- 09.12.1998, 17:17:19
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Kinderschutz in Niederösterreich
Stärkerer Opferschutz, mehr Betreuungseinrichtungen
Niederösterreich (OTS) - Das Land Niederösterreich stellt den
Kinderschutz in den Mittelpunkt seiner Kinder- und Jugendarbeit.
Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop erläuterte heute in St.
Pölten anläßlich der Enquete "Gegen sexuelle Gewalt an Kindern" die
Maßnahmen, die Niederösterreich plant, bzw bereits gesetzt hat. "Wir
werden flächendeckend in ganz Niederösterreich Kinderschutzzentren
und Kinderschutzgruppen in Spitälern einrichten", berichtete Prokop.
Wichtiges Augenmerk müsse auch dem Opferschutz gewidmet werden. Als
ersten Schritt hätten sich 80 Rechtsanwälte bereit erklärt, die Opfer
kostenlos vor Gericht zu vertreten. Erfreulich sei, daß vor allem bei
sexuellem Mißbrauch die Bereitschaft zur Anzeige zunehmen würde.
Prokop: "Jährlich werden in Niederösterreich 200 Fälle angezeigt." In
Niederösterreich würden nach Schätzungen aber jährlich rund 1.000
Kinder mißbraucht.
Das Mißbrauchssyndrom gebe es nicht, erklärte Kinderpsychiater Dr.
Max Friedrich, Vorstand der Wiener Universitätsklinik für
Neuropsychologie. Man könne nur auf Verhaltensveränderungen des
Kindes achten. Die Schulung von Pädagogen sei daher enorm wichtig.
Besonders Lehrer und Kindergärtnerinnen seien im hohen Ausmaß dazu
bereit. Friedrich will außerdem einen besseren Begleitschutz für
Kinder, eine schonendere Vernehmungsform mittels Videokamera und eine
therapeutische Betreuung, die nicht zeitlich begrenzt ist. Friedrich
stellt Niederösterreich insgesamt ein gutes Zeugnis bei der
Präventionsarbeit gegen Gewalt aus: "Niederösterreich ist hier
wirklich Vorreiter und arbeitet sehr engagiert."
Rückfragehinweis: Amt der NÖ Landesregierung
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