ECHO-Awards in Wien vergeben

EU prämiert engagierte Krisenberichterstattung in TV und Radio

Wien (OTS) - Das Amt für humanitäre Hilfe der EU (ECHO - European Community Humanitarian Office) zeichnet jährlich herausragende TV-und Radiobeiträge über humanitäre Krisen aus. Aus An-laß der EU-Präsidentschaft Österreichs wurden die Preise heuer in Wien verliehen.

Die elektronischen Medien spielen eine wichtige Rolle bei der öffentlichen Meinungsbildung über humanitäre Fragen. ECHO ist sich dieser zentralen Bedeutung bewußt und vergibt da-her seit drei Jahren die ECHO television & radio awards. "Mit dieser Preisverleihung wollen wir Produktionen unterstützen, die das öffentliche Bewußtsein über humanitäre Situationen in all ihrer Komplexität fördern", so die zuständige EU-Kommissarin Emma Bonino.

Die diesjährigen Gewinner in den sechs ausgeschriebenen Kategorien wurden von einer internationalen Jury ermittelt, der u. a. Barbara Coudenhove-Kalergi (ORF), Mark Malloch Brown (Weltbank), Sheena McDonald (BBC World Service), Urs Boegli (Internationales Komitee vom Roten Kreuz in Genf) und der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa angehörten.

Preisträger der sechs Kategorien

In der Kategorie "Engagement des Senders" wurde das Radio-Programm "GR 1 - Zapping" des italienischen Senders Radio televisione italiana (RAI) ausgezeichnet. Die für ein breites Publikum gemachte Sendung widmet sich internationalen und nationalen tages-aktuellen Themen mit besonderem Engagement und greift oft auch humanitäre Inhalte auf, die nur selten im Zentrum des medialen Interesses stehen.

Als Gewinner der Radio-Kategorie "Menschlichkeit in bewaffneten Konflikten" wurde "Studio Ijambo" aus Burundi gewählt. Das Produktionsunternehmen, das lokale, nationale und internationale Radiostationen mit Beiträgen beliefert, legt besonderen Wert auf ausgewogene Berichterstattung und will über das Medium Radio einen Beitrag zum Kampf gegen Desinformation, Armut und Ignoranz leisten.

Als Sieger der Kategorie "Menschen auf der Flucht" wurde der Beitrag "Peace Mission Vukovar" von Hof Filmproductions (Niederlande) gewählt. Der Film thematisiert die Rückkehr einer geflüchteten kroatischen Familie in ihr Haus, in dem nun ein altes Serbenehepaar wohnt und läßt dabei beide Seiten zu Wort kommen.

Den Preis der Kategorie "In den Köpfen der Menschen" erhielt die Evangelical Broadcast Organization (Niederlande) für den Film "Elena Ceausescu: doctor horroris causa". Der Beitrag beschreibt, wie es dazu kam, daß Elena Ceausescu in den letzten fünf Jahren der Diktatur die tatsächliche Macht in Rumänien innehatte und läßt dabei viele Augenzeugen das erste Mal zu diesem Thema zu Wort kommen.

In der Kategorie "Vergessene Konflikte" ging der Preis an die Reportage "Karmapa, Two Ways of Divinity" der Art Films Production (Finnland). Im Zentrum dieses Films stehen zwei buddhistische Karmapas (zwei als göttlich verehrte Jungen), deren Existenz im Verhältnis zwischen Tibet und China für Konflikte sorgt.

Gewinner der Kategorie "Das Elend der Schwächsten" wurde der Film "Auf der Kippe: wasteland" von Wüste Filmproduktion (Deutschland). Die Reportage beschreibt sehr einfühlsam das Leben einer Roma-Gruppe in "Dallas", am Rand einer Mülldeponie der rumänischen Stadt Cluj, ohne die Privatsphäre der Personen zu verletzen.

Verleihung der Preise unter Schirmherrschaft von Bundespräsident Klestil

Die Preise an die sechs Gewinner wurden im Rahmen eines Festaktes im Palais Ferstel übergeben, der unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Dr. Thomas Klestil stand. "Was wir über die Anliegen und Probleme von Menschen in anderen Ländern wissen, wird zu einem großen Teil durch den Hörfunk und das Fernsehen bestimmt. Es ist daher sehr zu begrüßen, daß die EU engagierte Berichte prämiert, die humanitäre Katastrophen informativ und ausgewogen darstellen", so der Bundespräsident.

250 Einreichungen von TV- und Radiostationen sowie unabhängigen Produzenten

Seit der Schaffung der ECHO television & radio awards im Jahr 1996 wurden mehr als 700 Beiträge aus den 15 Mitgliedsstaaten der EU zu diesem Bewerb eingereicht. Alleine heuer sind knapp 250 Einreichungen von allen wichtigen europäischen TV- und Radiostationen sowie von unabhängigen Produzenten eingegangen.

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