- 11.11.1998, 09:40:53
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140 Jahre Westbahn
Heute zählt die Westbahn zu den wichtigsten Hauptverkehrsadern Österreichs. Das war nicht immer so.
Wien (OTS) Im ausklingenden "Sisi" - Gedenkjahr feiert die nach ihr
benannte "Kaiserin Elisabeth-Bahn" ihren 140. Geburtstag. Obwohl sich
die Kaiserin großer Beliebtheit erfreute, wurde noch zu ihren
Lebzeiten die Bahnlinie im Volksmund "Westbahn" genannt. ****
Nachdem die Strecke weder zu einem Seehafen, noch zu einem
Kohlerevier führte, waren für ihre Errichtung weniger
wirtschaftliche, sondern eher politische Gründe ausschlaggebend. Im
Jahr 1856 wurden die organisatorischen Voraussetzungen für die
Errichtung der Bahnlinie geschaffen. In einem Staatsvertrag mit
Bayern verpflichtete sich Österreich zum Bau einer Bahnlinie von Wien
über Linz nach Salzburg und von Linz nach Passau. Einer Gesellschaft
wurde das Privilegium zur Errichtung der "k.k. privilegirten Kaiserin
Elisabeth-Bahn" erteilt und eine gleichnamige Aktiengesellschaft
gegründet. Noch im Sommer desselben Jahres wurde mit den Bauarbeiten
begonnen. Übrigens bekam - ohne EU-weite Ausschreibung - eine
englische Firma den Auftrag für einen Teilabschnitt.
Einsprüche der Militärs erforderten oftmalige Trassenänderungen und
führten zu erheblichen Erhöhungen der Kosten. So kam die topografisch
fragwürdige Streckenführung weit südlich der Donau und über den
"Rekawinkler Berg" auf Drängen der Militärstrategen zustande.
Im November 1858, also vor genau 140 Jahren, war es dann soweit: Am
Namenstag der Kaiserin, dem 19. November, wurde die Strecke Wien -
Linz feierlich eingeweiht und 2 Tage später die Eröffnungsfahrt
durchgeführt. Der öffentliche Verkehr wurde am 15. Dezember 1858
aufgenommen.
Schwierige Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern verzögerten den
Weiterbau, wodurch das Teilstück Frankenmarkt - Salzburg erst am 1.
August 1860 dem Verkehr übergeben wurde. Zwei Wochen zuvor reiste
allerdings schon die Kaiserin in ihrem Salonwagen bis Salzburg, um in
ihr bayrisches Heimatschloss zu gelangen.
Am 12. August 1860 wurde die Strecke Wien - München von Kaiser Franz
Josef und König Maximilian II von Bayern mit einem prunkvollen Fest
eröffnet. Ein Jahr später wurde auch bei Passau an die bayrische
Strecke angeknüpft, allerdings nicht wie im Staatsvertrag festgelegt
von Linz, sondern aus Geldmangel von Wels ausgehend.
1884 wurde die "Kaiserin Elisabeth-Bahn" verstaatlicht, nachdem
bereits in den 3 Jahren zuvor der Betrieb von den Staatsbahnen
geführt wurde.
Am Sonntag, den 15. November 1998 fährt ein nostalgischer Sonderzug
von Wien nach Linz und retour. Tickets dafür gibt es in allen
Bahnhöfen.
Rückfragehinweis: ÖBB-Kommunikation Wien
Roland Kern
Tel.: (01) 5800/32202
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