrzeug von einem Ast getroffen und beschädigt so haftet niemand, weil das Ereignis auf höherer Gewalt beruht. Das gilt für parkende, vor der Ampel haltende oder fahrende Autos.
"Nur wenn der Baum offensichtlich schon vorher morsch war, könnte der Liegenschaftsbesitzer zur Haftung herangezogen werden", läßt die ARBÖ-Verkehrsjuristin ein Versicherungs-Schlupfloch offen. "Diese Morschheit des Baumes muß allerdings vom Geschädigten erst bewiesen werden."

Wird ein Fahrzeug durch herabstürzende Dachteile (z.B. Ziegelsteine, Blumentöpfe) beschädigt, so gilt ähnliches wie bei den umgestürzten Bäumen: "Ist dem Hausbesitzer schuldhaftes Verhalten nachzuweisen, so kann dieser auch dafür haftbar gemacht werden", weiß ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert.

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