Bisher größter Spendenskandal in Österreich aufgedeckt - 15 Millionen Schilling Spendengelder bei "World Vision" ohne Belege verschwunden - Geschäftsführerin Martina Krones-Taurer festgenommen - Spenden-Affäre

Wien (OTS) - bekommt politische Dimension: Karl Habsburg saß im Vorstand - Anzeige kam von Mitarbeiter der ÖVP-Zentrale =

Die morgen erscheinende Ausgabe des
Nachrichtenmagazins News deckt den vermutlich bisher größten Spendenskandal in Österreich auf. Laut News sind 15 Millionen Schilling Spendengelder aus der Österreich-Organisation von "World Vision" ohne Belege verschwunden. Die Wirtschaftspolizei hat in den letzten Tagen umfangreiche Hausdurchsuchungen durchgeführt und als deren Resultat gestern die Geschäftsführerin von "World Vision"-Österreich, Martina Krones-Taurer, in Verwahrung genommen. Heute soll ein Untersuchungsrichter entscheiden, ob über Frau Krones-Taurer die Untersuchungshaft verhängt wird.

News zitiert in seiner morgigen Ausgabe ausführlich aus den internen Prüfberichten der internationalen "World Vision"-Organisation, die im Österreich-Büro für die Jahre 1996, 1997 und 1998 grobe Unregelmäßigkeiten festgestellt hat.

"World Vision"-Österreich erhält pro Jahr von 20.000 österreichischen Spendern über 90 Millionen Schilling, die an Patenkinder in der Dritten Welt weitergeleitet werden.

Für exakt 15,29 Millionen Schilling an Spendengeldern aus den letzten beiden Jahren gibt es keine Belege für eine ordnungsgemäße Verwendung. Allein im Verwaltungsbereich sind über 8 Millionen Schilling ohne Rechnungen verschwunden. "World Vision"-International stellte bei seiner Überprüfung fest, daß Teile dieser Gelder auf anonyme Überbringerkonten transferiert wurden und für Millionenbeträge gefälschte Rechnungen (etwa von rumänischen Druckereien) fabriziert wurden.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen der Wirtschaftspolizei steht laut morgigem News das prominente, politisch engagierte Politik-Ehepaar Krones-Taurer. Sowohl die Geschäftsführerin Tina Krones-Taurer (früher Spitzenkandidatin der monarchistischen JES, danach Mitarbeiterin von ÖVP-Ministern), als auch ihr Ehemann Wolfgang Krones (Generalsekretär der "Paneuropa-Bewegung") haben bei "World Vision" beträchtliche Gagen bezogen und werden von den internen Prüfberichten für die Buchhaltung verantwortlich gemacht.

Wolfgang Krones ist engster Mitarbeiter des ÖVP-Europa-Abgeordneten Karl Habsburg, dessen persönlichen Wahlkampf in den Jahren 1994 - 1995 (für den Nationalrat) und 1996 (für das Europa-Parlament) er betreute. Karl Habsburg selbst war bis vor kurzem Mitglied im Vorstand von "World Vision" und während der im Prüfbericht angegebenen Zeit für die Kontrolle der Spendengelder mitverantwortlich.

Die Wirtschaftspolizei prüft nun, ob es sich bei den verschwundenen 15 Millionen Schilling um eine schlechte Buchhaltung, um persönliche Bereicherung oder gar um politische Subventionierung handelt.

Das morgige News berichtet, daß die erste Anzeige an die Staatsanwaltschaft pikanterweise von einem Mitarbeiter der ÖVP-Zentrale getätigt wurde. Die zweite ausführliche Sachverhaltsdarstellung erfolgte von einem Sektionsleiter des Wirtschaftsministeriums.

Laut News wird "World Vision" in den nächsten Tagen alle 20.000 österreichischen Spender anschreiben und den Ausschluß des österreichischen Büros aus der internationalen Organisation bekanntgeben.

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