- 19.01.1999, 08:49:28
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Abschaffung der Meisterprüfung gefährdet duale Ausbildung
Achleitner: "Wer die Meisterprüfung demontiert, ruiniert die Berufsausbildung der Jugend"
Wien (Pwk) - "Unsere Meisterprüfung gilt EU-weit als vorbildlich
und ist als Qualifikations- und Qualitätssicherung unverzichtbar. Wer
an diesem Standortvorteil rüttelt, gefährdet die duale Ausbildung,
lähmt das Humanpotential der österreichischen Wirtschaft und zerstört
auf lange Sicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer
Volkswirtschaft". Mit diesen Worten erteilt Friedrich Achleitner,
Obmann der Bundessektion Gewerbe und Handwerk, den Plänen der SPÖ
eine klare Absage, die Meisterprüfung als Berufsvoraussetzung
abzuschaffen. Selbst die rot-grüne Regierungskoalition in Deutschland
habe sich nach reiflicher Überlegung dafür entschieden, die
Meisterprüfung nicht anzutasten. ****
"Die Meisterprüfung ist für Jungunternehmer keine Barriere, sich
selbständig zu machen, wie uns die SPÖ immer weismachen will.
Mangelndes Eigenkapital und die hohen bürokratischen Hindernisse sind
neben dem Risiko als Unternehmer die entscheidenden Faktoren dafür,
daß viele den Weg in die Selbständigkeit scheuen", widerspricht
Achleitner den jüngsten Äußerungen von SPÖ-Geschäftsführer Rudas. Die
Bundessektion Gewerbe und Handwerk fordert daher eine Rücklage für
nicht entnommenen Gewinn und die Diskriminierung von
Eigenkapitalzinsen gegenüber Fremdkapitalzinsen abzubauen. Darüber
hinaus sollen die Einkünfte aus Gewerbebetrieben entsprechend dem 13.
und 14. Gehalt der unselbständigen Erwerbstätigen steuerlich
begünstigt werden.
Der Befähigungsnachweis, so die offizielle Bezeichnung des
Meisterbriefes, sei aber auch für die Jugendbeschäftigung ein
unverzichtbarer Faktor. Mehr als die Hälfte aller Lehrlinge wird in
Gewerbe und Handwerksbetrieben ausgebildet. "Wer die Meisterprüfung
demontiert, ruiniert die Berufsausbildung der Jugend. Ein wenig
qualifizierter Ausbildungsbetrieb wird entweder gar keine Lehrlinge
ausbilden oder nur wenig qualifizierte Lehrlinge hervorbringen. Ohne
eine entsprechende Qualifikation der Betriebsinhaber, die in
Kleinbetrieben auch gleichzeitig Ausbilder sind, kann das hohe
Qualifikationsniveau der Facharbeiter nicht gehalten werden", warnt
Achleitner. "Herr Rudas und damit die SPÖ werden die Verantwortung
für negative Entwicklungen zu tragen haben. Für die hohe Qualität der
Ausbildung durch die Meisterprüfung spricht vor allem die Tatsache,
daß laut einer Studie der Wirtschaftsuniversität Unternehmer, die
sich mit einer Meisterprüfung selbständig machen, deutlich bessere
betriebliche Überlebenschancen haben als andere. Die Überlebensquote
nach fünf Jahren im Handwerk beträgt immerhin 85 Prozent.
Achleitner wies darauf hin, daß die Meisterprüfung aber auch die
preiswerteste Form des Konsumentenschutzes ist. Mit dem
Befähigungsnachweis signalisiert der Gewerbetreibende, daß er die
fachlichen und kaufmännischen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen
besitzt, um die dem Gewerbe entsprechenden Tätigkeiten selbständig
ausführen zu können. Damit soll ein entsprechender fachlicher und
unternehmerischer Standard im Interesse der Konsumenten, des Gewerbes
(Qualitätssicherung) und der Gewerbetreibenden (Insolvenzgefahr)
gesichert werden. "Der Befähigungsnachweis bringt Gewerbefreiheit für
alle unter gleichen Bedingungen und sorgt für einen Wettbewerb unter
Fachleuten auf hohem fachlichen Niveau. Qualität, Leistung,
Zuverlässigkeit und ein angemessener Preis sind nur dann möglich,
wenn ein 'Wettbewerb unter Gleichen' herrscht. Eine Abschaffung der
Meisterprüfung kommt daher für uns überhaupt nicht in Frage",
erklärte Achleitner.
(Schluß) MH
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