Sportunion fordert: Stronach-Pläne dürfen nicht zu Lasten der Grundfinanzierung des Österreichischen Sports gehen

"Keine voreiligen Vertragsunterzeichnungen ohne Prüfung der Auswirkungen auf den Gesamtsport"

Wien (OTS) - Das große Interesse für Fußball in Österreich ist das Ergebnis des Zusammenspiels einer intensiven Berichterstattung in den Medien, guter Leistungen der Profi- und Spitzenvereine sowie der Nationalmannschaft, vor allem aber auch der großen Dichte von Fußballvereinen im ganzen Bundesgebiet. Allein die Sportunion verzeichnet über 1.000 Fußballvereine. Vorschläge, den Fußballsport bzw. Sport insgesamt finanziell zu unterstützen und das Sportinteresse noch weiter zu heben, sind auch aus der Sicht der Sportunion grundsätzlich zu bejahen. Allerdings müssen solche Vorschläge auch auf ihre Auswirkungen insgesamt hin überprüft werden.

Die bisher bekanntgewordenen Pläne des sogenannten Stronach-Projektes für einen Sport- und Wettkanal und eine Konzentration der Vermarktungsrechte aller Bundesliga-Vereine betreffen jedenfalls den ORF (wegen des Wettkanals) und die Österreichischen Lotterien (wegen der zu erwartenden Konkurrenz im Glücksspielbereich). Beide sind verläßliche Partner des österreichischen Sports. Die Finanzierung des Sports im Rahmen der Besonderen Bundessportförderung ist direkt an die Umsätze der Österreichischen Lotterien gebunden. Zu beachten ist nach Auffassung der Sportunion weiters, daß es wegen der nötigen Nachwuchsarbeit zu keiner totalen Abkoppelung von Profi- und Amateursport kommen darf, auch nicht im Fußball, wiel dies ein Präjudiz für andere Bereiche sein könnte.

Aus diesem Grunde warnt die Österreichische Sportunion vor voreiligen vertraglichen Bindungen, ohne die Details zu kennen bzw. die Auswirkungen auf den gesamten österreichischen Sport geprüft zu haben.

"Die Grundfinanzierung der österreichischen Sportverbände, die derzeit vom Umsatz der Österreichischen Lotterien abhängig ist, muß weiterhin gesichert bleiben", fordert der Präsident der Sportunion, Dr. Hermann Gruber.

Die Österreichische Sportunion appelliert an die Solidarität aller Sportverbände, gemeinsame Lösungen zu suchen, damit nicht einzelne wenige Sportverbände auf Kosten der anderen Sparten sich Vorteile verschaffen.

Weiters fordert Dr. Gruber die BSO auf, unter Einbeziehung des ORF mit seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag und der Österreichischen Lotterien rasch Alternativen zu prüfen, um die Grundfinanzierung des gesamten Leistungs- und Breitensports in Österreich zu sichern.

Dr. Gruber wird daher morgen bei der Vorstandssitzung der Österreichischen Bundes-Sportorganisation einen Antrag einbringen, bis 30. Juni die sogenannten Stronach-Pläne auf die Auswirkungen auf den gesamtösterreichischen Sport zu prüfen. Die BSO müsse ihre Interessen in das Stronach-Projekt einfordern oder im Zusammenwirken mit ORF und Österreichischen Lotterien ein Alternativprojekt vorlegen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Österr. Sportunion, Bundesleitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS