"Aus" für Käfighühner - Utopie oder Realität?

Wien (OTS) - Während sich die EU-Kommission nach wie vor herumstreitet, ob zukünftig den Käfighühnern 450 oder 800cm2/Huhn im Käfig zur Verfügung stehen sollen, hat sich das EU-Parlament am 28. Jänner 1999 für ein Verbot der Legebatteriehaltung ab dem Jahr 2009 ausgesprochen.

Renate Mayer, Referat für Landwirtschaft des THWA: "Die Haltung von Legehühnern in Käfigen, egal ob 450cm2 oder 800cm2 pro Huhn ist Tierquälerei. Die Aggressivität artet oft sogar in Kannibalismus aus. De= r Gestank der Legebatteriefabriken gefährdet durch die enorme Keimbelastung auch die Gesundheit der Menschen in der Umgebung der Hallen.

Die EU-Kommission beharrt noch immer auf der Käfighühnerhaltung, obwohl zahlreiche Interessensvertretungen dagegen Sturm laufen, nicht zuletzt die Landwirte selbst. Die billige Herstellung landwirtschaftlicher Produkte mit möglichst geringem Arbeitsaufwand hat aber noch immer Vorrang vor Gesundheit und Tierschutz. Das EU-Parlament hat offensichtlich mehr Tierschutzverständnis und votierte am 28. Jänner 1999 für ein EU-weite= s Verbot der Käfighühnerhaltung innerhalb der nächsten 10 Jahre. In Österreich ist die Käfighühnerhaltung in den Bundesländern Salzbu= rg, Vorarlberg und Wien mit Übergangsfristen im Rahmen der Nutztierhaltungsverordnungen (Gesetz von Salzburg) gesetzlich verboten worden. Einer Diskriminierung der Hühner und allen anderen landwirtschaftlichen Tieren nicht nur auf EU-Ebene, sondern auch auf nationaler Ebene wurde Tür und Tor geöffnet, weil sich Länder mit der größten Käfigeierproduktion (Niederösterreich, Steiermark und Oberösterreich) freuen konnten ob ihres wirtschaftlichen Gewinns.

Christian Janatsch, Präsident des TIERHILFSWERKES AUSTRIA: "Nur ein Bundestierschutzgesetz kann diese Mißstände in Österreich beseitigen und die lückenlose Vollziehung der EU-Richtlinien für den Tierschutz gewährleisten."

Landwirtschaftsminister Molterer hat nun die Aufgabe, seine Vorschläge und Lippenbekenntnisse für eine nachhaltige, tierfreundliche Landwirtschaft wahr zu machen und endlich Direktiven für die österreichischen Bauern setzen, damit eine artgerechte Tierhaltung, insbesondere die alternative Hühnerhaltung endlich flächendeckend Fuß fassen können.

Renate Mayer: "Tier- und Konsumentenschutz sind in Österreich und in der EU vorrangig zu behandeln und in die Praxis umzusetzen und nicht als wahlpolitische Machtinstrumente für Stimmenfänge einzusetzen."

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