• 18.01.1999, 10:21:01
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  • OTS0062

Sportunion fordert: Stronach-Pläne dürfen nicht zu Lasten der Grundfinanzierung des Österreichischen Sports gehen

"Keine voreiligen Vertragsunterzeichnungen ohne Prüfung der Auswirkungen auf den Gesamtsport"

Wien (OTS) - Das große Interesse für Fußball in Österreich ist das
Ergebnis des Zusammenspiels einer intensiven Berichterstattung in den
Medien, guter Leistungen der Profi- und Spitzenvereine sowie der
Nationalmannschaft, vor allem aber auch der großen Dichte von
Fußballvereinen im ganzen Bundesgebiet. Allein die Sportunion
verzeichnet über 1.000 Fußballvereine. Vorschläge, den Fußballsport
bzw. Sport insgesamt finanziell zu unterstützen und das
Sportinteresse noch weiter zu heben, sind auch aus der Sicht der
Sportunion grundsätzlich zu bejahen. Allerdings müssen solche
Vorschläge auch auf ihre Auswirkungen insgesamt hin überprüft werden.

Die bisher bekanntgewordenen Pläne des sogenannten
Stronach-Projektes für einen Sport- und Wettkanal und eine
Konzentration der Vermarktungsrechte aller Bundesliga-Vereine
betreffen jedenfalls den ORF (wegen des Wettkanals) und die
Österreichischen Lotterien (wegen der zu erwartenden Konkurrenz im
Glücksspielbereich). Beide sind verläßliche Partner des
österreichischen Sports. Die Finanzierung des Sports im Rahmen der
Besonderen Bundessportförderung ist direkt an die Umsätze der
Österreichischen Lotterien gebunden. Zu beachten ist nach Auffassung
der Sportunion weiters, daß es wegen der nötigen Nachwuchsarbeit zu
keiner totalen Abkoppelung von Profi- und Amateursport kommen darf,
auch nicht im Fußball, wiel dies ein Präjudiz für andere Bereiche
sein könnte.

Aus diesem Grunde warnt die Österreichische Sportunion vor
voreiligen vertraglichen Bindungen, ohne die Details zu kennen bzw.
die Auswirkungen auf den gesamten österreichischen Sport geprüft zu
haben.

"Die Grundfinanzierung der österreichischen Sportverbände, die
derzeit vom Umsatz der Österreichischen Lotterien abhängig ist, muß
weiterhin gesichert bleiben", fordert der Präsident der Sportunion,
Dr. Hermann Gruber.

Die Österreichische Sportunion appelliert an die Solidarität aller
Sportverbände, gemeinsame Lösungen zu suchen, damit nicht einzelne
wenige Sportverbände auf Kosten der anderen Sparten sich Vorteile
verschaffen.

Weiters fordert Dr. Gruber die BSO auf, unter Einbeziehung des ORF
mit seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag und der Österreichischen
Lotterien rasch Alternativen zu prüfen, um die Grundfinanzierung des
gesamten Leistungs- und Breitensports in Österreich zu sichern.

Dr. Gruber wird daher morgen bei der Vorstandssitzung der
Österreichischen Bundes-Sportorganisation einen Antrag einbringen,
bis 30. Juni die sogenannten Stronach-Pläne auf die Auswirkungen auf
den gesamtösterreichischen Sport zu prüfen. Die BSO müsse ihre
Interessen in das Stronach-Projekt einfordern oder im Zusammenwirken
mit ORF und Österreichischen Lotterien ein Alternativprojekt
vorlegen.

Rückfragehinweis: Österr. Sportunion, Bundesleitung

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