Mord als Freizeitvergnügen Das blutige Geschäft mit dem Jagdtourismus

Wien (OTS) - Heute, Freitag, 5.2.1999 öffnet die Jagdmesse "HOHE JAGD" in Salzburg für 3 Tage ihre Pforten. Neben Jagdbekleidung, Waffen, Geländefahrzeugen und sonstigen Jagdutensilien wird vor allem eines angeboten: Jagdreisen auf Tiere in der ganzen Welt.

Das Geschäft mit dem Jagdtourismus, das Töten von Tieren in aller Welt ist lukrativer als jemals zuvor. Alleine in Österreich existieren 22 verschiedene Anbieter von Jagdreisen. Noch vor wenigen Jahren gab es gerade 10 derartige Unternehmen. Und so ist es nicht verwunderlich, daß viele Jagdreiseveranstalter bei der "Hohen Jagd" mit aufwendig gestalteten Messeständen Jagd auf potentielle Kunden machen. Mit speziellen Angeboten wird den Besuchern die Lust aufs Jagen im Ausland schmackhaft gemacht: Billigreisen, Pauschalangebote, Spezialangebote. Frühjahrsbärenjagd in Kanada um ATS 60.000.- bei der Wölfe in unbeschränkter Zahl völlig kostenlos zusätzlich abgeknallt werden können. Oder Kombijagden auf Elch, Karibou, Braunbär, Schwarzbär, Wolf und Vielfraß in Alaska um ATS 78.000.- Und wer das besondere sucht, wird es finden: Eisbärenjagd im hohen Norden um ATS 100.000.- !

Die Hochglanzkataloge der Jagdreiseveranstalter lesen sich wie die Listen gefährdeter Tierarten: Ob Nashorn, Elefant oder Leopard, Eisbär, Wolf oder Puma, sie stehen alle auf der Abschußliste. Kein Teil der Erde bleibt verschont: Ob Europa, Amerika, Afrika, Asien oder Australien, die Welt der Jagdreisen ist grenzenlos.

Die Anbieter kommen ihre Kunden in jeder Form entgegen: Die Reisen werden nicht nur immer billiger, sondern auch immer komfortabler. Der Jagdtourist muß nur mehr den Abzug seiner Waffe bedienen, alles andere wird für ihn organisiert. Der Erfolg eines Abschusses wird garantiert. Die Tiere werden schon Wochen vor der Jagd zu Futterplätzen gelockt, wo sie vom Jagdtouristen aus sicherer Entfernung von einem beheizten Hochstand aus abgeknallt werden. Mit Helikoptern werden Wölfe bis zur Erschöpfung gehetzt, um dann vom Jagdgast aus dem Fluggerät getötet zu werden. .Mit speziellen Hundemeuten werden Bären in Kanada gehetzt, bis sie sich vor Erschöpfung stellen. Besondere beliebt sind Frühjahrsbärenjagden:
Gerade erst aus dem Winterschlaf erwachte und ziemlich geschwächte Bären werden von Booten aus abgeknallt, wenn sie sich zum Trinken an einen See begeben. Artenschutzbemühungen, Weidgerechtigkeit und Fairneß werden ignoriert. Das Geschäft muß stimmen.

Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Mit den Angeboten der Jagdreiseveranstalter bei der "HOHEN JAGD" in Salzburg beginnt auch dieses Jahr wieder das blutige Treiben der Trophäenjäger in aller Welt. Trophäenjagd ist eine Verhöhnung der Schöpfung übelster Sorte und erfordert vom Jäger maßlos übersteigerten Geltungsdrang, Feigheit und Geld. Wer heutzutage Jagdreisen anbietet ist ein skrupelloser Geschäftemacher. Und wer Tausende Schillinge ausgibt, um einen Bären, Leoparden oder Tiger ermorden zu dürfen, ist für mich eine Kreatur die sich die Auslebung niedrigster Triebe einfach erkauft. Den Fuß auf ein zu Tode gemartertes Tier zu setzen und sich dann ablichten zu lassen und sich die Trophäe schließlich im eigenen Wohnzimmer aufzustellen - pfui Teufel !"

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