Flugzeiten und Flugdienstzeiten bei Airlines -

Unnötige Verunsicherung der Passagiere durch nicht richtig interpretierte Studienergebnisse

Wien (OTS) - "Die Sicherheit in der Luftfahrt ist ein so wichtiges Gut, daß sie nur in die Hand von besonders mit Luftfahrt medizinischen Aspekten vertrauten Spezialisten gelegt werden darf!", das war die einhellige Meinung der 5. Zürser Tage für Flugmedizin, welche von der Österreichischen Akademie für Flugmedizin 1998 veranstaltet wurde.

In diesem Verständnis sind auch arbeitsmedizinische Aspekte der zivilen Luftfahrt Aufgabe der Fliegerärztlichen Sachverständigen (von denen die meisten auch ausgebildete Arbeitsmediziner sind), von Flugpsychologen und erfahrenen Piloten.

Als zuständige Behörden nehmen die Oberste Zivilluftfahrbehörde im Verkehrsministerium und die Austro Control GmbH (vormals Bundesamt für Zivilluftfahrt) sowohl die Flugsicherheit als auch die fliegerische Arbeitsmedizin betreffende Aufgaben wahr.

Zu der in den Medien derzeit laufende Diskussion über die Arbeitszeit von Linienpiloten auf Langstreckenflügen wurde von der Österreichischen Akademie für Flugmedizin die folgende Stellungnahme erarbeitet und beschlossen:

Im Rahmen der behördlich festgelegten Arbeitszeit von Piloten im Langstreckenverkehr führt Ermüdung nicht dazu, daß der Pilot nach einem Langstreckenflug in den entscheidenden Phasen der Landung nicht mehr korrekt fliegen kann. Kurze Erholungs- und Enspannungspausen -sogenannte Nappings - sind auf Langstreckenflügen Teil der geregeleten Flugroutine und auch in den Regulierungen fixiert. Sie sind notwendig, um die vigilante Fitneß der Piloten während des gesamten Einsatzes bis zur Landung aufrecht zu erhalten. Insbesondere sind in der zivilen Luftfahrt keine Studien bekannt, die eine erhöhte Fehlerrate von Piloten während der Landephase wegen Übermüdung nachweisen würden. Der größte Ermüdungsfaktor für Piloten auf modernen Flugzeugen ist, die Monotonie durch die weitgehende Automation des Flugablaufes und die Arbeitszeit gegen die innere Uhr (zirkadianer Rhythmus).

Es ist auch festzustellen, daß das Auftreten von Ermüdungsfaktoren nicht allein durch die Arbeitszeit, sondern auch von anderen Streß-und Belastungsfaktoren, denen Piloten ausgesetzt sind, abhängen könnten: z.B.:

keine entsprechende Nachtruhe,
üppige - bzw. falsche Ernährung,
Einfluß von Alkohol und Nikotin,
Problem im persönlichen und familiären Umfeld,
generell fehlende Fitneß und mangelndes Gesundheitsbewußtsein.

Deshalb sind Piloten und Crew auch zur Einhaltung eines gesunden und disziplinierten Lebensstils angehalten und verpflichtet.

"Human factors in aerospace medicine" sind ein ständiges Thema aller, die Flugsicherheit betreffenden Forschungen und flugmedizinischen und flugpsychologischen Kongresse.

Wenn sich auch - wie überall, wo Menschen tätig sind - der menschliche Faktor nicht ausschließen läßt, so ist gerade in der Luftfahrt durch die vorhandenen Kontrollmechanismen jeweils größtmögliche Sicherheit gewährleistet.

Bei aller Tragik, die einem Flugunfall immer anhaftet, steht außer Frage, daß das (Verkehrs-) Flugzeug nach wie vor das mit Abstand sicherste Verkehrsmittel ist.

Eine Verunsicherung der Bevölkerung durch nicht hinterfragte Studien entspringt einer ungerechtfertigten Sensationslust und ist abzulehnen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Akademie für Flugmedizin
Generalsekretariat, 6900 Bregenz, Schulg. 3
Tel.: 05574/54 770, Fax: 05574/54 770-3

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS