Dirnberger: Skandalöser Handel mit Kassenverträgen muß beendet werden

Lange Wartezeiten und Mangel an Fachärzten müssen ein Ende haben 1

St. Pölten (OTS) - "Das Problem der viel zu wenig vorhandenen Fachärzte mit Kassenverträgen in Niederösterreich muß schnellstens gelöst werden", fordert heute AK-Vizepräsident LAbg. Alfred Dirnberger (ÖAAB). "Es ist unerträglich, daß es auf der einen Seite viel zu wenig Fachärzte mit Kassenverträgen gibt und sich auf der anderen Seite die bestehenden Fachärzte gegen zusätzliche Konkurrenz junger Fachärzte erfolgreich zur Wehr setzen", kritisiert Dirnberger die derzeitige Rechtslage.

Zur Zeit kann die Gebietskrankenkasse Kassenverträge nur mit Zustimmung der Ärztekammer vergeben. "Die saturierten Funktionäre in der Ärztekammer und ihre Klüngel wehren sich natürlich gegen jede zusätzliche Konkurrenz. Die Patienten haben das aber mit oft monatelangen Wartezeiten auf einen Termin und dann stundenlangem Herumsitzen in den Wartezimmern zu büssen", beschreibt Dirnberger die Situation und verweist auf einen besonders skandalösen Umstand:
"Greise Ärzte bieten dann ihren Kassenvertrag jungen Kollegen zur Ablöse an, was soweit geht, daß sich Jungärzte adoptieren lassen müssen". Besonders krasse Blüten treiben diese Zustände in Niederösterreich, wo es zwar objektive Reihungskriterien von Seiten Ärztekammer für einen Kassenvertrag gibt, bei näherem Hinsehen sich das ganze aber als üble Farce entpuppt. Wer über eine Ausbildung zum Notarzt verfügt oder ein Homöopathie-Diplom hat, bekommt einen Punkt. Ist der Jungarzt ohne jede Zusatzqualifikation aber Sohn/Tochter eines Arztes mit Kassenvertrag, bekommt er automatisch 20 Punkte.

Dirnberger fasst zusammen: "Die derzeitige Regelung zeigt, daß die Ärztekammer nur die Interessen der alteingesessenen saturierten Ärzte vertritt und nicht auch die ihrer jungen Kollegen. Schon gar nicht interessiert sich die Ärztekammer für die Anliegen der Bevölkerung, die endlich mehr Fachärzte und damit kürzere Wartezeiten braucht". Ziel aller Aktivitäten ist für Dirnberger die Ausschaltung der Ärztekammer bei der Vergabe von Kassenverträgen, wie er das seit der Aktion "Wir kurieren den Ärztemangel", die der NÖ-AAB 1992 gestartet hat, tut.

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