Prammer fordert klare Regelung für Telefon-Mehrwertdienste

Telefonische Mehrwertdienste müssen in Zukunft klar erkennbar sein.

Wien (OTS) - "Der Bereich der telefonischen Mehrwertdienste muß klar geregelt werden", fordert Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer. Derzeit wird in diesem Bereich viel Mißbrauch betrieben. Prammer hat deshalb einen Entwurf für einen Verhaltenskodex für Mehrwertdienstbetreiber ausarbeiten lassen, der bereits an die Regulierungsbehörde übermittelt wurde. Dieser Verhaltenskodex muß in die Betreiberlizenzen aufgenommen werden, um einen effektiven Konsumentenschutz gewährleisten zu können.

Die Auswertung der Streitschlichtungsfälle vor der unabhängigen Regulierungsbehörde Telekom-Control hat gezeigt, daß die weitaus meisten Fälle überhöhte Telefonrechnungen aufgrund der Anwahl von Mehrwertdiensten (z.B.: Wetterauskunft, Horoskope, Sport-Infos) betreffen. Die Telefonrechnungen machten dabei manchmal bis zu 100.000 Schilling aus. Oftmals hat sich herausgestellt, daß im gemeinsamen Haushalt lebende Jugendliche ohne Wissen und Einverständnis der Eltern teure Servicedienste angewählt haben. Hier besteht schon jetzt bei der Telekom die Möglichkeit einer Tarifzonensperre. Mehrwertdienste können dann von einem bestimmten Apparat nicht mehr angewählt werden.

In vielen Kundenbeschwerden kam aber auch deutlich zum Ausdruck, daß es aufgrund der unklaren Regelung für Mehrwertdienste zu überhöhten Telefonrechnungen gekommen ist.

Prammer fordert daher zur Verbesserung der Situation folgende Maßnahmen:

* Durch eine klare Minutenpreisauszeichnung sowohl in der Bewerbung als auch beim Anruf vor Erbringung der Dienstleistung müssen die KonsumentInnen klar informiert werden. Derzeit sind sich die KonsumentInnen oft nicht über die Höhe der Tarife bewußt und werden von den Betreibern durch eine Preisangabe in Sekunden irregeführt. Das "böse Erwachen" erfolgt dann erst bei Durchsicht der Telefonrechnung.

* Aus der Werbung muß klar hervorgehen, welchen Inhalt der Mehrwertdienst hat.

* Die Mehrwertdienste sollten möglichst rasch unter der einheitlichen und daher leicht erkennbaren Vorwahl 09 erreichbar sein, womit der derzeit bestehende Nummerndschungel beseitigt wäre und Mehrwertdienste klar als solche erkennbar sind.

* Wenn ein Mehrwertdienst mißbräuchlich anbietet (z.B. die angepriesene Leistung erfolgt nicht und es läuft nur Musik oder statt einem Beratungsdienst läuft nur ein Tonband), so muß die Möglichkeit bestehen, diesen Dienst so rasch als möglich vom Netz abzuschließen.

* Die Bewerbung von Mehrwertdiensten in Jugendsendungen ist möglichst einzuschränken, da diese meist ohne Wissen der Eltern in Anspruch genommen werden.

"Dieser Verhaltenskodex muß von der Regulierungsbehörde Telekom-Control in die Betreiberlizenzen aufgenommen werden, damit Mehrwertdienste in Zukunft klar erkennbar sind und die Irreführung der KonsumentInnen ein Ende hat", betont Prammer abschließend.

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