Abschaffung der Meisterprüfung gefährdet duale Ausbildung

Achleitner: "Wer die Meisterprüfung demontiert, ruiniert die Berufsausbildung der Jugend"

Wien (Pwk) - "Unsere Meisterprüfung gilt EU-weit als vorbildlich und ist als Qualifikations- und Qualitätssicherung unverzichtbar. Wer an diesem Standortvorteil rüttelt, gefährdet die duale Ausbildung, lähmt das Humanpotential der österreichischen Wirtschaft und zerstört auf lange Sicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft". Mit diesen Worten erteilt Friedrich Achleitner, Obmann der Bundessektion Gewerbe und Handwerk, den Plänen der SPÖ eine klare Absage, die Meisterprüfung als Berufsvoraussetzung abzuschaffen. Selbst die rot-grüne Regierungskoalition in Deutschland habe sich nach reiflicher Überlegung dafür entschieden, die Meisterprüfung nicht anzutasten. ****

"Die Meisterprüfung ist für Jungunternehmer keine Barriere, sich selbständig zu machen, wie uns die SPÖ immer weismachen will. Mangelndes Eigenkapital und die hohen bürokratischen Hindernisse sind neben dem Risiko als Unternehmer die entscheidenden Faktoren dafür, daß viele den Weg in die Selbständigkeit scheuen", widerspricht Achleitner den jüngsten Äußerungen von SPÖ-Geschäftsführer Rudas. Die Bundessektion Gewerbe und Handwerk fordert daher eine Rücklage für nicht entnommenen Gewinn und die Diskriminierung von Eigenkapitalzinsen gegenüber Fremdkapitalzinsen abzubauen. Darüber hinaus sollen die Einkünfte aus Gewerbebetrieben entsprechend dem 13. und 14. Gehalt der unselbständigen Erwerbstätigen steuerlich begünstigt werden.

Der Befähigungsnachweis, so die offizielle Bezeichnung des Meisterbriefes, sei aber auch für die Jugendbeschäftigung ein unverzichtbarer Faktor. Mehr als die Hälfte aller Lehrlinge wird in Gewerbe und Handwerksbetrieben ausgebildet. "Wer die Meisterprüfung demontiert, ruiniert die Berufsausbildung der Jugend. Ein wenig qualifizierter Ausbildungsbetrieb wird entweder gar keine Lehrlinge ausbilden oder nur wenig qualifizierte Lehrlinge hervorbringen. Ohne eine entsprechende Qualifikation der Betriebsinhaber, die in Kleinbetrieben auch gleichzeitig Ausbilder sind, kann das hohe Qualifikationsniveau der Facharbeiter nicht gehalten werden", warnt Achleitner. "Herr Rudas und damit die SPÖ werden die Verantwortung für negative Entwicklungen zu tragen haben. Für die hohe Qualität der Ausbildung durch die Meisterprüfung spricht vor allem die Tatsache, daß laut einer Studie der Wirtschaftsuniversität Unternehmer, die sich mit einer Meisterprüfung selbständig machen, deutlich bessere betriebliche Überlebenschancen haben als andere. Die Überlebensquote nach fünf Jahren im Handwerk beträgt immerhin 85 Prozent.

Achleitner wies darauf hin, daß die Meisterprüfung aber auch die preiswerteste Form des Konsumentenschutzes ist. Mit dem Befähigungsnachweis signalisiert der Gewerbetreibende, daß er die fachlichen und kaufmännischen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen besitzt, um die dem Gewerbe entsprechenden Tätigkeiten selbständig ausführen zu können. Damit soll ein entsprechender fachlicher und unternehmerischer Standard im Interesse der Konsumenten, des Gewerbes (Qualitätssicherung) und der Gewerbetreibenden (Insolvenzgefahr) gesichert werden. "Der Befähigungsnachweis bringt Gewerbefreiheit für alle unter gleichen Bedingungen und sorgt für einen Wettbewerb unter Fachleuten auf hohem fachlichen Niveau. Qualität, Leistung, Zuverlässigkeit und ein angemessener Preis sind nur dann möglich, wenn ein 'Wettbewerb unter Gleichen' herrscht. Eine Abschaffung der Meisterprüfung kommt daher für uns überhaupt nicht in Frage", erklärte Achleitner.
(Schluß) MH

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