Verantwortung für menschliches Leben beginnt bereits vor der Zeugung

Evangelische Superintendentenkonferenz zur Debatte um die Fristenlösung

Wien, 19. Jänner 1999 (epd Ö) Verantwortung für neues menschliches Leben beginnt für Frau und Mann vor der Zeugung, nicht erst
danach. Das stellt die derzeit in Wien tagende evangelische Superintendentenkonferenz zur aktuellen Debatte um die Fristenlösung fest. Familienplanung, insbesondere Empfängnisverhütung falle in den Verantwortungsbereich beider Partner. "Wer sich gegen Verhütung ausspricht, trägt damit zu einer höheren Zahl von Abtreibungen bei", erklären die Repräsentanten der Evangelischen Kirche in Österreich in ihrer Stellungnahme.

Grundsätzlich setze sich die Evangelische Kirche selbstverständlich dafür ein, Leben zu erhalten. Bei jeder Abtreibung handle es sich um Tötung und einen Verstoß gegen das 5. Gebot, unterstreicht die Superintendentenkonferenz. Abtreibung sei allerdings auch "Ausdruck tiefer persönlicher Not der betroffenen Frauen und Folge einer kinderfeindlichen Gesellschaft". Frauen,
die keinen anderen Weg als den der Abtreibung sehen, seien oft selbst Opfer persönlicher und struktureller Gewalt, so die Superintendentenkonferenz. Abtreibung sei Schuld aller
Beteiligten. Die Aufgabe der Kirche liege darin, "Betroffene zu begleiten und zu beraten, das Gewissen zu schärfen, aber auch zu trösten".

An den Staat appellieren die Repräsentanten der Evangelischen Kirche, mehr Maßnahmen zu treffen, "die eine grundsätzliche Bejahung des Lebens fördern und eine elternfreundliche
Gesellschaft ermöglichen." Für den Staat stehe es außer Frage, daß ungeborenes Leben geschützt werden muß. Der Gesetzgeber respektiere in der Fristenlösung, "daß in Grenzsituationen die letzte Entscheidung bei der Frau liegt."

Die Einführung von Mifegyne sieht die Evangelische Kirche als medizinische Frage, die an der ethischen Grundposition nichts ändere. "In Verantwortung vor Gott und seinem Gebot geht es uns um Vorbeugen statt um Strafen, um erfahrbare Vergebung und gelebte Versöhnung", heißt es in der aktuellen Stellungnahme.

An der Superintendentenkonferenz nehmen die Superintendentinnen
und Superintendenten der Evangelische Kirche A.B. in Österreich sowie die Mitglieder des Evangelischen Oberkirchenrats A.u.H.B. teil. Sie ist ein beratendes Gremium des Bischofs der Evangelische Kirche A.B. in Österreich.

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