Rotes Kreuz/Österreich Österreich: Erste Hilfe ist Pflicht

Wien (ÖRK) - Ein Knall, gleich darauf ein zweiter - ein Kind liegt blutend auf der Straße, ein offenbar geschockter Lenker bleibt in seinem Auto sitzen. Mehrere Passanten haben den Unfall beobachtet. Das Kind blutet stark, doch niemand der Umstehenden hilft. Man will sich keine Probleme einhandeln. Lieber das Unfallopfer nicht anrühren, wer etwas falsch macht, macht sich möglicherweise sogar strafbar. "Niemand kann für einen schlecht angelegten Verband zur Verantwortung gezogen werden", sagt OA Dr.Christian Feinböck vom Österreichischen Roten Kreuz. "Wer aber bei einem Unglücksfall nicht die notwendige Hilfe leistet, macht sich strafbar."

Das schlimmste sei es, nichts zu tun. Feinböck: "Wenn jemand einen Kreislaufstillstand hat, und keine Erste Hilfe geleistet wird, stirbt derjenige." Zuzusehen, wie zum Beispiel jemand verblutet, ist kriminell. "Wer bei einem Unglücksfall nicht die notwendige Hilfe leistet, macht sich nach dem §95 des Strafgesetzbuchs wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar", so Feinböck. Eine Ausnahme sei bei Gefahr für Leib und Leben des Helfers gegeben.

Wer einen Erste-Hilfe-Kurs besucht hat, weiß, was er in Notfall-Situationen zu tun hat. "Wer tut, was er dort gelernt hat, den wird kein Gericht strafen", sagt Feinböck.

Jeder Autolenker muß eine "Unterweisung in den lebensrettenden Sofortmaßnahmen am Unfallort" besuchen, um seinen Führerschein zu bekommen. Während aber die Fahrpraxis mit jedem Kilometer zunimmt, bleiben die Erste-Hilfe-Kenntnisse oft auf der Strecke. Feinböck:
"Wer Auffrischungskurse rechtzeitig besucht, kann im Notfall lebensrettende Hilfe leisten und braucht auch keine Angst davor zu haben."

Um Themen wie die verpflichtende und regelmäßige Erste-Hilfe-Ausbildung für Berufsfahrer oder eine umfangreiche Erste-Hilfe-Prüfung für Führerschein-Neulinge geht es diese Woche bei einer Tagung in Wien. Vertreter des Roten Kreuzes und anderer Rettungsorganisationen aus mehr als 50 Ländern werden am Freitag und am Samstag über entsprechende Richtlinien beraten.

Rückfragehinweis: ÖRK/Gesundheitsredaktion

Mag.Bernhard Jany
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16.11.1998

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