• 03.12.1998, 22:00:00
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  • OTS0326

ECHO-Awards in Wien vergeben

EU prämiert engagierte Krisenberichterstattung in TV und Radio

Wien (OTS) - Das Amt für humanitäre Hilfe der EU (ECHO - European
Community Humanitarian Office) zeichnet jährlich herausragende TV-
und Radiobeiträge über humanitäre Krisen aus. Aus An-laß der
EU-Präsidentschaft Österreichs wurden die Preise heuer in Wien
verliehen.

Die elektronischen Medien spielen eine wichtige Rolle bei der
öffentlichen Meinungsbildung über humanitäre Fragen. ECHO ist sich
dieser zentralen Bedeutung bewußt und vergibt da-her seit drei Jahren
die ECHO television & radio awards. "Mit dieser Preisverleihung
wollen wir Produktionen unterstützen, die das öffentliche Bewußtsein
über humanitäre Situationen in all ihrer Komplexität fördern", so die
zuständige EU-Kommissarin Emma Bonino.

Die diesjährigen Gewinner in den sechs ausgeschriebenen Kategorien
wurden von einer internationalen Jury ermittelt, der u. a. Barbara
Coudenhove-Kalergi (ORF), Mark Malloch Brown (Weltbank), Sheena
McDonald (BBC World Service), Urs Boegli (Internationales Komitee vom
Roten Kreuz in Genf) und der peruanische Schriftsteller Mario Vargas
Llosa angehörten.

Preisträger der sechs Kategorien

In der Kategorie "Engagement des Senders" wurde das Radio-Programm
"GR 1 - Zapping" des italienischen Senders Radio televisione italiana
(RAI) ausgezeichnet. Die für ein breites Publikum gemachte Sendung
widmet sich internationalen und nationalen tages-aktuellen Themen mit
besonderem Engagement und greift oft auch humanitäre Inhalte auf, die
nur selten im Zentrum des medialen Interesses stehen.

Als Gewinner der Radio-Kategorie "Menschlichkeit in bewaffneten
Konflikten" wurde "Studio Ijambo" aus Burundi gewählt. Das
Produktionsunternehmen, das lokale, nationale und internationale
Radiostationen mit Beiträgen beliefert, legt besonderen Wert auf
ausgewogene Berichterstattung und will über das Medium Radio einen
Beitrag zum Kampf gegen Desinformation, Armut und Ignoranz leisten.

Als Sieger der Kategorie "Menschen auf der Flucht" wurde der Beitrag
"Peace Mission Vukovar" von Hof Filmproductions (Niederlande)
gewählt. Der Film thematisiert die Rückkehr einer geflüchteten
kroatischen Familie in ihr Haus, in dem nun ein altes Serbenehepaar
wohnt und läßt dabei beide Seiten zu Wort kommen.

Den Preis der Kategorie "In den Köpfen der Menschen" erhielt die
Evangelical Broadcast Organization (Niederlande) für den Film "Elena
Ceausescu: doctor horroris causa". Der Beitrag beschreibt, wie es
dazu kam, daß Elena Ceausescu in den letzten fünf Jahren der Diktatur
die tatsächliche Macht in Rumänien innehatte und läßt dabei viele
Augenzeugen das erste Mal zu diesem Thema zu Wort kommen.

In der Kategorie "Vergessene Konflikte" ging der Preis an die
Reportage "Karmapa, Two Ways of Divinity" der Art Films Production
(Finnland). Im Zentrum dieses Films stehen zwei buddhistische
Karmapas (zwei als göttlich verehrte Jungen), deren Existenz im
Verhältnis zwischen Tibet und China für Konflikte sorgt.

Gewinner der Kategorie "Das Elend der Schwächsten" wurde der Film
"Auf der Kippe: wasteland" von Wüste Filmproduktion (Deutschland).
Die Reportage beschreibt sehr einfühlsam das Leben einer Roma-Gruppe
in "Dallas", am Rand einer Mülldeponie der rumänischen Stadt Cluj,
ohne die Privatsphäre der Personen zu verletzen.

Verleihung der Preise unter Schirmherrschaft von Bundespräsident
Klestil

Die Preise an die sechs Gewinner wurden im Rahmen eines Festaktes im
Palais Ferstel übergeben, der unter der Schirmherrschaft von
Bundespräsident Dr. Thomas Klestil stand. "Was wir über die Anliegen
und Probleme von Menschen in anderen Ländern wissen, wird zu einem
großen Teil durch den Hörfunk und das Fernsehen bestimmt. Es ist
daher sehr zu begrüßen, daß die EU engagierte Berichte prämiert, die
humanitäre Katastrophen informativ und ausgewogen darstellen", so der
Bundespräsident.

250 Einreichungen von TV- und Radiostationen sowie unabhängigen
Produzenten

Seit der Schaffung der ECHO television & radio awards im Jahr 1996
wurden mehr als 700 Beiträge aus den 15 Mitgliedsstaaten der EU zu
diesem Bewerb eingereicht. Alleine heuer sind knapp 250 Einreichungen
von allen wichtigen europäischen TV- und Radiostationen sowie von
unabhängigen Produzenten eingegangen.

Rückfragehinweis:

Österreichisches Rotes Kreuz
- Mag. Robert Dempfer, Tel. ++43-1-589 00-153, [email protected]

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