Die Natur erlebt ihr Blaues Wunder

Stronach's World of Wonder ist nicht raumverträglich

Wien (OTS) - Der WWF (World Wide Fund For Nature) lehnt den
"Vienna Globe Resort Park - World of Wonder" als nicht raumverträglich ab und hat daher gegen die Umwidmung von Grünland in Bauland Einwendung erhoben. Im Gebiet südlich von Wien, ohnehin durch Verkehrswege, Industriegebiete und Siedlungstätigkeit stark betroffen, haben sich mit den "Welschen Halten" Naturgebiete von europäischer Bedeutung erhalten. Sie wären durch den Vienna Globe Ressort Park gefährdet. Daher fordert der WWF die Umwidmung zu untersagen und das Gebiet als Natura 2000 Gebiet auszuweisen.

Trotz aller Belastungen durch Verkehr, Siedlungen und Industriegebiete gibt es südlich von Wien noch hervorragende Lebensräume, von denen die "Welschen Halten" bei Ebreichsdorf ein besonders interessanter Teil sind. Dieses Gebiete ist ein Mosaik aus den verschiedensten Feuchtlebensräumen und trockenen Standorten bis hin zum Trockenrasen.

Lebensraumtypen von europäischer Bedeutung

In dem Gebiet wurden acht Habitate, die im Anhang I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union enthalten sind und daher europaweit geschützt werden müssen, festgestellt. Darunter Kalkreiche Sümpfe, Kalkreiche Niedermoore oder die Pfeifengraswiesen. Das Vorblattlose Leinkraut, eine der über 280 Pflanzenarten, die in den Welschen Halten nachgewiesen wurden, ist nach dem Anhang II der FFH Richtlinie zu schützen und eine in Österreich stark bedrohte Art.

Besonders bedeutend ist das Gebiet für die heimische Vogelwelt, von den 100 nachgewiesenen Vogelarten stehen 29 Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, 9 Vogelarten sind im Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie genannt. Die "Welschen Halten" wurden daher von BirdLife in die Liste der IBAs (Important Bird Areas) als Teil des IBAs "Feuchte Ebene" aufgenommen.

Bedrohte Viefalt

Diese wertvollen Lebensräume und seltenen Arten wären durch den Bau des Vienna Globe Resort Park in ihrer Existenz gefährdet, wie ein von Dr. Josef Lueger und Univ. Prof. Dr. Gert Michael Steiner erstelltes Gutachten über die Auswirkungen des geplanten Parks auf die Grundwasser- und Bodenverhältnisse und die Vegetation zeigt. Durch das Projekt käme es zu Grundwasserabsenkungen in den Naturdenkmalflächen von mehreren Dezimetern, in den schützenswerten Flächen von mehr als einem Meter und in den restlichen Flächen bis zu 1,3 m. "Dadurch würde das gesamte Ökosystem im Bereich der Naturdenkmäler, der schützenswerten Flächen sowie der gesamten Welschen Halten nachhaltig verändert und gestört, in weiten Teilen sogar zerstört", ist Mag. Stefan Moidl vom WWF überzeugt. "Das Ziel der Unterschutzstellung der Naturdenkmalflächen kann bei Verwirklichung des Projekts nicht erreicht werden", so die Studie.

WWF fordert Natura 2000 Ausweisung

Die Niederösterreichische Landesregierung ist ihren Verpflichtungen entsprechend der Fauna-Flora-Habitat- und der Vogelschutzrichtlinie nicht nachgekommen. Die Welschen Halten wurden bei der Ausweisung des Natura 2000 Gebietes "Feuchte Ebene und Leithaauen" nicht ausreichend berücksichtigt. Daher hat der WWF gemeinsam mit dem Forum Umwelt & Wissenschaft und dem Naturschutzverein Schöffel eine Beschwerde wegen der Verletzung der EU-Naturschutzrichtlinien an die EU Kommission gerichtet.

Daher fordert der WWF:

* Die Umwidmung ist mit Verweis auf die Vogelschutzrichtlinie zu untersagen. Denn laut gültigem EU-Recht ist diese Richtlinie in Österreich auch direkt anzuwenden und von allen Behörden bei ihren Entscheidungen zu berücksichtigen, auch wenn ein Gebiet noch nicht als Natura 2000 ausgewiesen wurde.

* Das Gebiet der Welschen Halten, welches die Kriterien der FFH und Vogelschutzrichtlinie erfüllt und ein Important Bird Area ist, muß als Natura 2000 Gebiet ausgewiesen werden.

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