140 Jahre Westbahn

Heute zählt die Westbahn zu den wichtigsten Hauptverkehrsadern Österreichs. Das war nicht immer so.

Wien (OTS) Im ausklingenden "Sisi" - Gedenkjahr feiert die nach ihr benannte "Kaiserin Elisabeth-Bahn" ihren 140. Geburtstag. Obwohl sich die Kaiserin großer Beliebtheit erfreute, wurde noch zu ihren Lebzeiten die Bahnlinie im Volksmund "Westbahn" genannt. **** Nachdem die Strecke weder zu einem Seehafen, noch zu einem Kohlerevier führte, waren für ihre Errichtung weniger wirtschaftliche, sondern eher politische Gründe ausschlaggebend. Im Jahr 1856 wurden die organisatorischen Voraussetzungen für die Errichtung der Bahnlinie geschaffen. In einem Staatsvertrag mit Bayern verpflichtete sich Österreich zum Bau einer Bahnlinie von Wien über Linz nach Salzburg und von Linz nach Passau. Einer Gesellschaft wurde das Privilegium zur Errichtung der "k.k. privilegirten Kaiserin Elisabeth-Bahn" erteilt und eine gleichnamige Aktiengesellschaft gegründet. Noch im Sommer desselben Jahres wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Übrigens bekam - ohne EU-weite Ausschreibung - eine englische Firma den Auftrag für einen Teilabschnitt.
Einsprüche der Militärs erforderten oftmalige Trassenänderungen und führten zu erheblichen Erhöhungen der Kosten. So kam die topografisch fragwürdige Streckenführung weit südlich der Donau und über den "Rekawinkler Berg" auf Drängen der Militärstrategen zustande.
Im November 1858, also vor genau 140 Jahren, war es dann soweit: Am Namenstag der Kaiserin, dem 19. November, wurde die Strecke Wien -Linz feierlich eingeweiht und 2 Tage später die Eröffnungsfahrt durchgeführt. Der öffentliche Verkehr wurde am 15. Dezember 1858 aufgenommen.
Schwierige Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern verzögerten den Weiterbau, wodurch das Teilstück Frankenmarkt - Salzburg erst am 1. August 1860 dem Verkehr übergeben wurde. Zwei Wochen zuvor reiste allerdings schon die Kaiserin in ihrem Salonwagen bis Salzburg, um in ihr bayrisches Heimatschloss zu gelangen.
Am 12. August 1860 wurde die Strecke Wien - München von Kaiser Franz Josef und König Maximilian II von Bayern mit einem prunkvollen Fest eröffnet. Ein Jahr später wurde auch bei Passau an die bayrische Strecke angeknüpft, allerdings nicht wie im Staatsvertrag festgelegt von Linz, sondern aus Geldmangel von Wels ausgehend.
1884 wurde die "Kaiserin Elisabeth-Bahn" verstaatlicht, nachdem bereits in den 3 Jahren zuvor der Betrieb von den Staatsbahnen geführt wurde.
Am Sonntag, den 15. November 1998 fährt ein nostalgischer Sonderzug von Wien nach Linz und retour. Tickets dafür gibt es in allen Bahnhöfen.

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