Geschäftstätigkeit der Kreditinstitute in den ersten drei Quartalen 1998

Leichte Abschwächung des Auslandsgeschäfts, aber

Wien (OTS) - dynamische Entwicklung des inländischen Fremdwährungsgeschäfts in der Publikationsreihe
"Berichte und Studien", Heft 4/1998, erschienen.

Die Bilanzsumme der österreichischen
Kreditinstitute wuchs in den ersten drei Quartalen 1998 um
577 Mrd ATS oder 9‘6% und damit deutlich stärker als in den Jahren zuvor. Wesentlichen Anteil daran hatte die Ausweitung
der inländischen Zwischenbankpositionen, die in den letzten
Monaten hauptsächlich infolge von konzerninternen
Umschichtungen markant anstiegen. Allerdings war auch die
Expansion des inländischen Nichtbankengeschäfts etwas höher als im Vorjahr. Sowohl bei den Direktkrediten als auch bei den
Einlagen verschob sich die Nachfrage weiter von
Schillingpositionen zu Fremdwährungsbeständen.

Das Wachstum des Auslandsgeschäfts schwächte sich hingegen
im Vergleich zum Vorjahr ab und trug in den ersten drei
Quartalen 1998 nur rund ein Viertel zur Bilanzsummenausweitung
bei; das ist der geringste Anteil der letzten sieben Jahre. Besonders stark ausgeprägt war die Abschwächung der Kreditgewährung an die ausländische Nichtbankenkundschaft, die
nur mehr um 27 Mrd ATS (nach 80 Mrd ATS im Vergleichszeitraum
1997) zunahm.

Die inländischen Direktkredite verzeichneten in den ersten
drei Quartalen 1998 den geringsten Zuwachs in den letzten fünf Jahren. Der öffentliche Sektor reduzierte seine Direktkreditnachfrage weiter, während die privaten Haushalte
und die Unternehmen ihre Bankverbindlichkeiten in ähnlichem
Ausmaß wie 1997 ausweiteten.

Die Verlagerung von Schilling- zu Fremdwährungskrediten beschleunigte sich in den ersten neun Monaten 1998 weiter. Die Schillingdirektkredite nahmen seit Jahresbeginn lediglich um
1 Mrd ATS zu, während die Fremdwährungsdirektkredite um mehr
als ein Viertel stiegen. Das Volumen der Fremdwährungs-direktkredite an private Haushalte hat sich in den letzten
zwölf Monaten nahezu verdoppelt. Der Fremdwährungsanteil an den Direktkrediten betrug Ende September bereits 10‘2%.Auch bei den titrierten Krediten zeigten Fremdwährungsfinanzierungen eine deutlich größere Dynamik als Schillingtitel.

Das Mittelaufkommen der Kreditinstitute aus
Schillingeinlagen war nun schon das vierte Jahr in den ersten
drei Quartalen rückläufig. Allerdings schwächte sich der Rückgang 1998 merklich ab. Dafür war in erster Linie der
geringere Abbau bei Termineinlagen verantwortlich, während die Sichteinlagen rascher als 1997 wuchsen.

Rückläufig waren in den ersten drei Quartalen 1998 die Spareinlagen. Vor allem Einlagen mit Kündigungsfristen bis zu
1 Jahr wurden merklich abgebaut, während Spareinlagen mit Laufzeiten von mehr als 5 Jahren überaus kräftige und
Sparbriefe leichte Zuwächse verzeichneten; auch die
Bauspareinlagen nahmen weiter zu.

Insgesamt stiegen die Einlagen (in Schilling und
Fremdwährung) von inländischen Nichtbanken in den ersten neun Monaten 1998 um 31 Mrd S (Jänner bis September 1997: 1 Mrd S).
Wie auf der Aktivseite der Bankenbilanz hat sich auch im Einlagengeschäft der Fremdwährungsanteil erheblich erhöht. Die Fremdwährungseinlagen verzeichneten in den ersten drei
Quartalen den höchsten bisher registrierten Zuwachs
verzeichneten, ihr Anteil an den Gesamteinlagen erhöhte sich
seit Jahresende 1997 von 7‘3 auf 8‘7%.

Nähere Details können dem gleichnamigen Beitrag, veröffentlicht in "Berichte und Studien", Heft 4/1998,
entnommen werden.

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