Prammer: Unseriöse Versandhandel-Gewinnspiele häufen sich

Mehr Schutz für KonsumentInnen notwendig - Umsetzung der EU-Fernabsatz-Richtlinie muß rechtliche Handhabe gegen irreführende Ankündigungen bringen

Wien (OTS) - "Gratulation! Sie haben gewonnen!" - In letzter Zeit häufen sich wieder die postalischen Gewinnverständigungen von Versandhandelsfirmen, ohne daß der Konsument überhaupt an einem Gewinnspiel teilgenommen hat. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, daß keineswegs etwas gewonnen wurde. Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer tritt für einen besseren Schutz der Menschen vor diesen unseriösen Gewinnspielen im Versandhandel ein. Prammer ist bereits mit Justizminister Nikolaus Michalek in Verhandlungen getreten, um die KonsumentInnen mit der EU-Fernabsatz-Richtlinie, die derzeit im Konsumentenschutzgesetz umgesetzt wird, zu schützen. Durch zivilrechtliche Regelungen in der Konsumentschutzgesetz-Novelle soll es für die Menschen möglich werden, angekündigte Gewinne auch tastsächlich einzufordern.

Eine Reihe von Versandfirmen setzt Gewinnversprechen ein, um die Aufmerksamkeit der Menschen für die Produkte der Firma erhöhen und die KonsumentInnen zu Bestellungen zu verleiten. Von den Gewinnankündigungen sind die Menschen zumeist völlig überrascht, haben sie doch nie an einem Gewinnspiel der Versandfirma teilgenommen, stellt Prammer fest.

Bei genauer Betrachtung des angekündigten Sofortgewinns kommt für die Menschen die Ernüchterung: Oft besteht nur eine Gewinnchance, wenn bei der Versandhandelsfirma Waren bestellt werden. Diese Gewinnversprechen werden jedoch in der Folge nicht einbehalten oder erweisen sich bei genauer Durchsicht der kleingedruckten Teilnahmebedingungen als irreführend, weil man lediglich die Chance gewonnen hat, an einer späteren Gewinnziehung teilzunehmen.

Mit der Umsetzung der EU-Fernabsatz-Richtlinie müssen die KonsumentInnen vor unseriösen und aggressiven Vertriebsmethoden im Versandhandel geschützt werden, betont Prammer. Die Konsumentenschutzministerin hat sich an Justizminister Michalek gewandt, damit gerichtliche Schritte gegen unseriöse Versandhandelsfirmen möglich werden. Michalek vertritt ebenso wie Prammer die Ansicht, daß bei der Umsetzung der EU-Fernabsatz-Richtlinie im Konsumentenschutzgesetz zivilrechtliche Sanktionen gegen diese unseriöse Vorgangsweise vorzusehen sind.

Der Entwurf für die Konsumentenschutzgesetz-Novelle soll noch heuer fertiggestellt werden. "Die Irreführung der Menschen durch den Versandhandel wird sehr schnell ein Ende haben, wenn die versprochenen Sofortgewinne durch die KonsumentInnen gerichtlich eingefordert werden können", stellt Prammer abschließend fest.

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und Verbraucherschutz, Robert Wier
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