- 26.11.1998, 14:37:36
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ÖBB-Kampagne 'heiße Fracht' für Werberat nicht sexistisch
Schuster: "Kein Grund für weitere Aktivitäten" - laut Gallup- Umfrage: 81 Prozent der Befragten sehen Plakate positiv
Wien (Pwk) - Für die 21 Mitglieder des österreichischen Werberates
ist die jüngste ÖBB-Werbekampagne und insbesondere das Plakat "Heiße
Fracht" weder sexistisch, noch stellt es eine frauenfeindliche
Werbung dar. "Ich vermute eher, daß hier ein wenig politischer Wirbel
dahintersteckt", erklärte Heinrich Schuster, Präsident des
Werberates, bei einer Pressekonferenz in der Wirtschaftskammer
Österreich. Insgesamt 19 Institutionen bzw. Personen hätten sich über
den ihrer Meinung nach sexistischen und frauendiskriminierenden
Tenor der Anzeige beschwert. Auch verschiedene Politiker äußerten
sich bereits kritisch zur ÖBB-Kampagne. ****
Laut einer Gallup-Umfrage bewegt sich für die überwiegende
Mehrheit der Bevölkerung die ÖBB-Werbung im Rahmen des
gesellschaftlichen Konsenses und entspricht dem
Kommunikationsverständnis unserer Gesellschaft. 81% der Befragten
äußerten sich positiv über das Plakat, nur 7 % bezeichneten es als
sexistisch. Daher wies der Österreichische Werberat alle 19
Beschwerden als unbegründet zurück. Im Falle einer negativen
Entscheidung hätte die ÖBB die Kampagne unverzüglich gestoppt.
Entschieden wandte sich Schuster gegen alle Bestrebungen
"selbsternannter Zensoren, die ein bestimmtes Meinungsklima in
Österreich prägen wollen". Bei der ÖBB-Kampagne handle es sich zwar
um "subtile Provokation, die Ehre von Menschen wir aber nicht
ankratzt".
Heuer hat der Werberat bereits 136 Beschwerden behandelt. Die
häufigste Kritik betraf mit 83 Beschwerden sexuell anstößige Werbung,
gefolgt von Frauendiskriminierung mit 41 Beschwerden.
Der österreichische Werberat, das Selbstbeschränkungsorgan der
österreichischen Werbewirtschaft, hat die Aufgabe, die
Selbstdisziplin der Werbung zu fördern. Er unterstützt
verantwortungsbewußtes Handeln und korrigiert Fehlentwicklungen in
der Werbung. Jeder Konsument, der sich durch eine Werbemaßnahme
belästigt, verletzt oder irregeführt fühlt, kann sich beim
Österreichischen Werberat beschweren, das Verfahren ist kostenlos.
Das unabhängige Organ des Vereins "Gesellschaft zur Selbstkontrolle"
hat seinen Sitz im Fachverband Werbung und Marktkommunikation in der
Wirtschaftskammer Österreich.
(Schluß) MH
Rückfragehinweis: Österreichischer Werberrat
Mag. Irmgard Zirkler
Tel: 01-50105
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