- 20.11.1998, 14:18:15
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- OTS0254
AK: Neue Steuerformel entlastet Klein- und Normalverdiener stark
Wertschöpfungsabgabe stützt arbeitsintensive Branchen - Feurstein-Vorwurf geht eigentlich an die ÖVP
Wien (OTS) – "Die neue Steuerformel von AK und ÖGB entlastet
vor allem kleine und mittlere Einkommen. Sie ist gerecht und
außerdem einfacher als der bisherige Tarif": Das erklärt AK
Präsident Herbert Tumpel zur Diskussion über die Steuerreform. Die
Ablehnung der Wertschöpfungsabgabe durch WKÖ-Präsident Maderthaner
bezeichnete Tumpel als "undurchdachten Reflex". Die Wirtschaft
fordere eine Entlastung der Lohnkosten – der AK-ÖGB-Vorschlag
bringe genau das, "und zwar so, daß damit auch Arbeitsplätze
geschaffen werden". Wenn sich die Wirtschaft eine Senkung der
Lohnkosten nur durch Streichung von Arbeitnehmeransprüchen
vorstellen könne, so könne das nur zurückgeweisen werden. Die
Kritik von ÖVP-Sozialsprecher Feurstein "kann die ÖVP gleich an
sich selbst richten: Nach unserer Steuerformel bekommen die
normalverdienenden ArbeitnehmerInnen nämlich bedeutend mehr als
von der ÖVP." Das ÖVP-Modell bedenke vor allem die 8 Prozent gut
Verdienenden reichlich - "nach unserem Modell bekommen jene viel,
die bisher wenig haben", so Tumpel. ****
Die von AK und ÖGB vorgeschlagene Umstellung der
Dienstgeberbeiträge zum Familientopf würde arbeitsintensive
Branchen entlasten und damit mittelfristig bis zu 21.000
Arbeitsplätze schaffen, erklärt Tumpel. Damit würde das Hauptziel
der Arbeitnehmervertretungen – "Arbeit sichern, Arbeit schaffen" –
mit der Forderung der Wirtschaft nach Senkung der Arbeitskosten
kombiniert, so Tumpel. Der Vorschlag habe überdies den Vorzug,
aufkommensneutral zu sein und keine Gegenfinanzierung zu brauchen.
Verwunderlich sei, daß WKÖ-Experten noch vor einem Jahr eine
derartige Umstellung von lohnsummenbezogenen Abgaben auf einen
leistungsbezogenen Beitrag als diskussionswürdig bezeichnet
hätten.
Neue Steuerformel entlastet kleine Einkommen stark
Um 18 Milliarden Schilling soll die Steuerreform vor allem die
kleinen und mittleren Einkommen entlasten, fordern AK und ÖGB. Mit
der neuen Steuerformel bekommen jene, die wenig verdienen, viel;
Normalverdiener werden deutlich entlastet; Verlierer wird es keine
geben: So umreißt AK Präsident Tumpel die Steuerpläne von AK und
ÖGB.
Die Behauptung der WKÖ, daß die neue Steuerformel die Progression
für kleine und mittlere Einkommen drastisch verschärfen würde, sei
falsch. Der derzeitige Tarif weise Sprünge und Ausreißer auf. Bei
kleinen Einkommen ginbt es derzeit Grenzsteuersätze von 44 Prozent
bzw 64 Prozent bei Alleinverdienern – Millionäre haben nur 50
Prozent. Der neue Tarif vermeide solche Bocksprünge - die neue
Steuerformel sei eine stetige Kurve, und damit gerecht und
einfach. Unter dem Strich bleibe den ArbeitnehmerInnen deutlich
mehr als bisher, so Tumpel.
Auf die Kritik von ÖVP-Sozialsprecher Feurstein sagt Tumpel, daß
nach den ÖVP-Plänen Wenig- und Normalverdiener deutlich weniger
bekommen würden, als nach dem AK-ÖGB-Vorschlag:
Steuerentlastung im Vergleich
brutto
monatlich Steuerentlastung monatlich
in Schilling
ÖVP AK-ÖGB
Steuerformel
15.000 131 631
20.000 213 539
25.000 405 452
35.000 812 340
50.000 1.472 338
75.000 1.792 22
Steuerentlastung jährlich
15.000 1.572 7.572
20.000 2.556 6.468
25.000 4.860 5.424
35.000 9.744 4.080
50.000 17.664 4.056
75.000 21.504 264
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Tel.: (01)501 65-2631
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